Tote Schweine, geringere Ernten, gefährdete Mitarbeiter: So setzt die Hitze Mallorcas Wirtschaft zu
Die hohen Temperaturen haben auf den Balearen bereits Tiere getötet und Pflanzen geschädigt. Auch Unternehmen anderer Branchen reagieren jetzt auf die ungewöhnliche Hitze

Auch Schweine auf Mallorca (hier auf einem Archivbild) leiden unter der Hitze / Rosa Ferriol
Die anhaltende Hitze auf Mallorca und den Nachbarinseln ist nicht nur anstrengend für die Bevölkerung, sondern hat bereits wirtschaftliche Schäden auf den Balearen verursacht. Wie der Arbeitgeberverband PIMEM am Dienstag (14.7.) bekannt gab, seien in Schweinebetrieben auf den Inseln in den vergangenen Wochen Tiere durch die Hitze gestorben. Auch andere Sektoren kämpfen mit den Temperaturen.
Schweinesterben
Besonders stark trifft die Hitze nach Angaben des PIMEM-Verbands die Schweinezucht. Im Juni seien sechs Prozent mehr Tiere gestorben als im gesamten Jahr 2025, erklärte Toni Mestre, Vorsitzender des Unterverbands für Schweinezucht. Die Hitzewellen seien plötzlich gekommen. Daher hätten sich die Tiere nicht an die Temperaturen gewöhnen können. Vor allem kranke oder geschwächte Tiere hätten die Hitze nicht überstanden.
In seinem eigenen Betrieb habe er in den ersten sechs Monaten elf Säue begraben müssen, sagte Mestre. Das seien mehr als im gesamten Jahr 2025. Der Schweinehalter führt die Todesfälle auf die extreme Hitze zurück. Zudem sinke die Fortpflanzungsfähigkeit der Tiere, während die Ferkel langsamer wüchsen.
Auch die Ernten in Gefahr
Auch in der Landwirtschaft zeigen sich Folgen der ungewöhnlich hohen Temperaturen. Johannisbrotbäume, Olivenbäume, Mandelbäume und Feigenbäume leiden nach Angaben des mallorquinischen Verbands für ökologische Landwirtschaft APAEMA unter Hitzestress. Bereits jetzt seien schwarze Johannisbrotschoten entdeckt worden, erklärte Verbandspräsident Miquel Coll. Normalerweise trete dieses Phänomen erst im September auf.
Auch Olivenbäume produzierten weniger als gewöhnlich. Gemüse könne schwere Schäden erleiden, wenn die Temperaturen ohne entsprechenden Schutz auf mehr als 35 Grad steigen. Joan Gaià, Geschäftsführer der Unió de Pagesos (Bauernverband), warnt zudem vor einer beschleunigten Entwicklung der Pflanzen. Sie benötigten wegen der Hitze mehr Wasser und müssten früher geerntet werden.
Dadurch könnte den Landwirten Ende August Ware fehlen. Gerade zu diesem Zeitpunkt könnten sie ihre Produkte normalerweise zu wettbewerbsfähigeren Preisen anbieten, erklärte Gaià.
Angepasste Arbeitszeiten
Mehrere Unternehmen haben unterdessen den Beginn des Arbeitstags vorverlegt, damit ihre Beschäftigten nicht während der heißesten Stunden arbeiten müssen. Nach Angaben des balearischen Verbands der Unternehmen für Installation, Wartung und Reparatur automatischer Türen ARIMPA sollen Arbeiten sofort unterbrochen werden, sobald die Wetterbedingungen die Beschäftigten gefährden.
Auch Unternehmen aus den Bereichen Energie, Klimatisierung und Kühlung führen nach Angaben ihres Verbands ABTECIR zunehmend durchgehende Arbeitsschichten ein. Für Arbeiten im Freien gelten zudem besondere Schutzprotokolle.
Vorsichtsmaßnahmen für Urlauber
Die Nachfrage nach touristischen Führungen bewegt sich nach Angaben des Verbands der Fremdenführer weiterhin auf dem für die Jahreszeit üblichen Niveau. Die Fremdenführer hätten ihre Vorsichtsmaßnahmen während der Rundgänge jedoch verstärkt. Sie weisen Urlauber darauf hin, ausreichend zu trinken, sich vor der Sonne zu schützen und während der Ausflüge besonders vorsichtig zu sein. Verbandspräsident Biel Rosales erinnerte zugleich daran, dass die selbstständigen Fremdenführer nur Geld verdienten, wenn sie ihre Touren tatsächlich durchführten. /somo
Abonnieren, um zu lesen
- Dramatischer Vorfall in Palma: Mann springt von Hochhaus und fällt auf Gäste einer Caféterrasse
- Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez: Wie der Mallorca-Muffel hier früher Herzen brach
- Gleich zwei Waldbrände auf Mallorca - zwischenzeitlich auch Menschen in Gefahr
- Weil mitten im Sommer die Strandliegen fehlen: Balearen-Regierung feuert oberste Küstenchefin
- Nach Palma jetzt Sóller: Erneut großer Protest gegen Massentourismus auf Mallorca
- Angst vor Chaos zur Sonnenfinsternis auf Mallorca: Warum ab Montag (10.8.) auch Soldaten zum Einsatz kommen
- Nach Überfall mit Pistole: Wie die Polizei Lübeck einem Mallorca-Urlauber half, sein Portemonnaie an der Playa de Palma zurückzubekommen
- Zahl der Kontrollen von Autos mit ausländischen Kennzeichen spürbar erhöht': Veranstalter streicht Oldtimertreffen Mallorca Car Week