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Wie fehlerhafte Planung dazu führte, dass die Demo gegen den Massentourismus auf Mallorca aus dem Ruder lief

Die Bürgerinitiative 'Menys Turisme, Més Vida' musste kurzfristig einen alternativen Plan für die Abschlussveranstaltung der Demonstration auf Mallorca improvisieren

Vom friedlichen Protest bis zur Attacke auf einen Journalisten: So ist die Demo gegen den Massentourismus auf Mallorca eskaliert

Thomas Fitzner / Johannes Krayer / Redaktion DM

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Zwei Tage nach der großen Demo gegen die negativen Auswirkungen des Massentourismus auf Mallorca, die mit einem überaus harten Polizeieinsatz endete, geht die Ursachenforschung zu den Auseinandersetzungen weiter. Eine der zentralen Fragen ist, warum der Veranstaltungsort Ses Voltes unterhalb der Kathedrale als Zielort für die Demonstration gewählt wurde. Denn hier passen maximal 1.500 Personen rein, ein Bruchteil der Teilnehmerzahl.

Die Bürgerinitiative "Menys Turisme, Més Vida" (Weniger Tourismus, mehr Leben) hatte als Organisator der Demonstration am 10. Juli beantragt, den Protest mit einer Kundgebung in Ses Voltes enden zu lassen. Zunächst schien dies nur schwer möglich, weil der Ort bereits für das Atlàntida Mallorca Film Fest reserviert war. Die Organisatoren nahmen jedoch Kontakt mit dem Festival auf, das ihnen bestätigte, den Ort letztlich doch nicht zu nutzen. Nachdem dieses Hindernis ausgeräumt war, genehmigte die Regierungsdelegation, die für das Sicherheitskonzept zuständig war, sowohl die Route als auch die Abschlussveranstaltung in Ses Voltes. Nach Schätzung der Organisatoren wurden rund 30.000 Teilnehmer erwartet.

Mit der Zustimmung der beteiligten Behörden und der vorgesehenen logistischen Unterstützung durch die Stadtverwaltung von Palma schien alles geregelt zu sein. Doch am Freitagmittag, nur zwei Tage vor der Demonstration, teilte die Nationalpolizei den Organisatoren mit, dass sie ihre Einschätzung geändert habe. Nach einer erneuten Prüfung der erwarteten Teilnehmerzahl und angesichts der großen Empörung über die Festnahme zweier Aktivisten in Santa Maria del Camí kam sie zu dem Schluss, dass Ses Voltes einen derart großen Menschenandrang nicht aufnehmen könne.

Keine Antwort aus dem Rathaus

Dieser Kurswechsel machte es notwendig, unter großem Zeitdruck eine Lösung zu improvisieren. Die Regierungsdelegation schlug vor, die Abschlussveranstaltung in den angrenzenden Parc de la Mar zu verlegen – eine Möglichkeit, die von den Organisatoren nicht ausgeschlossen wurde. Das Problem bestand darin, dass dort eine entsprechende Infrastruktur benötigt wurde, insbesondere eine Stromversorgung. Menys Turisme, Més Vida versuchte nach eigenen Angaben, mit der Infrastrukturabteilung der Stadtverwaltung Kontakt aufzunehmen, um den Bereich entsprechend auszustatten. Eine Antwort habe man jedoch nie erhalten.

Demo gegen den Massentourismus auf Mallorca: So brutal ging die Polizei gegen Demonstranten und Journalisten vor

César Mateu

Da weniger als 48 Stunden vor der Demonstration keine Zeit mehr blieb, einen Alternativplan zu organisieren, einigten sich die Organisatoren und die Regierungsdelegation schließlich darauf, an Ses Voltes festzuhalten. Vereinbart wurde, den Zugang so lange zu ermöglichen, bis die maximale Kapazität erreicht sei. Danach sollten die übrigen Teilnehmer nach und nach in Richtung Parc de la Mar umgeleitet werden. Außerdem wollten die Organisatoren freiwillige Helfer einsetzen, um die Demonstranten zu informieren und Menschenansammlungen zu verhindern. Ein weiterer Teil des Publikums sollte die Veranstaltung von den Rampen, dem Platz neben der Kathedrale und dem oberen Bereich von Ses Voltes aus verfolgen können.

Polizei sperrte den Zugang zu Ses Voltes, obwohl das Gelände noch halb leer war

Die Organisatoren räumen inzwischen selbst ein, dass die Wahl dieses Ortes riskant war, und üben Selbstkritik. Sie geben zu, der Verlesung des Manifests mit der Kathedrale La Seu als Kulisse den Vorrang gegeben zu haben, obwohl ihnen bewusst gewesen sei, dass der Platz nur begrenzte Kapazitäten hatte.

Der Auslöser für den Unmut sei jedoch die Entscheidung der Nationalpolizei gewesen, den Zugang zu sperren, obwohl Ses Voltes noch teilweise leer gewesen sei, wie Bilder belegten. Die Begrenzung auf rund 500 Personen – später wurden zwar noch einige weitere Menschen hineingelassen, allerdings nur wenige – sowie die Schließung der Zugänge, bevor das Gelände augenscheinlich voll war, gehörten zu den Hauptursachen für die Empörung, aus der sich wenig später die angespannte Situation entwickelte.

Die Polizei hatte am Montag erklärt, sie habe an den Zugängen zu Ses Voltes Kontrollen eingerichtet, damit diese Kapazitätsgrenze nicht überschritten werde. Damit sollten Gedränge und Massenpaniken verhindert und im Notfall die Zufahrt für Rettungswagen gewährleistet werden. Die dort eingesetzten Beamten hätten nicht die Anweisung gehabt, den Zugang zu sperren. Vielmehr sollten sie die Menschen nach und nach hineinlassen und gleichzeitig kontrollieren, wie viele Personen sich bereits auf dem Gelände befanden.

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