Mallorca, Ca Nostra: Der neue Weg zu einem verantwortungsvollen Tourismus
Die Stiftung Fundació Turisme Responsable de Mallorca (Stiftung für verantwortungsvollen Tourismus auf Mallorca) tritt mit neuem Namen auf, baut ihre Strukturen aus, stärkt die Marke „Ca Nostra” und erneuert die Zertifizierung UN Tourism QUEST. Auf diese Weise wird ein Modell geschaffen, das auf der Basis von Bewusstsein, Datenmanagement und Zugehörigkeitsgefühl funktioniert

Die Stiftung für verantwortungsvollen Tourismus Mallorca (FTRM) will die großen Herausforderungen annehmen, denen der Tourismus auf der Insel begegnet. / Fundació Turisme Responsable de Mallorca (FTRM)
Seit Jahrzehnten schaut die Welt auf Mallorca, aber heute will die Insel von denen, die sie besuchen und jenen, die dort wohnen, auf andere Weise wahrgenommen werden. Nicht nur als Reiseziel, sondern als gemeinsames Zuhause. Ausgehend von dieser Prämisse, dass Mallorca nicht nur ein Urlaubsziel, sondern auch unser Zuhause ist, unternimmt die Stiftung Fundació Turisme Responsable de Mallorca (FTRM) einen wichtigen Schritt bei der Entwicklung ihrer Stiftungsstrategie, indem sie ein neues Identitätskonzept vorlegt und einen Paradigmenwechsel im Tourismus auf der Insel auf den Weg bringt.
Dieser Richtungswechsel wird auf drei Säulen aufgebaut: der neuen Markenidentität „Mallorca, Ca Nostra”, der Neuausrichtung der Stiftung im Hinblick auf ein verantwortungsvolles Tourismusmanagement und der internationalen Anerkennung als Stütze dieses Modells durch die Erneuerung des Qualitätssiegels UN Tourism QUEST, das die Weltorganisation für Tourismus UN Tourism vergibt.
Von der Tourismusförderung zur gemeinsamen Verantwortung
Die vormals als Stiftung für die Förderung des Tourismus bekannte Institution trägt ab jetzt den Namen „Stiftung für verantwortungsvollen Tourismus Mallorca – Fundació Turisme Responsable de Mallorca (FTRM)”. Der mallorquinische Inselrat Consell de Mallorca betont, dass es sich dabei nicht um eine reine Namensänderung handelt, sondern um „einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel in der Tourismusstrategie“ der Institution.
Der neue Name trägt der Notwendigkeit Rechnung, die großen Herausforderungen anzunehmen, denen der Tourismus auf der Insel begegnet. Dazu gehören die ökologische Nachhaltigkeit, das Flächenmanagement, das Miteinander zwischen Besuchern und Bewohnern, die Diversifizierung von Angeboten und die Verbesserung der Erlebnisqualität für die Gäste.
Ganz im Sinne dieser Neuausrichtung hat der Inselrat das Wort „Förderung“ aus dem Namen der Stiftung genommen. Im Einklang mit dieser Wende verlagert sich der Fokus daher: Es geht nicht mehr darum, mehr Besucher anzuziehen, sondern diejenigen zu sensibilisieren, die uns besuchen, und „bewussten und verantwortungsvollen Tourismus“ ins Bewusstsein der Gäste und der lokalen Bevölkerung zu bringen. So sorgt die Stiftung dafür, dass das klassische Modell der Tourismusförderung einem Diskurs Platz macht, der Themen wie Klimawandel, Überbelastung durch den Tourismus oder das territoriale Gleichgewicht in den Fokus nimmt. Diese Sensibilisierung soll auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene erfolgen.

"Mallorca, Ca nostra" steht für die Identifizierung mit der Insel auf der wir leben. / Fundació Turisme Responsable de Mallorca (FTRM)
Mallorca, „Ca Nostra“: Ein Logo, das den Stolz auf die Insel weckt
Die neue Positionierung der Stiftung FTRM soll auch durch die neue Markenbezeichnung „Mallorca, Ca Nostra” deutlich werden, die ein Zugehörigkeitsgefühl sowohl bei Inselbewohnern als auch bei Fachleuten der Branche oder Besuchern erzeugen soll.
„Ca Nostra“ präsentiert sich als Marke, die für Authentizität, Nachhaltigkeit und ein gutes Miteinander steht. Sie bildet eine Kommunikationsgrundlage, die Rücksicht, Respekt und Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Insel vermittelt. Sie lädt nicht nur dazu ein, Mallorca zu genießen, sondern auch, sich aktiv für den Erhalt der Insel einzusetzen.
Das Konzept der Nachhaltigkeit geht über das reine Thema Umwelt hinaus – Tourismus soll nicht nur nachhaltig, sondern auch sozial, kulturell und menschenfreundlich sein. In der Gesamtschau sollen die Landschaften geschützt, die natürlichen Ressourcen geschont und der Alltag der Menschen sowie das Zusammenleben zwischen Besuchern und Bewohnern in ein Gleichgewicht gebracht werden.
Datenmanagement als Motor des neuen Modells
Der neue Name der Stiftung geht mit einer umfassenden Änderung der Statuten und Ziele der FTRM einher. Erstmals wird darin ausdrücklich die strategische Nutzung von Tourismusdaten festgeschrieben. Informationen, Analysen und Beobachtungen der Branche werden auf diese Weise zu zentralen Instrumenten der Entscheidungsfindung.
Zu den Zielen der Stiftung gehört es, die Integrität und Sicherheit der Daten durch Standards und Verfahren für Erhebung, Speicherung, Verarbeitung und Nutzung zu gewährleisten. Darüber hinaus sollen Informationen gesammelt, analysiert und interpretiert werden, um „ein realistisches Bild des Tourismus auf Mallorca“ zu erhalten. Die Hauptziele sind die Stärkung der Kontrolle über Angebot und Nachfrage.
Durch konsequentes Datenmanagement kann der Consell de Mallorca den Touristenandrang besser steuern, Überfüllung vermeiden und Besuchermengen gleichmäßiger verteilen. Gleichzeitig liefern die Daten eine solide Grundlage für Kampagnen, Strategien, Schulungsprogramme und neue Regelungen.
Agilere Strukturen, bei der die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht
Um diese neue Strategie umsetzen zu können, wurde die Stiftung umstrukturiert, sodass sie nun flexibler, effizienter und technisch gut ausgestattet ist. Der Stiftungsrat ist nach wie vor das höchste Leitungsgremium und der Beirat bleibt das beratende Organ. Allerdings wurde eine neue Führungsstruktur mit zwei Schlüsselstellen für die Koordination erschaffen: einerseits Zusammenarbeit und Sensibilisierung und andererseits Information und Monitoring. Das Ressort Zusammenarbeit und Sensibilisierung ist dafür zuständig, die strategischen Leitlinien zur Sensibilisierung im Bereich Tourismus festzulegen. Zudem erstellt es Budgets und Pläne, schlägt Sensibilisierungsmaßnahmen vor und wertet diese aus, sowie vertritt die Stiftung in Fachforen und -veranstaltungen.
Die Koordinierungsstelle Information und Monitoring fördert die Ausbildung von Fachleuten und Verantwortlichen des Sektors im Bereich der Datenanalyse und des Datenmanagements, sie überwacht die Qualität und den Schutz der Informationen, sammelt wichtige Daten aus internen und externen Quellen, entwirft Innovationsprojekte und fördert eine Kultur des Datenaustauschs. Beide Koordinierungsstellen funktionieren auf Grundlage eines Stellenplans, der es ermöglicht, jeden Bereich mit den entsprechenden Führungskräften auszustatten, sodass die Stiftung in ihren strategischen Aktionen besser ausgestattet und handlungsfähiger ist.
Die Erneuerung des UN Tourism QUEST für größere internationale Anerkennung
Bei ihrer neuen Strategie beginnt die FTRM nicht bei Null. 2020 war die Stiftung die erste Tourismusorganisation in Europa und die vierte weltweit, die das Qualitätssiegel UN Tourism QUEST erhielt, das durch die Weltorganisation für Tourismus UN Tourism vergeben wird. Diese Zertifizierung, die eine Gültigkeit von vier Jahren hat, erkennt die Bemühungen von Tourismusorganisationen in drei Schlüsselbereichen an: strategische Führung, gezielte Umsetzung und effizientes Management.
2025 wurde dieses Qualitätssiegel von UN Tourism erneut an die Stiftung für Nachhaltigen Tourismus auf Mallorca verliehen. Dadurch wird die Vorreiterrolle der Stiftung bei der Umsetzung innovativer, ergebnisorientierter Strategien bekräftigt und die Insel als Reiseziel, das sich der Wettbewerbsfähigkeit und der Nachhaltigkeit verpflichtet hat, definiert. Im Zuge dieser Erneuerung hat die FTRM Fortschritte bei der Koordination zwischen den Institutionen und im Bereich des partizipativen Managements gemacht und gleichzeitig einen Richtungswechseln unternommen, denn „das Hauptziel ist nicht mehr nur, Besucher anzulocken sondern die Besucherströme auf verantwortungsvolle Weise zu steuern“ und sicherzustellen, dass der Tourismus nachhaltig, barrierefrei und mit positiven Auswirkungen auf die Gemeinschaft und die Umwelt gestaltet ist.
Der Direktor der Stiftung, Marco Táboas, fasst die Tragweite dieser internationalen Anerkennung zusammen, indem er darauf hinweist, dass die Erneuerung der Zertifizierung UN Tourism QUEST etwas ist, „auf das Mallorca stolz sein kann, es ist eine eindeutige Bestätigung, dass der Weg des verantwortungsbewussten Tourismus, den die Stiftung einschlägt, der richtige ist“– eine Strategie, bei der Nachhaltigkeit und sozialer Zusammenhalt gefördert werden und das Zugehörigkeitsgefühl gegenüber der Insel gestärkt wird.
Das Versprechen – el Pledge: eine Verpflichtung, die bei jedem Einzelnen beginnt
Die neue Strategie der FTRM und der Marke „Ca Nostra“ spiegelt sich auch in einem ganz konkreten Instrument wider, das individuelles Engagement kanalisieren soll: el Pledge, eine Initiative, die von der Stiftung ins Leben gerufen wurde, um Ortsansässige und Touristen zu motivieren, sich für den Schutz der Insel einzusetzen.

El Pledge: Aus Liebe zu Mallorca / FTRM
El Pledge ist eine Verpflichtungserklärung, mit der sich Einzelne und die Gemeinschaft zum verantwortlichen Tourismusmodell nach Definition der FTRM bekennen. Sie ist ein Bekenntnis für nachhaltigen, sozialen, kulturellen und menschenfreundlichen Tourismus, der die Essenz der Insel schützt und das Zusammenleben fördert. Wer die Erklärung unterzeichnet, erkennt bewusst an, dass Mallorca ein gemeinsames Zuhause ist und jede Handlung dazu beitragen soll, dieses zu erhalten.
Diese Verpflichtung ist auf einer speziellen Website zu finden, auf der alle eingeladen werden, „sich dem Pledge anzuschließen“. Der Aufruf, zu handeln, ist Bestandteil aller Materialien und Kommunikationsmitteln der Kampagne.
„Mallorca ist mehr als ein Reiseziel”: Gemeinsam die Zukunft der Insel gestalten!
Mit ihrem neuen Konzept stellt die Stiftung für Verantwortungsvollen Tourismus Mallorca die Inselbewohner in den Mittelpunkt des Tourismusmodells. Die Sensibilisierung für das Thema soll sich nicht nur an die Besucher richten, sondern auch an die lokale Gemeinschaft, deren Stolz auf einen Tourismus gestärkt wird, der den Alltag vor Ort, die Natur und die Identität der Insel respektiert.
Durch Fortbildungsprogramme, gute Kommunikation und ein entsprechendes Datenmanagement sowie Instrumente wie die Marke „Ca Nostra“ oder „el Pledge“ will die Stiftung einen ständigen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern und den Institutionen der Tourismusbranche eröffnen, um mit diesem gemeinsamen Netzwerk ein bewussteres, ausgewogenes und gemeinschaftliches Konzept des Tourismus zu entwickeln – einen Tourismus, der in die Zukunft blickt, ohne das Wesentliche zu vergessen: dass Mallorca weiterhin vor allem unser Zuhause, unser „Ca Nostra” bleibt.
- Neue Mallorca-Flugverbindung: Von diesem deutschen Airport geht es ab dem Frühjahr in die Sonne
- Tumulte im Flugzeug, Abflug abgebrochen: Neun Passagiere am Flughafen Mallorca festgenommen
- Berühmte Insel-Familie sperrt Wanderer aus – Gemeinde Sóller muss dafür zahlen
- Mallorca: Haftbefehl gegen deutsche Maklerin Monica T. wegen Immobilienbetrugs
- Wetterumschwung auf Mallorca: Der Regen rückt von Tag zu Tag näher
- Mietpreisexplosion auf Mallorca: Was jetzt auf viele Haushalte zukommt
- Prügelei an der Playa de Palma: Türsteher verletzt einen Restaurantgast schwer am Hals
- Lokal in Urlaubsort auch im Winter geöffnet: Darum geht das Konzept der 'Goodbye Deutschland'-Auswanderer Licia und Mark Wycislik auf