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Streit um Palmas Flaniermeile Born: Jubelnde Tourismuskritiker, enttäuschte Gastronomen – und das Rathaus gibt der Polizei die Schuld

Der Streit um die Nutzung des öffentlichen Raums in Palma eskaliert erneut wegen einer geplanten Kundgebung am Passeig del Born

Mallorcas Prachtboulevard schlechthin: der Paseo del Borne (Passeig del Born).

Mallorcas Prachtboulevard schlechthin: der Paseo del Borne (Passeig del Born). / Foto: Bendgens

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Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Der Streit um die Nutzung des öffentlichen Raums in Palma geht in die nächste Runde. Grund für die neuen Debatten ist die Anordnung, am Mittwochabend (26.8.) die Außenbereiche am Passeig del Born zu räumen, um eine Kundgebung des Kollektivs Bruzzit zu ermöglichen. Die tourismuskritische Gruppe veranstaltet im Sommer jeden Mittwochabend ein sogenanntes sopar a la llesca. Dabei kommen die Bewohner der Stadt zusammen, stellen Tische an einem öffentlichen Platz auf und essen gemeinsam zu Abend, spielen Karten und verbringen Zeit in einem Raum, der in den vergangenen Jahren immer mehr von touristischen Betrieben eingenommen wurde.

Dies war für Mittwoch am Born geplant. Doch das Rathaus verweigerte die Genehmigung. Einen solchen Fall hatte es einige Wochen zuvor am Rathausplatz Plaça de Cort gegeben. Auch da hatte die Verwaltung Einspruch erhoben. Das Kollektiv "rächte" sich, indem es für die gleiche Zeit zu einer Protestkundgebung am gleichen Ort und zur gleichen Zeit aufrief. Die Genehmigung dafür wird nicht vom Rathaus erteilt, sondern von der Delegation der Zentralregierung. Die gab das Okay.

Dieses Spiel wiederholte sich nun an der Flaniermeile Passeig del Born. Statt eines öffentlichen Abendessens gibt es nun einen "Protestspaziergang." Anfang der Woche wurden die Restaurants aufgefordert, die Terrassen am Mittwochabend zu räumen. Das stieß auf Kritik, da die Gastronomen der Ansicht sind, dass die Kundgebung und der Betrieb der Lokale ohne weiteres parallel verlaufen könnten.

Rathaus schiebt die Schuld auf die Polizei

Das Rathaus sah sich am Mittwochmorgen daraufhin zu einer Stellungnahme genötigt. In eine Pressemitteilung betonte die Stadtverwaltung, man habe nichts mit der Order zu tun. Stattdessen habe die Nationalpolizei die Anweisung erteilt – und schickte das Polizeischreiben gleich mit. Zur Begründung dieser präventiven Maßnahme wird auf die Vorfälle bei der Demonstration vom vergangenen 26. Juli verweisen. Laut der Mitteilung der Nationalpolizei an die Stadtverwaltung habe diese Protestaktion „zu direkten Konfrontationen in Bereichen geführt, die von Außenterrassen eingenommen wurden“. Dabei sei es zu Auseinandersetzungen, Beschimpfungen und angespannten Situationen mit Gästen und Mitarbeitern der Gastronomiebetriebe am Passeig del Born gekommen. Auslöser sei die Nutzung des öffentlichen Raums gewesen.

Die Nationalpolizei hält zudem für relevant, dass das erklärte Ziel der aufrufenden Gruppen die „Befreiung des öffentlichen Raums“ sei und sich der Protest gegen die Nutzung öffentlicher Flächen durch Außenterrassen richte. Daher warnt sie vor einem möglichen Risiko direkter Konfrontationen mit den Gastronomiebetrieben entlang der Route der Kundgebung.

Bei Brunzzit wurde die Entscheidung mit Frohlocken quittiert. Auf Instagram schrieb die Gruppe: "Wisst ihr, was das bedeutet? Dass heute der Passeig del Born zum Spazieren und Abendessen freigegeben ist. Es wird weder Tische noch Stühle geben, also kommt dementsprechend vorbereitet."

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