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Mallorca bekommt seinen ersten Supercomputer: Was „Talaia“ alles leisten kann - und wem das was bringt

Der erste Supercomputer der Balearen steht im ParcBit und kann 1.700 Mal soviel wie ein Laptop. Und die Küste muss sich beobachtet fühlen ...

Mallorcas Technologiepark ParcBit bei Palma: Hier steht Talaia, und hier ist – noch – der Sitz des Balearischen Küstenbeobachtungssystems.   | FOTO: B. RAMON

Mallorcas Technologiepark ParcBit bei Palma: Hier steht Talaia, und hier ist – noch – der Sitz des Balearischen Küstenbeobachtungssystems. | FOTO: B. RAMON

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E. CASANOVA

Die Balearen verfügen seit Kurzem über ihren ersten Supercomputer. Die Balearen-Uni (UIB) und die balearische Landesregierung haben im Technologiepark ParcBit das Zentrum für Supercomputing und Künstliche Intelligenz der Balearen (BSAI) vorgestellt. In das Projekt wurden 2,36 Millionen Euro investiert. Damit gehören die Balearen nun zu den spanischen Regionen mit der größten Supercomputing-Kapazität.

Die neue Infrastruktur wurde in mehreren Etappen aufgebaut. Ein Teil der Anlagen wurde bereits 2025 installiert, die Inbetriebnahme wurde im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen. Nach Angaben der Verantwortlichen verfügt Talaia über eine Rechenleistung, die der von 1.300 bis 1.700 gleichzeitig betriebenen Laptops entspricht. Dadurch lassen sich hochkomplexe wissenschaftliche Fragestellungen mithilfe von Millionen paralleler Rechenoperationen bearbeiten.

Auch die Wirtschaft rechnet

Der Supercomputer wird sowohl der wissenschaftlichen Gemeinschaft als auch der Wirtschaft zur Verfügung stehen. Zu den Anwendungsgebieten zählen unter anderem Astrophysik, Genomik, Molekulardynamik, Biomedizin, Finanzwissenschaften sowie die fortgeschrittene Bild- und Datenanalyse. Darüber hinaus soll die Infrastruktur die Entwicklung neuer Methoden im Bereich der künstlichen Intelligenz unterstützen.

Der Supercomputer trägt den Namen Talaia, der von Schülerinnen und Schülern der sechsten Klasse der Grundschule CEIP Tramuntana in der Inselhauptstadt ausgewählt wurde. Sie hatten einen von der UIB veranstalteten Schulwettbewerb gewonnen. Als Preis gab es T-Shirts ...

Weitere Forschungsprojekte

Nahezu zeitgleich wurde das neue Gebäude des Balearischen Küstenbeobachtungssystems (Sistema de Observación Costera de las Illes Balears) vorgestellt, das im letzten Quartal des Jahres in Betrieb genommen werden soll. Es befindet sich auf dem Moll Vell, der alten Mole in Palma, und löst den alten Hauptsitz im schon erwähnten ParcBit ab. Im Wesentlichen ist SOCIB eine von der öffentlichen Hand betriebene Forschungsplattform für die Beobachtung des westlichen Mittelmeers. So können Wissenschaftler die von SOCIB ermittelten Daten für Studien abrufen, beispielsweise zur Erwärmung des Meeres infolge des Klimawandels.

Spanienweites Netzwerk

Wenig beachtet von der Öffentlichkeit bildet sich auf Mallorca eine beachtliche wissenschaftliche Infrastruktur. Die Landesregierung hat 4,5 Millionen Euro in das Gebäude investiert, das Platz für 120 Personen an wissenschaftlichem und Hilfspersonal bietet.

Zu den interessantesten Projekten gehören „digitale Zwillinge“ des Mittelmeers, also Computermodelle, die mit einer immer größeren Datenfülle Vorgänge des Meeres quasi nachbauen und daher für Simulationen zur Erstellung von Prognosen hinsichtlich zukünftiger Entwicklungen eingesetzt werden können.

Die dafür benötigten Daten stammen aus einer wachsenden Zahl technischer Hilfsmittel wie stationärer Sensoren, Messbojen, aber auch Satellitendaten oder Unterwasserdrohnen. Für die Verarbeitung dieser Daten sind Rechenanlagen wie die soeben im ParcBit vorgestellte notwendig.

Die erarbeiteten Datenmengen sind nicht nur Wissenschaftlern im Elfenbeinturm zugänglich, sondern zum Beispiel auch Behörden und Firmen, die sich auf die konkreten Auswirkungen des Klimawandels in einer bestimmten Region einstellen müssen.

SOCIB ist Bestandteil eines spanienweiten Netzwerks wissenschaftlicher Einrichtungen, zu denen auch die astronomischen Observatorien der Kanaren und die Radioteleskope in Andalusien gehören. Geleitet wird SOCIB von Emma Heslop, die in Großbritannien aufgewachsen ist, dort studiert und unter anderem für die Unesco Forschung betrieben hat.

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