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Mallorcas freundlichste Gastgeber: Diese vier Servicekräfte begeistern die Gäste

Die waren aber nett! Vier Gesichter der Gastfreunschaft auf der Insel

Die waren aber nett! Vier Gesichter hinter Mallorcas Gastfreunschaft.

Die waren aber nett! Vier Gesichter hinter Mallorcas Gastfreunschaft. / privat

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Sarah López

Sarah López

Die Idee zu unserer aktuellen Leserbefragung kam ... von den Lesern selbst. Konkret den Nutzern unserer Social-Media-Kanäle. Dort erreichten uns Berichte über besonders freundliche Dienstleister. Einige wurden sogar öfter und mit Namen erwähnt. Vier von ihnen wollten wir näher kennenlernen.

Kellnerin und Sprachlehrerin

Vor fünf Monaten wagte Ada Orellana gemeinsam mit ihrem Mann den Schritt in die Selbstständigkeit und eröffnete in Can Picafort das Lokal „Triple A“ – eine Mischung aus Bar, Café und Restaurant. Klein, nahe der Strandpromenade gelegen und bislang durchaus erfolgreich.

Seit 13 Jahren arbeitet die Kubanerin als Kellnerin. Zuvor war sie in verschiedenen Restaurants in der deutschen Urlauberhochburg im Norden Mallorcas beschäftigt. „Vor Kurzem kam ein junger Mann in mein Lokal. Heute ist er 20 Jahre alt, aber ich kenne ihn schon, seit er als Achtjähriger mit seinen Eltern hier Urlaub machte.“

Orellana kam direkt aus Kuba nach Can Picafort. Deutsch und Englisch lernte sie vor allem im Kontakt mit ihren Gästen. Heute dreht sie den Spieß ein wenig um und ist selbst Spanischlehrerin: „Ich versuche, ihnen jeden Tag ein bisschen die Sprache beizubringen“, sagt sie. Dabei geht es oft nur um einzelne Wörter oder kurze Sätze. Umso größer sei die Freude, wenn die Gäste das Gelernte später tatsächlich anwenden könnten. „Sie freuen sich total, wenn sie merken, dass sie etwas, das ich ihnen beigebracht habe, in ein Gespräch einbauen können“, erzählt die Kellnerin, die von ihren deutschen Kunden Anita genannt wird, weil das einfacher zu merken ist.

Die Kellnerin Ada Orellano.

Die Kellnerin Ada Orellano. / privat

Wegen der Nähe zur Strandpromenade gehören viele Urlauber zu ihren Gästen, die nach wenigen Tagen wieder abreisen. Auch wenn es bei einer einmaligen Begegnung bleibe, sei sie stets darum bemüht, dass man sich bei ihr wie in einem zweiten Zuhause fühlt. Inzwischen hat sich Orellana aber auch eine feste Stammkundschaft aufgebaut. „Von jedem weiß ich, wie er seinen Kaffee mag.“ Sich solche Details zu merken, gehöre zum Beruf.

Ebenso wichtig sei es, den Gästen zuzuhören, manchmal komme sie sich wie eine Psychologin vor, und bei einigen war sie gar die Schulter zum Weinen ...

Fast nur Stammkunden

Eigentlich kamen die Deutsche Claudia Schramm und ihr spanischer Mann Luis Alonso nur für ein Praxissemester im Hotelmanagement nach Mallorca. Das war vor 28 Jahren. Heute führen sie gemeinsam das Bistro Mercat in Llucmajor.

Zuvor hatten beide nur in Fünf-Sterne-Hotels gearbeitet. Den hohen Anspruch an die Betreuung der Gäste, den sie dort kennengelernt haben, übertrugen sie auf ihr eigenes Lokal. „Manchmal ist der Service sogar wichtiger als das Essen“, sagt die gebürtige Ravensburgerin.

Für Schramm zeigt sich gute Gastfreundschaft vor allem in den kleinen Dingen. Wenn sie ein Lokal mehrmals besuche und beim dritten oder vierten Mal noch immer nicht wiedererkannt werde, sei das für sie ein schlechtes Zeichen. „Dann kann das Essen noch so gut sein, ich komme nicht wieder.“

Claudia Schramm und Luis Alonso vor ihrem Lokal in Llucmajor.

Claudia Schramm und Luis Alonso vor ihrem Lokal in Llucmajor. / privat

Im Bistro Mercat beginne guter Service bereits bei der Reservierung. Selbst wenn das Lokal aus allen Nähten platze, gehe jemand ans Telefon. Ebenso an freien Tagen, zu Silvester oder zu Weihnachten. „Es geht uns nicht nur darum, dass die Leute gut essen. Wir halten auch immer ein Schwätzchen mit ihnen“, sagt Schramm, die neben Deutsch und Spanisch auch Französisch und Englisch spricht.

Dabei kann sich das Ehepaar auf ein eingespieltes Team verlassen. Die Mitarbeiter sind bereits seit sieben bis zwölf Jahren dabei und tun ihr Möglichstes, um auf die Wünsche der Gäste einzugehen. „Wenn jemand vegan lebt oder kein Gluten verträgt, suchen wir nach einer passenden Lösung“, erklärt Schramm.

Der persönliche Umgang zahlt sich aus: 80 bis 85 Prozent der Gäste sind Stammkunden. Viele von ihnen wohnen weder in Llucmajor noch machen sie dort Urlaub. „Es kommen sogar Leute aus Alcúdia zu uns.“

DIE GRIESGRÄMIGEN SIND SEINE „CHALLENGE“

Christian Florit begann schon als junger Spund in Can Picafort als Kellner zu arbeiten. Heute ist er 37 Jahre alt und blickt auf rund 20 Jahre Berufserfahrung zurück. Im The Sea Hotel by Gruphotel in der Urlauberhochburg im Norden Mallorcas arbeitet er seit dessen Eröffnung im Jahr 2008. Inzwischen ist er dort Chefkellner. „Aber ich bin wie alle anderen ständig unter den Gästen“, betont der Halb-Mallorquiner-Halb-Engländer.

Besonders wichtig ist ihm, sich möglichst viele Details über die Gäste zu merken. Das legt er auch seinen Kollegen immer wieder ans Herz. „Mit Namen bin ich eine Katastrophe, aber Gesichter prägen sich mir ein.“. Bei jedem Gast versuche er sich zu merken, was er gern trinkt. Außerdem plaudert er mit den Urlaubern gern in deren Muttersprache. Neben perfektem Englisch spricht er verhandlungssicher Französisch und Deutsch sowie selbstverständlich Spanisch und Katalanisch. „Die Menschen sind dann immer erstaunt und fühlen sich sofort wohl“, sagt Florit.

Christian Florit, der Chefkellner im The Sea Hotel by Grouphotel.

Christian Florit, der Chefkellner im The Sea Hotel by Gruphotel. / The Sea Hotel by Grouphotel

Am meisten schätzt Florit jedoch die Herausforderungen seines Berufs. Etwa die „Challenge“, unzufriedene oder griesgrämige Gäste doch noch für sich zu gewinnen. Gerade bei der Ankunft seien viele schlecht gelaunt, weil sie von der Reise erschöpft seien. „Dann versuche ich, sie mit meiner Art für mich zu gewinnen“, sagt er. Bei Gästen, die ihre Unzufriedenheit zeigen, achte er besonders auf deren Wünsche und Bedürfnisse. Häufig gelinge es ihm nach und nach, deren Stimmung aufzuhellen. Manche, die während des Aufenthalts zunächst nur gemeckert hätten, bedankten sich am Ende für den Service. Einige kämen im folgenden Jahr sogar wieder. „Das ist für mich das größte denkbare Erfolgserlebnis.“

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