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Graffiti auf Immobilienbüros gesprüht: Anti-Tourismus-Aktivistinnen wieder auf freiem Fuß

Die Festgenommenen verweigerten die Aussage vor dem Richter und wurden unter Auflagen entlassen, ein weiterer Mann wird gesucht

Die beiden Aktivistinnen auf dem Weg zum Gericht.

Redaktion MZ

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Die beiden jungen Frauen aus der Anti-Tourismus-Bewegung, die am Mittwochmorgen (15.7.) wegen des Verdachts festgenommen worden waren, Ende Mai fünf Immobilienbüros in Santa Maria mit Graffiti beschmiert zu haben, sind am Abend gegen 20.15 Uhr unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Zuvor hatten sie vor dem diensthabenden Richter die Aussage verweigert. Zudem hat die Guardia Civil einen dritten Verdächtigen identifiziert. Es handelt sich um einen Mann, der zu den sechs Personen gehören soll, die auf Aufnahmen von Überwachungskameras zu sehen sind. Seine Festnahme steht noch aus.

Die Aktivistinnen wurden gegen 17.15 Uhr von der Guardia Civil zum Gericht gebracht. Nach Angaben aus dem Umfeld des Falls gehören die Frauen nicht der tourismuskritischen Vereinigung Arran an, sind jedoch in anderen sozialen Bewegungen aktiv, die die Initiative unterstützen. Neben der Graffiti-Aktion wird den beiden 28-Jährigen auch vorgeworfen, Flugblätter verteilt zu haben, die zu Aktionen gegen Unternehmen aufriefen.

Ähnlichkeiten zum "Handbuch für Aktionen gegen die Touristifizierung"

Laut Angaben der Guardia Civil ähnelt der Inhalt des Flugblatts dem sogenannten „Handbuch für Aktionen gegen die Touristifizierung“, das die Initiative "Menys Turisme, Més Vida" Anfang des Monats veröffentlicht hatte. Dieses regt die Bevölkerung zu Aktionen gegen Ziele wie Ferienwohnungen, Immobilienbüros oder Geschäfte an, die für Gentrifizierung verantwortlich gemacht werden.

Die Guardia Civil hatte seit mehr als einem Monat mehrere Sympathisanten der tourismuskritischen Bewegung beobachtet. Die in den vergangenen Tagen gesammelten Beweise führten schließlich zur Festnahme der beiden Frauen. Sie sind miteinander befreundet und gehören derselben Gruppe an. Nach den Festnahmen durchsuchten die Ermittler am Donnerstagmorgen die Wohnung einer der Frauen. Offenbar suchten sie nach Beweisen, die sie mit den untersuchten Vorfällen in Verbindung bringen könnten. Das Ergebnis der Durchsuchung ist nicht bekannt.

Die Festnahme der beiden Aktivistinnen hatte für viel Aufsehen gesorgt. Vor dem Gericht kamen am Mittwochnachmittag (15.7.) rund 100 Unterstützer zusammen, um bei einer spontanen Kundgebung die Freilassung der beiden jungen Frauen zu fordern.

Rund Hundert Menschen forderten die Freilassung der beiden Aktivistinnen.

Rund Hundert Menschen forderten die Freilassung der beiden Aktivistinnen. / Ana B. Muñoz

Demo am 26. Juli

Die Insel bereitet sich derzeit auf die große Demonstration am 26. Juli vor, bei der in Palma gegen die negativen Folgen des Tourismusmodells der Insel protestiert werden soll. Die Demonstration startet um 19 Uhr auf der Plaça d’Espanya unter dem Motto „Mallorca al límit!“ („Mallorca am Limit!“).

Bereits in den vergangenen Jahren hatte "Menys turisme, més vida" zu Demonstrationen gegen die Folgen des Massentourismus aufgerufen. Während die Beteiligung 2025 eher schwach ausfiel, gelang es den Veranstaltern im Juli 2024 Zentausende Menschen auf die Straße zu locken. Die Veranstalter sprachen damals von 50.000 Teilnehmern, die Polizei von 20.000.

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