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Illegale Bootscharter auf Mallorca: Kontrollen in Port de Sóller werden verschärft

Ein neuer Küstenüberwachungsdienst mit 22 Booten soll auf den Balearen für mehr Sicherheit und fairen Wettbewerb auf See sorgen

Die Kontrolleure in der Bucht von Port de Sóller.

Die Kontrolleure in der Bucht von Port de Sóller. / Joan Mora

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Die Balearen-Regierung hat am Donnerstag (16.7.) im Hafen von Sóller ihre Kontrollen gegen illegalen Charterbetrieb auf See verstärkt. Im Rahmen einer Inspektionskampagne überprüften Mitarbeiter der Hafenverwaltung Ports IB mehrere verdächtige Boote in der Bucht.

Die Bilanz des Einsatzes: sechs Kontrollen von Booten, die mutmaßlich im irregulären Chartergeschäft tätig waren und vor Anker lagen, sowie eine Anzeige.

Begleitet wurde die Aktion vom Minister für Meer und Wasserkreislauf, Juan Manuel Lafuente, der an Bord einer Einheit des neuen Küstenüberwachungsdienstes ging, um sich ein Bild von der Arbeit der Kontrolleure zu machen. Im Fokus standen dabei die zunehmenden Fälle von illegalem Bootscharter und unerlaubtem Ankern in der Bucht von Port de Sóller. An dem Termin nahm auch Sóllers Bürgermeister Miquel Nadal teil.

Unlauterer Wettbewerb

Lafuente erklärte, der illegale Verleih von Booten müsse kontrolliert werden, weil er legal arbeitende Unternehmen benachteilige, unlauteren Wettbewerb schaffe und zudem Sicherheitsrisiken mit sich bringen könne.

Der Minister hob in diesem Zusammenhang die Bedeutung des neuen Küstenüberwachungsdienstes hervor, den die balearische Regierung eingerichtet hat. Er besteht aus 22 Booten, die auf alle Inseln verteilt sind. Dadurch sei eine dauerhafte Präsenz auf dem Meer möglich, ebenso wie Kontrollen direkt vor Ort und ein schnelleres Eingreifen bei möglichen Verstößen.

Das Kontrollboot.

Das Kontrollboot. / Joan Mora

Prävention und Information

Nach Angaben Lafuentes beschränkt sich der Einsatz nicht nur auf die Kontrolle des Chartergeschäfts. Der Dienst habe auch eine wichtige Informations- und Präventionsfunktion, indem er über geltende Vorschriften aufkläre und zu einem geordneten Ablauf der Freizeitnutzung auf See beitragen solle. „Es ist ein fundamentales Instrument, um die Kontrolle an der Küste zu stärken und zu gewährleisten, dass der Wettbewerb untereinander für alle nach denselben Regeln abläuft“, sagte er.

Gerade in der Sommersaison sei Port de Sóller einer der Orte, an denen das Problem besonders ausgeprägt sei – wegen des intensiven Bootsverkehrs und der hohen Nachfrage nach Booten für Charteraktivitäten.

Auch Bürger können Anzeigen einreichen

Der Überwachungsdienst ist Teil des neuen Inspektions- und Kontrollsystems von Ports IB. Es umfasst zehn Boote, die eigens für Überwachungsaufgaben in Küstengewässern vorgesehen sind, sowie zwölf weitere Einheiten zur Unterstützung in den vom öffentlichen Hafenbetreiber verwalteten Häfen. Jedes Boot ist mit einem Schiffsführer und einem befugten Inspektor besetzt.

Ergänzend zu diesem Einsatz hat die Landesregierung die E-Mail-Adresse vigilancia@portsib.es als offiziellen Meldeweg für mögliche Unregelmäßigkeiten eingerichtet. Bürger, Wassersportler und Rathäuser können dort Vorfälle melden und Fotos, Videos oder andere Hinweise übermitteln, um eine schnellere und gezieltere Reaktion des Küstenüberwachungsdienstes zu ermöglichen.

Problem nimmt deutlich zu

Die verstärkten Kontrollen sind Teil der Strategie der Landesregierung gegen illegalen Charterbetrieb – ein Problem, das Jahr für Jahr mehr Bußgeldverfahren nach sich zieht. Im Jahr 2025 wurden 162 Verfahren wegen Verstößen im Zusammenhang mit irregulärem Bootsverleih eingeleitet.

Seit Beginn des Jahres 2026 kamen bereits 35 neue Verfahren hinzu, mit vorgeschlagenen Strafen von insgesamt mehr als 92.000 Euro. Dazu kommen mehr als 70 Anzeigen, die noch bearbeitet werden müssen. Seit 2019 ist die Zahl der eingeleiteten Verfahren in diesem Bereich um 853 Prozent gestiegen – ein deutlicher Hinweis auf die verschärfte Überwachung an der balearischen Küste.

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