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Flughafenbetreiber Aena kontert Ministerpräsidentin Prohens: Tourismus auf Mallorca hängt nicht vom Flughafen ab, sondern von Betten

Die balearische Regierung fordert eine Drosselung der Urlauberzahlen, während Aena auf steigende Kapazitäten setzt

Ganz schön viel los: So sieht es häufiger am Flughafen auf Mallorca aus.

Ganz schön viel los: So sieht es häufiger am Flughafen auf Mallorca aus. / Guillem Bosch

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Der spanische Flughafenbetreiber Aena hat auf die Kritik der balearischen Ministerpräsidentin Marga Prohens am Flughafenmanagement auf den Inseln reagiert und sowohl das derzeitige Modell als auch die geplanten Investitionen verteidigt. Die Stellungnahme kommt nur wenige Tage, nachdem die Führung des Flughafenbetreibers mit dem Inselrat von Ibiza und der Unternehmervereinigung CAEB über den Ausbau der Flughäfen von Palma und Ibiza gesprochen hatte.

Die balearische Wirtschaft hatte dabei eine „bessere Steuerung“ des Flughafens Palma gefordert, um die Überlastung in den Spitzenzeiten zu verringern – ein Anliegen, das Prohens und die balearische PP in sozialen Netzwerken ausdrücklich unterstützten. Seit Monaten werfen sie Aena vor, die Forderungen der Institutionen auf den Inseln dahingehend zu ignorieren.

"Aena ist keine öffentliche Gewalt"

Nach Angaben von Aena und dem spanischen Verkehrsministerium wurde das heutige Flughafenmodell „2014 unter einer absoluten parlamentarischen Mehrheit der PP geschaffen“ und habe seither „erfolgreich auf die Herausforderungen des Landes und die Mobilitätsbedürfnisse seiner Bürger reagiert“.

Zugleich weisen Aena und Verkehrsministerium die Vorstellung zurück, Aena müsse sich an der Tourismusstrategie der Balearen-Regierung orientieren. „Aena ist keine öffentliche Gewalt und hat keinerlei Zuständigkeit für das Tourismusmanagement in den Regionen, in denen ihre Flughäfen tätig sind“, heißt es. Zuständig sei vielmehr „die Regierung von Prohens“.

Urlauber kommen nicht wegen des Flughafens

Auch einem zentralen Argument der Balearen-Regierung widerspricht das Unternehmen deutlich. Die Landesregierung verknüpft den Ausbau der Flughafeninfrastruktur mit einer weiteren Zunahme der Touristenzahlen. Nach Auffassung von Aena hängt der Zustrom von Urlaubern jedoch „nicht von der Kapazität der Flughäfen ab“.

Reiseziele würden vielmehr „nach der Zahl der verfügbaren Betten und nach den touristischen Dienstleistungen gewählt, die von den örtlichen und regionalen Behörden gefördert werden“. Kein Tourist reise wegen des Flughafens an einen Ort, wenn dort nicht die entsprechenden Unterkünfte und Angebote vorhanden seien.

So sieht der neue Übergang am Flughafen aus.

Gerade erst fertiggebaut: So sieht der neue Übergang am Flughafen aus. / Miguel Vicens

Große Investitionen

Auch wirtschaftlich wehrt sich Aena gegen die Vorwürfe. Das Unternehmen finanziere sich selbst und greife für seinen Betrieb nicht auf den Staatshaushalt zurück. Zugleich verweist Aena auf die laufenden und geplanten Investitionen auf den Balearen.

So stehe die umfassende Modernisierung des Flughafens Palma mit einem Volumen von mehr als 600 Millionen Euro kurz vor dem Abschluss. In den kommenden fünf Jahren sollen zudem mehr als 400 Millionen Euro in die Verbesserung der Flughäfen von Menorca und Ibiza fließen.

„Wir fordern einen Kurswechsel im Management“

Die Antwort von Aena folgt auf neue Äußerungen von Marga Prohens, die die Treffen Anfang Juli mit dem Inselrat von Ibiza und dem Unternehmerverband CAEB genutzt hatte, um erneut einen Kurswechsel im Flughafenmanagement zu verlangen. In einem Beitrag auf X schrieb die Präsidentin, dass „Landesregierung, Inselräte, Rathäuser und nun auch die Wirtschaftsverbände von Aena ein anderes Flughafenmanagement für unsere Inseln verlangen, das mit der Strategie der Eindämmung der Urlauberzahlen auf den Balearen im Einklang steht“.

In derselben Botschaft griff Prohens auch die Zentralregierung an. „Die sozialistische Regierung darf unsere Flughäfen über Aena nicht länger nur als Einnahmequelle behandeln und dabei allein auf mehr Geschäftsvolumen durch gigantische Ausbaupläne setzen – mit einer Tourismusstrategie, die dem auf den Balearen gewachsenen Konsens von Begrenzung, qualitativem statt quantitativem Wachstum, Nachhaltigkeit und dem Wohl der Bürger widerspricht“, schrieb sie.

Bereits im Juni hatte Prohens Aena direkt für die touristische Überfüllung der Balearen verantwortlich gemacht. Damals sagte sie, beim Ziel der Begrenzung des Tourismus seien „alle Institutionen auf einer Linie – bis auf eine: die Regierung von Pedro Sánchez und ihr unersättlicher Verwalter Aena“.

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