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Mit Stuhl und Kugelschreiber gegen den Massentourismus: Neuer Protest in Palma angekündigt

Nach der Großdemonstration „Mallorca al Límit“ fordern Umweltschützer nun ein Gespräch mit der balearischen Regierung über das Tourismusmodell

Madó Farta mit den Mirorganisatoren des Protests, Tona Fuster und Joan Moranta.

Madó Farta mit den Mirorganisatoren des Protests, Tona Fuster und Joan Moranta. / Manu Mielniezuk

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Enrique Casanova

Die für ihre stillen Proteste mit Bauerntracht und Totenkopfmaske bekannte Aktivistin Madò Farta hat gemeinsam mit den Umweltorganisationen GOB und Terraferida zu einem Protest am Samstag (29.8.) in Palma aufgerufen. Die Initiatoren wollen damit das ihrer Ansicht nach herrschende „Schweigen“ der balearischen Landesregierung und des Inselrats von Mallorca angesichts der touristischen Überlastung der Insel anprangern. Die Aktion soll sich bewusst von klassischen Demonstrationen unterscheiden.

Beginn ist um 19 Uhr auf der Plaça d’Espanya, wo zunächst eine Kundgebung stattfindet. Von dort aus ziehen die Teilnehmer durch die Straßen der Innenstadt bis zum Consolat de Mar, dem Sitz der balearischen Landesregierung. Die Organisatoren bitten die Teilnehmer, einen Stuhl, einen Kugelschreiber sowie ein weißes, rotes oder grünes T-Shirt mitzubringen.

Wünsche auf einen Zettel schreiben

Während des Zuges sollen außerdem Blätter verteilt werden, auf denen die Bürger aufschreiben können, welches Mallorca sie sich für die Zukunft wünschen. Freiwillige sammeln die Botschaften anschließend ein und bringen sie zum Consolat de Mar. Nach der Planung der Organisatoren sollen bewusst nur die Helfer bis zu dem Gebäude gehen. Eine weitere Kundgebung vor dem Regierungssitz oder das Verlesen eines Manifests sind dort nicht vorgesehen.

„Überfülltes Mallorca, vertriebene Anwohner“: Madó Farta bei einem ihrer Auftritte.

„Überfülltes Mallorca, vertriebene Anwohner“: Madó Farta bei einem ihrer Auftritte. / Joan Mora

Bei der Vorstellung der Aktion zeigte Madò Farta mehrere Transparente mit Aufschriften wie „seguim lluitant“ („Wir kämpfen weiter“), „no afluixam“ („Wir lassen nicht locker“) und „salvem Mallorca“ („Lasst uns Mallorca retten“). Damit wollen die Veranstalter den Protest gegen das derzeitige Tourismusmodell fortsetzen.

Bitte um Treffen blieb unbeantwortet

Die neue Mobilisierung folgt auf die Demonstration „Mallorca al Límit“ vom 26. Juli. Nach Angaben der Veranstalter gingen damals mehr als 70.000 Menschen auf die Straße, um angesichts der zunehmenden Touristifizierung der Insel einen Kurswechsel zu fordern. Nach der Demonstration baten GOB und Terraferida um Gespräche mit der balearischen Ministerpräsidentin Marga Prohens und dem Präsidenten des Inselrats, Llorenç Galmés. Nach Darstellung der Organisationen haben diese Treffen bislang nicht stattgefunden.

Der GOB-Vorsitzende Joan Moranta betonte, Ziel der neuen Aktion sei es, „dass den Bürgern zugehört wird“. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass es „nicht erneut zu Zusammenstößen oder Polizeieinsätzen“ komme. Bislang stünden der Organisation nach seinen Angaben rund 30 freiwillige Helfer zur Verfügung. Moranta hoffe, dass „viele Menschen kommen“.

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