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Kosten, Installation, Effizienz: Was taugt eine mobile Klimaanlage auf Mallorca?

Wer noch schnell eine Klimaanlage braucht, muss mit langen Wartezeiten rechnen. Oder auf die B-Lösung setzen

Die verschiedenen Klimageräte sind derzeit gefragt.

Die verschiedenen Klimageräte sind derzeit gefragt.

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Ralf Petzold

Ralf Petzold

Die erste Hitzewelle des Jahres hat einen Vorgeschmack auf den restlichen Mallorca-Sommer geliefert. In den kommenden zwei Monaten könnten die Tageshöchstwerte nicht mehr unter die 30-Grad-Marke fallen. Tropennächte werden die Regel. Ohne technische Hilfsmittel ist die Sommerhitze auf der Insel kaum aufzuhalten. Wer allerdings jetzt erst anfängt, sich darum zu kümmern, muss wohl mit der B- oder C-Lösung leben.

Sobald die Temperaturen steigen, haben die auf Klimatechnik spezialisierten Firmen auf Mallorca Hochbetrieb. „Aktuell liegt die Wartezeit zwischen zwei und sechs Wochen“, sagt Yasin Kizrak von Kälte Klima Peters in Llucmajor. „Bei extremen Hitzeperioden kann es auch noch länger dauern.“ Bei knapp 40 Grad ist Warten für die meisten Menschen keine Option. Die fixen Klimaanlagen gibt es zwar im Baumarkt zu kaufen. Wie in Deutschland dürfen sie aber auch auf der Insel nur vom Fachmann installiert werden. „Für ein typisches Split-Klimagerät mit einem Innengerät liegen die Kosten inklusive Montage meist zwischen 1.500 und 3.000 Euro. Je nach Leistung, Hersteller und Montageaufwand auch darüber“, sagt Kizrak. An den Kompressor außen können bis zu sechs Innengeräte angeschlossen werden. Das treibt die Kosten aber in die Höhe.

Mobile Klimaanlagen

Der Vorteil der mobilen Klimaanlagen liegt auf der Hand: Wie der Name sagt, sind sie nicht an einem Ort fest installiert. Die Pinguine, wie sie in Spanien genannt werden, lassen sich von einem Raum in den anderen tragen oder rollen. Mitunter sind sie aber an die 40 Kilogramm schwer. Im Gegensatz zur fest installierten Klimaanlage ist keine Genehmigung des Vermieters oder der Wohngemeinschaft notwendig. In der Anschaffung sind die Kästen vergleichsweise günstig. Im Obramat in Palma gab es zuletzt ein Angebot in Höhe von 149 Euro.

Eine mobile Klimaanlage.

Eine mobile Klimaanlage. / Archiv: DM

Nun zur sehr, sehr langen Liste der Nachteile. Theoretisch sind die Klimaanlagen zwar verstellbar, praktisch tut sich keiner den Aufwand an. Denn die Pinguine stoßen im Idealfall zwar kalte Luft aus, müssen aber auch heiße Luft auspusten. Diese wird über einen Schlauch geleitet, der aus dem Fenster gehangen wird. Um diese Installation halbwegs luftdicht zu bekommen, ist meist mehr als nur Friemelei nötig. Die mitgelieferten Fensterkitts taugen selten etwas. Meist erhitzt sich zudem der Schlauch und ist eine zusätzliche Wärmequelle. Nutzer klagen oft auch, dass das Kondensationswasser zu oft gewechselt werden muss.

Die wohl größten Hürden sind aber die Leistung und vor allem die Lautstärke. Die Pinguine brüllen regelrecht. Es mag Menschen wie den Chefverkäufer der Klimageräte im Obramat geben, die mit Krach schlafen können. Der Normalo bekommt aber kein Auge zu, wenn gefühlt ein Presslufthammer neben dem Bett rumort. Laut Hersteller sollte das 149 Euro teure Gerät mit 45 Dezibel deutlich leiser sein als die Modelle der Konkurrenz. Beim MZ-Test stand der Redakteur nachts im Bett. Die meisten mobilen Klimaanlagen kommen laut Fabrikant auf 65 Dezibel. Das wird mit einer normalen Unterhaltung verglichen – wohl eher von laut schreienden spanischen Landsleuten.

Achtung: „Gerät ist zu laut“ gilt bei den Herstellern nicht als Reklamiergrund. Dafür besser die mangelnde Leistung anführen. Die Pinguine sind für eine vorgeschriebene Quadratmeterzahl ausgelegt. Diese sollte man nicht zu knapp kalkulieren und lieber ein Gerät einer höheren Leistungsklasse kaufen.

„In der Vergangenheit kam kaum einer der von uns getesteten Monoblöcke über ein Ausreichend hinaus“, sagt Roman Schukies von der Stiftung Warentest der deutschen Presseagentur dpa. „In puncto Effizienz sind sie so schlecht, dass wir sie seit mehreren Jahren gar nicht mehr testen. Sie verbrauchen im Verhältnis zur Kühlleistung zu viel Strom.“ Im Vergleich zur fest installierten Klimaanlage sind es an die sieben Mal mehr. Selbst der Obramat-Verkäufer meinte, dass man gut und gerne 25 Prozent auf die Stromrechnung draufschlagen müsse. Wer kann, sollte mit einer Solaranlage dagegen halten. „Mobile Klimaanlagen sind als Übergangslösung okay“, meint Yasin Kizrak. An der Anschaffung einer fest installierten Klimaanlage führe aber kein Weg vorbei.

Ventilatoren

Die Mallorquiner schwören auf Deckenventilatoren zum Schlafen. Die Anschaffung lohnt sich tatsächlich. Die Kosten sind sehr niedrig, auch optisch machen die Wedler was her. In den Baumärkten gibt es Modelle für unter 100 Euro, in Fachgeschäften sind bei den Designergeräten keine Grenzen gesetzt.

Macht doch was her so ein Deckenventilator.

Macht doch was her so ein Deckenventilator. / Cabrera

Statt dem brüllenden Pinguin surren die Ventilatoren leicht und erzeugen einen angenehmen Luftzug direkt von oben. Die Geschwindigkeit ist verstellbar. Natürlich gibt es keine direkte Abkühlung, und besonders in Tropennächten wird die Sehnsucht nach einer Klimaanlage groß. Dafür sind die Deckenventilatoren an einem Tag kauf- und installierbar. Obacht: Das Anbringen ist für Leute mit zwei linken Daumen knifflig. Im Notfall am besten ein Tutorial auf Youtube suchen. Grundsätzlich werden die Deckenventilatoren anstatt einer Leuchte angebracht und an den Strom angeschlossen. Die Lampe ist in die Geräte eingebaut. Nicht zu vernachlässigen ist das hohe Gewicht der Ventilatoren. Mitunter reichen die Dübel bei den dünnen mallorquinischen Decken nicht aus, um es zu tragen.

Die meisten Deckenventilatoren haben auch einen Rückwärtsgang für den Winter. Damit sollen sich Stromkosten beim Heizen sparen lassen. Die warmen Luftmassen, die unter der Decke kleben, werden aufgewirbelt und sinken herab. Fazit vom Experten Kizrak: „Der Stromverbrauch ist gering, und sie sind eine sinnvolle Ergänzung.“

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