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Einen Abend lang mal nicht nur Urlauber: Mallorquiner erobern ihren Passeig del Born zurück

Nachdem die Stadt die Genehmigung für ein Abendessen unter freiem Himmel verweigerte, meldete die Initiative Brunzit die Veranstaltung als Kundgebung an und feierte das Fest auf dem öffentlichen Platz

Gut gefüllt war der Passeig del Born zum "Sopar a la llesca".

Gut gefüllt war der Passeig del Born zum "Sopar a la llesca". / Guillem Bosch

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Mallorca und die Mallorquiner erobern den Passeig del Born wieder für sich zurück: Hunderte Menschen haben am Mittwochabend (26.8.) auf Palmas sogenannter „Goldener Meile“ beim letzten von der tourismuskritischen Initiative Brunzit organisierten „Sopar a la Llesca“ gegessen und flaniert, mit dem gegen die zunehmende Privatisierung des öffentlichen Raums protestiert wurde.

Die Stimmung war familiär, viele Kinder und ältere Menschen waren gekommen. Zwei Mannschaftswagen der Nationalpolizei begleiteten die Veranstaltung – und sorgten indirekt für etwas, das Brunzit seit Monaten fordert: Die Terrassenbewirtung auf dem Born mussten verschwinden.

Beim "Sopar a la llesca".

Beim "Sopar a la llesca". / Guillem Bosch

Alles blieb friedlich

Auslöser war ein Polizeibericht, der vor möglichen „Nötigungen, Sabotageakten oder direkten Konfrontationen mit Gastronomiebetrieben“ warnte. Das Rathaus reagierte darauf mit der Anordnung, die Stühle und Tische der Bars und Restaurants für den Abend abzubauen. Bei den bisherigen „Sopar a la Llesca“-Aktionen war es allerdings zu keinen derartigen Vorfällen gekommen.

Für Brunzit galt der Born bislang als eine Art verbotener Ort. „Es gibt Plätze, die nach willkürlichen Kriterien tabu sind, etwa die Plaça Cort oder der Born. Beim Rathausplatz hat man uns nie klar erklärt, warum die Veranstaltung abgesagt wurde. Wir glauben, dass ihnen schlicht das Bild nicht gefiel, das dort entstehen könnte“, heißt es von der Initiative, die bewusst ohne öffentlich auftretende Sprecher arbeitet.

Auch gespielt wurde beim gemeinsamen Abendessen.

Auch gespielt wurde beim gemeinsamen Abendessen. / Guillem Bosch

"Heute gehört der Born uns"

Nachdem die Stadt keine Genehmigung für ein „Sopar a la Fresca“, also ein Abendessen unter freiem Himmel, erteilt hatte, meldeten die Organisatoren die Veranstaltung kurzerhand als Kundgebung bei der Vertretung der spanischen Zentralregierung auf den Balearen an. So konnten sich die Teilnehmer erneut an einem Mittwochabend im öffentlichen Raum treffen. Dass gleichzeitig die Terrassen verschwanden, bezeichnete Brunzit als glücklichen Zufall.

„Heute gehört der Born uns“, sagte Lleonard Oliver, der einen großen Topf Trampó mitgebracht hatte und sich mit Freunden auf einem Pareo auf dem Boden niederließ. Er hatte bereits an mehreren der gemeinsamen Abendessen teilgenommen.

Trotz der Warnungen im Vorfeld blieb die Atmosphäre ausgesprochen ruhig. Die Menschen kannten sich, mallorquí war die vorherrschende Sprache, und ohne die Gastronomieterrassen wirkte der Born für manche fast wie früher.

Je später der Abend, desto mehr füllte sich der Passeig del Born.

Je später der Abend, desto mehr füllte sich der Passeig del Born. / Guillem Bosch

Letzter Akt dieses Sommers

„Seit fast 15 Jahren war Katalanisch hier nicht mehr die dominante Sprache“, sagte Lluís Gené. Früher seien vor allem Einwohner Palmas über den Born spaziert, heute überwiegend Touristen. Für ihn seien die „Sopar a la Llesca“ deshalb auch „eine Möglichkeit, Gemeinschaft zu schaffen und das Viertel zusammenzubringen“.

Damit endet eine Initiative, die seit ihrem Start jeden Mittwoch einen anderen Platz in Palma für einige Stunden zurückerobern wollte – Orte, die früher stärker zum Alltag der Mallorquiner gehörten und heute vor allem bei Besuchern besonders beliebt sind.

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