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Zehntausende sahen die Sonnenfinsternis an der Playa de Palma, doch die Geschäfte melden miese Umsätze

Geschäftsleute an der Playa de Palma äußern sich enttäuscht über die Umsatzzahlen trotz des großen Besucheraufkommens während des Himmelsereignisses

Nur in den Himmel geschaut, nix konsumiert: SoFi-Besucher an der Playa de Palma.

Nur in den Himmel geschaut, nix konsumiert: SoFi-Besucher an der Playa de Palma. / B. Ramon

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Einen Tag nach der Sonnenfinsternis ist an der Playa de Palma am Donnerstag (13.8.) wieder die Normalität zurückgekehrt. Auf der Autobahn bildeten sich wie jeden Tag Staus, und auch die Zufahrt zur Plaça de les Meravelles war wieder beschwerlicher. Vom größten Sicherheitseinsatz, den es in dem Gebiet je gegeben hatte, war kaum noch etwas zu sehen.

Doch die Bilanz des astronomischen Ereignisses überrascht viele Geschäftsleute auch noch heute: Obwohl sich rund 60.000 Menschen am Meer versammelt hatten, verzeichneten zahlreiche Betriebe den schlechtesten Umsatz des Monats.

Volle Strände, leere Geschäfte

Der Strand war brechend voll, an der Promenade kaum noch Platz. Doch die meisten Besucher waren nicht zum Konsumieren gekommen, sondern um in den Himmel zu schauen. Viele Händler hatten sich dagegen Rekordgeschäfte versprochen. „Wir hatten deutlich höhere Erwartungen. Es waren viele Leute da, aber von einem Ansturm konnte keine Rede sein“, sagt Jonathan vom Spar an der Plaça de les Meravelles.

Er hatte mehr Ware als üblich bestellt, weil er mit stark steigenden Verkäufen gerechnet hatte. Doch daraus wurde nichts. „Nach der Sonnenfinsternis kamen zwar etwas mehr Leute, aber insgesamt war es ein ganz normaler Sommertag.“

Schlechtester Tag des Monats

Auch im nahe gelegenen Tabakladen erfüllten sich die Hoffnungen nicht. „Es war schlechter als jeder andere Tag in diesem Monat. Wir dachten, es würde einen Ansturm geben, aber nichts“, sagt María José. Viele Kunden fragten lediglich nach zertifizierten Sonnenfinsternis-Brillen, die jedoch bereits ausverkauft waren. Um 19.30 Uhr schloss das Geschäft.

Hatten sich offenbar ihr Picknick von zu Hause mitgebracht: Finsternis-Gucker an der Playa de Palma.

Hatten sich offenbar ihr Picknick von zu Hause mitgebracht: Finsternis-Gucker an der Playa de Palma. / B. Ramon

In der Schmuckhandlung Demi hatte man ebenfalls mit deutlich mehr Kundschaft gerechnet. „Es war viel zu ruhig. Die Leute kamen zwar in die Gegend, blieben aber am Strand. Wir dachten, es würden viel mehr Menschen durch die Straßen laufen“, sagen Mónica und Natalia.

Sie vermuten, dass auch der massive Sicherheitseinsatz manche abgeschreckt haben könnte. „Es wurde im Vorfeld so dramatisch dargestellt, dass viele beschlossen haben, sich gar nicht erst zu bewegen.“ Zehn bis 15 Minuten nach Ende der Sonnenfinsternis hatten die meisten Besucher die Gegend bereits verlassen.

Mehr Betrieb im Restaurant Blau

Anders lief es im Restaurant Blau. „Wir hatten etwas mehr zu tun als an einem normalen Tag“, berichten Silvana und Verónica. Wegen der Hitze war Wasser besonders gefragt. Als die totale Verfinsterung begann, verließen die Gäste ihre Tische und gingen zum Strand, um das Schauspiel zu sehen. Anschließend kehrten sie zurück und setzten ihr Essen fort. „Ich habe das Bild des Lichtrings immer noch vor Augen“, sagt eine der beiden bewegt.

In der Parfümerie Aures lagen die Umsätze im normalen Bereich, doch in Erinnerung bleibt vor allem das Erlebnis selbst. „Wir haben es von der Tür aus gesehen. Es war sehr emotional“, sagt Maria Antònia. Besonders beeindruckt habe sie nicht nur die Dunkelheit, sondern auch die Stille.

„Ohne Verkehr fühlte es sich an wie früher. An einem normalen Tag wirkt es hier mit all den Lastwagen fast wie ein Gewerbegebiet.“ Zu Beginn der Totalität ließ sogar jemand die Musik aus „Star Wars“ erklingen.

Mehr Nachfrage nach Fahrrädern

Auch Ricky’s Cars bemerkte ein verändertes Verhalten der Besucher. Über weite Teile des Tages lief das Geschäft wie üblich, doch gegen Abend stieg die Nachfrage nach Fahrrädern für Fahrten nach Cala Blava oder Cap Blanc. „Viele wussten nicht, wohin sie gehen sollten, und haben sich schließlich ein Fahrrad gemietet“, heißt es dort.

Sogar ein Kunde aus Cala Pi meldete sich, weil er kurz vor den 90 Sekunden Dunkelheit einen Platten hatte. „Ich weiß nicht, wie er es geschafft hat, aber am nächsten Morgen war das Fahrrad wieder hier.“

Darin liegt vielleicht der größte Widerspruch dieses Tages: Zehntausende Menschen kamen an die Playa de Palma, doch für einige Stunden funktionierte sie nicht wie ein gewöhnliches Urlaubsziel. Die Besucher suchten weder den nächsten Einkauf noch die nächste Runde Getränke. Sie suchten lediglich einen guten Platz mit freiem Blick zum Himmel. Und für 90 Sekunden wurde alles andere nebensächlich.

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