Tourismus-Proteste gehen weiter: So kreativ haben Aktivisten einen Strand auf Mallorca "verteidigt"
Sonnenschirme und Liegen eines Hotels ließen in einer kleinen Bucht bei Illetes kaum Platz für andere Badegäste. Aus Protest stürmten Aktivisten in bunten Kostümen den Strand

Mit Fahnen und Spruchbändern "eroberten" die Aktivisten die Bucht. / Contrasaig / Instagram
Die Proteste gegen die Auswirkungen des Massen-Tourismus auf Mallorca gehen nach der Groß-Demo vom 26. Juli im Kleinen weiter. Am Montag (3.8.) versammelten sich mehrere Dutzend Aktivisten in Illetes im Gemeindegebiet Calvià, um auf kreative Weise gegen die Privatisierung einer kleinen Bucht zu protestieren.
Kein Platz am Strand
Konkret handelt es sich um den überschaubaren, von Felsen gesäumten Sandstrand Sa Cova de sa Grava, hinter dem der Hotelkomplex Gran Melià liegt. Wie auf einem Instagram-Video zu sehen ist, hatte die Hotelleitung in der kleinen Bucht Sonnenschirme und Liegen für ihre Gäste aufbauen lassen - so viele, dass kaum noch Platz für andere Strandgäste übrig war.

Zahlreiche Aktivisten nahmen an der Protestaktion teil / Contrasaig / Instagram
Genau das störte die Aktivisten - schließlich sind Strände und unmittelbare Küstenbereiche in Spanien per Gesetz öffentlich. Wie auf dem Video zu sehen ist, stürmten die Protestler am Montag die Bucht - verkleidet als Krebse, die über die Felsen stiegen, und Kormorane, die über das Wasser angepaddelt kamen.
Sie breiteten Banner aus, schwenkten Fahnen und zogen so die Aufmerksamkeit der Hotelgäste und des Personals auf sich. Auch einen Teil des direkt an den Felsen montierten metallenen Schriftzug des Hotels verdeckten sie zeitweise mit einem Spruchband.
"Ohnmacht und Resignation"
Protestler verschiedener Bürgerplattformen und Vereinigungen - darunter Menys Turisme, Més Vida (der Veranstalter der Groß-Demo), Arran Mallorca und die antikapitalistische Gruppe Coordinadora Anticapitalista de Manacor - teilten das Video bei Instagram. Federführend bei der Aktion war allerdings das Kollektiv Contrasaig, das schon mehrfach aufmerksamkeitswirksame Protestaktionen auf Mallorca veranstaltet hat.

Auch auf Kormoranen paddelten die Aktivisten in die Bucht / Contrasaig / Instagram
Die Teilnehmer kritisierten in den sozialen Medien, dass die Bebauung zunehme und die Natur zurückgedrängt werde. Zudem verwiesen sie auf die Wasserknappheit auf Mallorca. Während Wasser vielerorts fehle, werde es ihrer Ansicht nach weiterhin für Schwimmbäder und Golfplätze verbraucht.
Angesichts von „Ohnmacht und Resignation“ habe die Gruppe nun „einen Schritt nach vorn“ gemacht, um Raum zurückzugewinnen. „Wir werden den Finger auf die Verantwortlichen richten, Entscheidungen anfechten und das Gebiet befreien, um das Leben zu verteidigen“, heißt es.
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