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Günstig und nachhaltig: So will eine gemeinnützige Energiegenossenschaft die Stromkosten auf Mallorca senken

Eine neue gemeinnützige Energiegenossenschaft will gemeinschaftliche Solarparks bauen – und unter den Paneelen zum Beispiel Paprika anbauen

Landwirtschaft meets Fotovoltaik: So oder so ähnlich könnten die geplanten „Agrivoltaica“-Projekte aussehen.

Landwirtschaft meets Fotovoltaik: So oder so ähnlich könnten die geplanten „Agrivoltaica“-Projekte aussehen. / Montage: Comunitat Energètica Llevant

Sophie Mono

Sophie Mono

Den Strom selbst durch Fotovoltaik zu erzeugen, ist attraktiv. Doch so manche Balearen-Bewohner haben nicht genug Geld oder Platz, um eine Solaranlage an ihrem Haus zu installieren. Genau diese Leute will die neue Comunitat Energètica Llevant ansprechen. Die erste gemeinnützige Energiegenossenschaft der Balearen plant gleich mehrere Projekte, bei denen Verbraucher gemeinsam Strom aus Sonnenenergie gewinnen können.

Die Idee für die Initiative kam bereits vor mehr als zwei Jahren auf. Eine Gruppe junger Unternehmer aus dem Osten der Insel („Llevant“) überlegte, wie man die neuen Gesetze zur kollektiven Eigenerzeugung erneuerbarer Energien nutzen könnte, um die Kosten für die Verbraucher zu senken. „Gleichzeitig wollen wir die lokale Landwirtschaft ankurbeln“, sagt Joan Amengual, der in Manacor selbst in der Solarenergie-Branche tätig ist. Ebenfalls federführend mit im Boot: Albert Ferrer von der Landwirtevereingung Cooperativa d’Artà.

Schatten für Landwirtschaft nutzen

Schnell stand das Konzept der Agrivoltaica (zu Deutsch: Agri-FV) im Raum: Solarpaneele werden auf landwirtschaftlich nutzbarer Fläche aufgestellt. Der Schatten unter den Platten wird für den Anbau von Pflanzen genutzt, die es schattig mögen – ein doppelter Ertrag also. „In Nordeuropa ist das Konzept verbreitet, auf Mallorca dagegen noch in den Kinderschuhen. Wir haben lange überlegt, was sich hier am besten auf solchen Flächen anbauen lässt“, sagt Amengual. Letztlich sei man unter anderem auf die Paprikasorte Pebre Bord Tap de Cortí gestoßen.

Parallel dazu fuchsten sich die Initiatoren in die Gesetzeslage ein, nahmen Gespräche mit Behörden und Grundbesitzern auf, und stellten schließlich Anträge auf entsprechende Fördergelder der EU. „Die Hälfte der Investitionssumme wollen wir subventioniert bekommen, die andere Hälfte steuern wir selbst bei“, sagt Amengual. Durch Mitgliedsbeiträge, bemessen an dem jeweiligen Stromverbrauch, sollen die Anschaffungskosten gedeckt werden. „Es geht nicht darum, Profit zu machen, sondern nur darum, die Ausgaben zu decken. Da keine Gewinnmarge besteht, können die Mitglieder den Strom günstiger bekommen als bei gewinnorientierten Unternehmen“, sagt Joan Amengual.

Warten auf EU-Subventionen

Zunächst plant die Genossenschaft gut ein Dutzend kleinere Solarparks auf Flächen von rund 1.000 Quadratmetern, die jeweils eine Kapazität von 100 Kilowatt haben. Die Niederspannungsanlagen sollen den Strom direkt ins bestehende Verteilungsnetz einspeisen.

Ganz konkret hat sich die Genossenschaft schon zwei Flächen im Gemeindegebiet Artà und eine in Manacor ausgeguckt. „Wir konzentrieren uns zunächst auf die Llevant-Region, es kann aber auch darüber hinaus gehen“, so Amengual. Aktuell sei man noch in der Warteschleife: Werden die EU-Zuschüsse bewilligt? Und geben die jeweiligen Grundstücksbesitzer und Gemeinden ihr Okay? Fragen, die sich in den kommenden Monaten klären sollten. „Der Aufbau geht dann schnell.“ Bis Ende des Jahres wolle man die ersten Parks in Betrieb nehmen.

Interessenten können sich unverbindlich auf eine Warteliste setzen lassen. Mehr Infos auf www.comunitatenergeticallevant.com

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