Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Mallorca am Tag nach der Demo: Ein Festgenommener, zwölf Verletzte und Empörung über die Polizeigewalt

Nach der Kundgebung war es am Sonntagabend (26.7.) zu schweren Zwischenfällen gekommen

Demo gegen den Massentourismus auf Mallorca: So brutal ging die Polizei gegen Demonstranten und Journalisten vor

César Mateu

Folgen Sie uns bereits?Marken Sie uns als bevorzugte Medien
Hinzufügen zu Google
Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Am Tag nach der großen Demonstration gegen den Massentourismus dominiert der brutale Polizeieinsatz die Schlagzeilen. Nachdem am Sonntagabend (26.7.) mehrere zehntausend Menschen friedlich durch die Straßen von Palma gezogen waren, waren die Einsatzkräfte der Nationalpolizei mit großer Härte gegen Teilnehmer der Demonstration vorgegangen. Zwölf Personen wurden offiziellen Angaben zufolge verletzt. Wie auf Videos zu sehen ist, die auf Social Media verbreitet wurden, wurde auch mindestens ein Journalist attackiert. Derweil wurde bekannt, dass eine Person am Sonntagabend festgenommen worden war. Was ihr vorgeworfen wird, war zunächst nicht bekannt.

"Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen"

Mehrere der Organisationen, die zu der Demo aufgerufen hatten, riefen noch am Abend zum Rücktritt des Leiters der ständigen Vertretung der Zentralregierung auf den Balearen, Alfonso Rodríguez, auf. Die Zentralregierung ist für die Einsätze der Nationalpolizei zuständig. Rodríguez meldete sich auf X zu Wort: "Mit Sorge verfolge ich die Ereignisse nach der heutigen Demonstration. Es gibt Bilder, die inakzeptabel sind", schrieb Rodríguez. "Ich werde einen umfassenden Bericht über die Einsätze sowie die notwendigen Erklärungen anfordern, damit mögliche Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden. Ich wünsche den Verletzten eine schnelle Genesung." Von der Balearen-Regierung hingegen gab es eisernes Schweigen. Weder zu der großen Teilnehmerzahl, noch zu dem Polizeieinsatz gab es am Montagmorgen Statements.

Schubsen und Schläge mit dem Stock: Die Nationalpolizei und die Demonstranten geraten beim Protest gegen das Tourismusmodell auf Mallorca aneinander

Johannes Krayer

Laut Nationalpolizei nahmen an der Demo 25.000 Personen teil. Die Verstalter sprachen von 70.000 Personen. Die Wahrheit dürfte in der Mitte liegen. Allerdings dürfte es sich um die bislang größte Demo gegen die negativen Folgen des Massentourismus gehandelt haben. Im Gegensatz zu Befürchtungen vor der Kundgebung gab es weder Graffiti-Attacken auf Immobilienunternehmen und touristische Betriebe, noch wurden Urlauber im Zuge der Demo belästigt.

Die Umweltschutzorganisation GOB sprach von einem „beispiellosen Erfolg“ der Demonstration: „Das mallorquinische Volk ist lebendig, organisiert und hat genug von Überfüllung, Überlastung und der Missachtung der Grenzen der Insel.“ Der außergewöhnliche Zulauf sei Ausdruck des wachsenden Unmuts einer Bevölkerung, die sich der ökologischen und sozialen Überforderung sehr bewusst sei. Dies hätten auch die Plakate gezeigt, etwa mit Aufschriften wie „Wer Mallorca liebt, zerstört es nicht“, „Schrumpfung jetzt“, „Immobilienspekulation bedeutet sichere Armut“, „Euer Geschäft ist unser Exil“ oder „Weder Luxus- noch Massentourismus“.

Contenido generado libremente
Tracking Pixel Contents