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Safari Mallorca nach dem Neustart: Was sich im Tierpark bereits verändert hat

Ambitionierte Pläne und viele Herausforderungen: Die neuen Betreiber haben vor allem ins Tierwohl und in die Besucherbereiche investiert

Nachwuchs bei den Zebras im Tierpark. Das Ambiente ist bislang wenig spektakulär.

Nachwuchs bei den Zebras im Tierpark. Das Ambiente ist bislang wenig spektakulär. / Yvonne Späne

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Es ist das reinste Tropenparadies mit niedrigen Palmen und Büschen, Feigenbaum, großen Steinen und durchzogen von einem schmalen Wasserlauf. Sogar einen Mini-Strand gibt es, bevölkert von sieben rosafarbenen Flamingos. Wäre nicht das Gitter, das die längliche Anlage in einem hohen Halbbogen überzieht, könnte man die Szenerie auf einem anderen Kontinent, verorten. In diesem Fall ist der Schauplatz jedoch der Tierpark „Safari Mallorca“ bei Sa Coma.

Nachwuchs bei den Zebras, vorerst in wenig spektakulärem Ambiente. Das soll sich ändern.   | FOTO: Y. SPÄNE

Nachwuchs bei den Zebras, vorerst in wenig spektakulärem Ambiente. Das soll sich ändern. | FOTO: Y. SPÄNE

Die Begegnung findet am Ende einer Tour durch das 23 Hektar große Gelände statt. Voller Stolz wird sie von Marco Antonio Otero präsentiert. „Das ist der Bereich, wie wir uns die Zukunft des Parks vorstellen“, sagt der Mann, der im Safari-Team für Design und soziale Medien zuständig ist. Grün und mit Wasser solle es auf dem Areal werden, ohne Gitter. Das Problem dabei: Die Transformation ist nicht von heute auf morgen zu machen. „Das erfordert viel Arbeit.“

Per Hybridzug geht‘s durch die Anlage. | FOTO: YVONNE SPÄNE

Per Hybridzug geht‘s durch die Anlage. | FOTO: YVONNE SPÄNE

Ein Satz, der immer wieder in das Gespräch mit Marco und seinem Kollegen Alberto Llora, fürs Marketing zuständig, einfließt, wenn die Rede von der Zukunft des Tierparks an der Ostküste ist. Der ist vor knapp eineinhalb Jahren in neue Hände übergegangen. „Rain Forest“, eine Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Madrid und Betreiber mehrerer Tierparks und zoologischer Einrichtungen auf dem spanischen Festland, übernahm im Januar 2025 den ehemaligen Safari Zoo mit ambitionierter Agenda. Von einer tiefgreifenden Transformation des zuvor immer wieder in die Kritik geratenen ehemaligen Safari Zoo war die Rede. Das Ziel: ein Ort für Tier- und Naturschutz sowie Umweltbildung zu werden.

Transformation nicht von heute auf morgen

Weitere Details nannte Daniel Pons, neben Geschäftsführerin Ariana Parra einer der Safari-Verantwortlichen, bei einem ersten MZ-Besuch im Mai 2025. Geplant sei, ein modernes, ansprechendes, besucherfreundliches Areal, in dem die Tiere nach den Vorgaben der Europäischen Zoo- und Aquarien-Vereinigung EAZA gehalten werden. Artenschutz und Tierrettung sollen ebenso eine Rolle spielen wie der Fokus auf möglichst naturgetreue Lebensräume. Forschung, Austausch und Vermittlung von Informationen an die Besucher sollten hohen Stellenwert haben. Parallel dazu stand die Wiederherstellung der ursprünglichen Landschaft des Gebiets auf dem Plan.

Was ist seit dem vergangenen Jahr geschehen? „Die größte Investition hat dem Tierwohl gegolten“, sagen Otero und Llora. Schlüsselelemente seien eine hohe Lebensqualität für jedes der vertretenen mehr als 600 Tiere, die Umsetzung eines Programms zur Umweltanreicherung, das das natürliche Verhalten durch „physische, sensorische, ernährungsbedingte und soziale Reize“ fördern soll, um Beispiele zu nennen. Dafür sei auch die Zahl der Mitarbeiter erhöht worden, von zehn auf 50, darunter drei fest angestellte Tierärzte und ein Tierpsychologe.

Eine Menge habe sich zudem bei den Installationen für die Besucher getan, die man an deren Bedürfnisse angepasst habe. Ein erster Referenzpunkt ist der Eingangsbereich, eine baumbestandene Grünanlage mit Bänken und Tischen nebst Foodtruck. Generell habe man die Aufenthaltsbereiche verbessert. Mehr Schatten und mehr Sitzmöglichkeiten zu schaffen, sei ein wichtiges Thema auf der langen To-do-Liste gewesen. „Man kommt nicht nur hierher, um Tiere zu sehen“, sagt Llora. Auch das Drumherum sei wichtig.

"Auch das Drumherum ist wichtig"

Die Investition scheint Früchte zu tragen. Seit der Übernahme durch Rain Forest habe sich die Zahl der Besucher im Vergleich zu 2024 nahezu verdoppelt. In dieser Zeit habe man zahlreiche Verkaufsstellen eingerichtet und arbeite mit vier Reiseunternehmen zusammen. Es gebe viel Nachfrage in den Hotels vor allem an der Ostküste und im Norden, berichten Otero und Llora.

Aber natürlich interessieren bei einer Einrichtung, die die Bezeichnung Safari im Namen trägt, vor allem die Tiere. Einstieg in den grün-cremefarbenen Bimmelzug, der durch den rund 18 Hektar großen Hauptteil des Parks fährt. Mit drei bis vier km/h zuckelt er über die mäandernde Straße. Übrigens ein Hybridgefährt, erst seit diesem Jahr im Einsatz. Die beiden Waggons sind gut gefüllt, überwiegend Familien mit Kindern. Unterwegs viele frei herumlaufende Tiere: Strauße, eine Zebra-Gruppe, ein Junges saugt an den Zitzen seiner Mutter. Elen- und Hirschziegenantilopen, Watussi-Rinder und Gnus, eine Giraffe, an einem hoch aufgehängten Ast knabbernd. Und Paviane, die seelenruhig durch die Gegend trotten, auf einem Steinhügel thronen oder sich provokativ auf ein Autodach setzen.

Landschaftlich bisher wenig spektakulär

Landschaftlich ist die 30-Minuten-Tour weniger spektakulär. Viel trockene Erde und Steine – klar, es ist Sommer –, durchbrochen von Bäumen. Punktuell sieht man neu begrünte Zonen und Baumanpflanzungen. Bisher nicht die große Transformation. Otero verweist auf einen schweren Sturm im Jahr 2001. Viele Bäume seien entwurzelt worden, ein Großteil der Vegetation sei verloren gegangen. Danach habe der Regen den Mutterboden weggespült. Das lasse sich nicht so schnell wiederherstellen. Man fange bei unter null an. Schritt für Schritt werde neue Vegetation geschaffen.

Llora zeigt auf seinem Handy Fotos vom Bioparc Valencia, der ebenfalls unter der Regie von Rain Forest steht. Giraffen, Schimpansen, Elefanten und ein Löwe sind darauf zu sehen, Gras, Felsen, Bäume, Wasser. „Das ist die Vision für hier.“ Man wolle einen Freiraum schaffen mit architektonischen Hindernissen, die aber nicht zu erkennen seien, sodass der Eindruck entsteht, dass die verschiedenen Spezies zusammenleben.

Wie viel Geld man dafür in die Hand nimmt? Eine große Summe, die kenne man aber noch nicht. Auch auf einen Zeitplan lassen sich die Verantwortlichen nicht festnageln, der hänge von vielen Faktoren ab. Immerhin kommt eine Einstufung: „Safari Mallorca ist etwas Einzigartiges.“

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