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"Probleme durch Verhalten der Organisatoren entstanden": So rechtfertigt die Nationalpolizei den harten Einsatz bei der Demo auf Mallorca

Bei der Demo gegen die negativen Auswirkungen des Massentourismus kam es am Sonntagabend (26.7.) zu Ausschreitungen

Demo gegen den Massentourismus auf Mallorca: So brutal ging die Polizei gegen Demonstranten und Journalisten vor

César Mateu

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Nach dem harten Vorgehen gegen Teilnehmer der Großdemo gegen die negativen Auswirkungen des Massentourismus am Sonntagabend (26.7.), hat sich nun die Nationalpolizei zu Wort gemeldet. Ein Sprecher erklärte, die Probleme seien durch das Verhalten der Organisatoren entstanden. Diese hätten darauf bestanden, die Demonstration im Open-Air-Veranstaltungsbereich Ses Voltes unterhalb der Kathedrale enden zu lassen, obwohl sie darauf hingewiesen worden seien, dass es sich um einen kleinen Veranstaltungsort mit einer Kapazität von rund 1.500 Personen handle.

Nach Angaben der Nationalpolizei boten die Beamten den Organisatoren während des Demonstrationszugs an, die Kundgebung im Parc de la Mar zu beenden. Der offene Platz sei besser dafür geeignet gewesen, die Menschenmenge aufzunehmen. Anschließend sei es zu Angriffen einer Gruppe von etwa 200 Menschen gekommen, die Steine und Flaschen auf die Einsatzkräfte geworfen hätten. Bei den Auseinandersetzungen wurden laut Angaben des Sprechers fünf Polizisten verletzt und mehrere Einsatzfahrzeuge beschädigt. Ein etwa 18 Jahre alter junger Mann wurde wegen eines tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte festgenommen.

Kontrolle vor Ses Voltes

Die Polizei erklärte, sie habe an den Zugängen zu Ses Voltes Kontrollen eingerichtet, damit diese Kapazitätsgrenze nicht überschritten werde. Damit sollten Gedränge und Massenpaniken verhindert und im Notfall die Zufahrt für Rettungswagen gewährleistet werden. Die dort eingesetzten Beamten hätten nicht die Anweisung gehabt, den Zugang zu sperren. Vielmehr sollten sie die Menschen nach und nach hineinlassen und gleichzeitig kontrollieren, wie viele Personen sich bereits auf dem Gelände befanden.

Nach Angaben der Polizei wurde die Sprecherin der Demonstranten darum gebeten, die Teilnehmer über Lautsprecher darauf hinzuweisen. Die Frau habe jedoch erklärt, die Polizei werde keine weiteren Menschen hineinlassen. Diese Aussagen hätten die Stimmung unter den Demonstranten aufgeheizt. Einige hätten begonnen, die Beamten an den Zugangskontrollen zu beschimpfen und versucht, sich gewaltsam Zutritt zu verschaffen. Manche Menschen seien über die Felsen am See des Parks geklettert, andere ins Wasser gesprungen und hinübergeschwommen.

Nach der Verlesung des Manifests in Ses Voltes begaben sich die Organisatoren zum Parc de la Mar, um den Text dort noch einmal vor der Menschenmenge vorzulesen, die nicht durch die Stadtmauer gelangt war. Dabei entstand ein Gedränge, weil die Menschen, die Ses Voltes verließen, auf diejenigen trafen, die weiterhin hineinwollten.

Eine Gruppe von etwa sechs Polizeibeamten, die für eine der Zugangskontrollen zuständig und nicht mit Ausrüstung für Ausschreitungen ausgestattet war, geriet zwischen die beiden Menschenströme. Einige Demonstranten hätten die Beamten geschubst und hin und her gestoßen. Daraufhin griffen Einheiten der Bereitschaftspolizei ein. Sie rückten von der Avenida Antoni Maura vor und bildeten eine Sicherheitslinie, um ihre Kollegen aus der Menge zu befreien.

Demonstranten stellen sich gegen die Polizei

Unterdessen hatte sich die Demonstration nach der zweiten Verlesung des Manifests im Parc de la Mar allmählich aufgelöst. Eine Gruppe von rund 200 jungen Menschen stellte sich jedoch auf der Avenida Antoni Maura gegen die Polizei. Nach Angaben der Beamten warfen sie Pflastersteine, Dosen und Flaschen auf die Einsatzkräfte.

Die Polizei forderte die Mitglieder der Gruppe über Lautsprecher zum Rückzug auf und gab mit Gummigeschossgewehren Warnschüsse ohne Projektile ab. Dennoch sei es den Demonstranten gelungen, die Sicherheitskette zu durchbrechen und bis zu den Polizeifahrzeugen vorzudringen, die dabei beschädigt wurden. Einige Beamte seien geschubst und geschlagen worden. Dies habe schließlich die Polizeieinsätze gegen die Gruppe ausgelöst.

Nach Angaben der Polizei kam es noch zu weiteren gewaltsamen Vorfällen. Einige junge Menschen hätten ein Touristenpaar angegriffen, das zufällig vorbeikam. Als die Frau versuchte, die Szene zu filmen, sei ihr das Mobiltelefon aus der Hand geschlagen und zu Boden geworfen worden.

Videos zeigen Angriff auf Journalisten

Die Demonstration am Sonntagabend war zunächst friedlich verlaufen. Laut Polizeiangaben nahmen 25.000 Personen, laut den Veranstaltern 70.000 Menschen teil. Videos von den Auseinandersetzungen zeigen, wie die Polizeibeamten mit Schlagstöcken auf Menschen prügeln, die den Einsatz lediglich filmten. Unter anderem wurde ein Pressefotograf bei einem der Angriffe durch die Polizei verletzt.

Der Einsatz führte zu großer Kritik. Mehrere der Organisationen, die zu der Demo aufgerufen hatten, riefen noch am Abend zum Rücktritt des Leiters der ständigen Vertretung der Zentralregierung auf den Balearen, Alfonso Rodríguez, auf. Die Zentralregierung ist für die Einsätze der Nationalpolizei zuständig. Rodríguez meldete sich auf X zu Wort: "Mit Sorge verfolge ich die Ereignisse nach der heutigen Demonstration. Es gibt Bilder, die inakzeptabel sind", schrieb Rodríguez. "Ich werde einen umfassenden Bericht über die Einsätze sowie die notwendigen Erklärungen anfordern, damit mögliche Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden. Ich wünsche den Verletzten eine schnelle Genesung."

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