Rafa Nadals neues Leben: Hotels, Millionen-Deals und jede Menge Meetings
Der ehemalige Tennisstar gab in einem Interview mit einem US-amerikanischen Fernsehsender Einblicke in sein neues Leben als Unternehmer

Rafael Nadal im Interview mit dem US-Sender CNBC. / CNBC
Früher reiste er um die Welt und begeisterte Fans auf dem Tennisplatz, heute sitzt er vor allem im Büro. Mallorcas Sandplatz-Legende Rafael Nadal ist mittlerweile voll in seinem neuen Dasein als Unternehmer angekommen. In einem Interview mit dem US-amerikanischen Fernsehsender CNBC gab der 40-Jährige nun Einblick in seine verschiedenen Aktivitäten.
So sprach er unter anderem über die Zusammenarbeit mit dem Investmentfonds GPF Capital. Dieser hatte Anfang 2025 für 94,1 Millionen Euro 44,9 Prozent der Anteile an der Rafael Nadal Academy übernommen. Man habe sich dafür entschieden, um die internationale Expansion voranzutreiben, ohne die Kontrolle über das Ausbildungszentrum zu verlieren. „Das Unternehmen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, und wir hatten das Gefühl, dass wir Hilfe brauchen, um weiterzuwachsen und weltweit zu expandieren. Das war der Hauptgrund für die Entscheidung."
Bislang sei die Zusammenarbeit hervorragend, erklärte der 22-fache Grand-Slam-Sieger. „Wir sind mit unseren Partnern zufrieden. Sie sind Spanier, wir haben ein sehr gutes Verhältnis und sie arbeiten ausgesprochen professionell. Sie helfen uns dabei, unsere Ziele zu erreichen."

Rafael Nadal bei einem Besuch seiner Akademie in Griechenland. / Archiv
Er selbst sei vor allem in die strategische Leitung der Akademie eingebunden. Allerdings stehe er in sportlichen Aspekten zur Verfügung, wenn die Trainer der Akademie ihn um Rat fragen würden. "Im Alltag bin ich häufiger im Büro. Wenn ich mit den jungen Spielern sprechen muss, spreche ich mit ihnen. Die meiste Zeit sitze ich aber in Besprechungen und versuche herauszufinden, wie unsere Strategie aussehen muss, damit wir weiterwachsen und die Dinge so gut wie möglich machen können.“
Die Entstehung einer Hotelkette
Die Akademie ist aber nun ein Teil seines Unternehmensnetzwerks. Auch seine Hotelkette Zel, die er in Zusammenarbeit mit dem mallorquinischen Tourismuskonzern Meliá betreibt, nimmt weiter Gestalt an. Im CNBC-Interview erklärte er auch, wie es zur Zusammenarbeit mit der Hotelkette kam. So seien er und Meliá-Chef Gabriel Escarrer eines Tages gemeinsam im Restaurant der Rafael Nadal Academy essen gegangen. Dabei sei das Gespräch auf Hotels gekommen. "Wir schrieben auf einer Serviette auf, was uns an Hotels gefällt, was uns weniger gefällt und wie für uns das ideale Hotel aussehen würde.“ Aus diesem Gespräch sei das Konzept für Zel entstanden. „Wir lieben beide den mediterranen Lebensstil und die Kultur, weil wir damit aufgewachsen sind. Unser Ziel war es von Anfang an, dieses Lebensgefühl in die Welt zu tragen."

Rafael Nadal (re.) und Gabriel Escarrer bei der Präsentation von Zel in Madrid. / Myriam B. Moneo
Nadal zeigt sich vom Zukunftspotenzial des Tourismus überzeugt. Dies liege vor allem an den Konsumgewohnheiten der Menschen. „Die Einstellung der Menschen hat sich stark gewandelt. Früher versuchte man, Geld zu sparen, um ein Auto oder ein Haus zu kaufen. Heute legen die Menschen großen Wert auf Erlebnisse und investieren viel ins Reisen und darin, unterschiedliche Orte kennenzulernen“, erklärte er. Zudem sei ihm die Branche quasi in die Wiege gelegt worden. „Es ist ein Geschäft, das mir gefällt. Der wichtigste Wirtschaftszweig bei uns auf Mallorca ist der Tourismus. Ich bin damit aufgewachsen und habe Freude daran.“
Dass er mit Meliá einen erfahrenen Partner an der Seite habe, gebe ihm Sicherheit. "Wir stammen von der Insel. Es sind Menschen, denen ich sehr vertraue. Für mich ist es außerdem eine Gelegenheit, etwas zu lernen, denn sie sind seit Jahrzehnten in diesem Geschäft tätig und ein sehr erfolgreiches Unternehmen.“ Die ersten Ergebnisse machten ihn sehr stolz. "Wir haben erst vor zwei Jahren begonnen und eröffnen bereits das vierte Hotel. Wenn alles so läuft, wie wir hoffen, werden wir Ende des Jahres sieben Hotels in Betrieb haben.“
Besonders glücklich sei er allerdings nicht über die Zahl der Häuser, sondern die Treue der Gäste. "Uns ist etwas gelungen, auf das ich besonders stolz bin: Die Gäste identifizieren sich mit der Marke. Wir haben es geschafft, eine Gemeinschaft aufzubauen, und sehen, dass viele Gäste von einem Zel-Hotel ins nächste wechseln.“
Der Vater als Vorbild
Dass er überhaupt den Schritt ins Unternehmertum gewagt habe, sei derweil seiner Familie geschuldet. Vor allem sein Vater sei sein großes Vorbild. "Schon als Kind habe ich gesehen, wie hart er arbeitete. Er hat es geschafft, aus dem Nichts das größte Glasunternehmen der gesamten Balearen aufzubauen. Seine Entschlossenheit und sein Arbeitseinsatz waren für mich eine enorme Inspiration.“

Rafa Nadal mit seinem ältesten Sohn. / DM
Heute arbeite er mit seinem Vater eng über seine Unternehmensholding Aspemir zusammen. Die Geschäftsführung mit der Familie zu teilen, sei eine große Stärke, auch weil man im vertrauten Kreis Entscheidungen treffen könne. „Wir kommen aus einem Dorf von der Insel, und unser Verhältnis war immer sehr eng. Wir sehen uns jeden Tag und verbringen Zeit mit den Menschen, die wir lieben." Zumal er jetzt auch der Vater zweier kleiner Kinder sei. "Sie sind das Wichtigste in meinem Leben." Auf die Arbeit wolle er deshalb aber nicht verzichten. "Ich arbeite gerne.“
Und so dürfte er sich in Zukunft nach weiteren Geschäftsfeldern umschauen. Der Bereich Gesundheit interessiere ihn etwa. "Ich habe schon immer gerne Dinge angepackt. Es ist sehr wichtig, Ziele zu haben, denn sie helfen einem dabei, jeden Tag mit Motivation und Leidenschaft aufzustehen.“ /pss
- Dramatischer Vorfall in Palma: Mann springt von Hochhaus und fällt auf Gäste einer Caféterrasse
- Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez: Wie der Mallorca-Muffel hier früher Herzen brach
- Gleich zwei Waldbrände auf Mallorca - zwischenzeitlich auch Menschen in Gefahr
- Weil mitten im Sommer die Strandliegen fehlen: Balearen-Regierung feuert oberste Küstenchefin
- Nach Palma jetzt Sóller: Erneut großer Protest gegen Massentourismus auf Mallorca
- Angst vor Chaos zur Sonnenfinsternis auf Mallorca: Warum ab Montag (10.8.) auch Soldaten zum Einsatz kommen
- Nach Überfall mit Pistole: Wie die Polizei Lübeck einem Mallorca-Urlauber half, sein Portemonnaie an der Playa de Palma zurückzubekommen
- Zahl der Kontrollen von Autos mit ausländischen Kennzeichen spürbar erhöht': Veranstalter streicht Oldtimertreffen Mallorca Car Week