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Blog Med-in-Mallorca - Javier Moreno

Javier Moreno

Seit 1998 lebe ich, Javier Moreno, auf Mallorca und betreibe eine kardiologisch-/internistische Praxis. In diesen Jahren habe ich in der Arbeit mit unseren Patienten die Erfahrung gemacht, dass “gute Medizin” auch v.a. Problem lösen heisst: ehrliche Information, Empathie und Hilfsbereitschaft in kleinen und grossen Dingen. Medizin ist ein so vielfältiges und interessantes Feld, dass ich seit einigen Jahren versuche, auch anderen Menschen, die nicht als Patienten in meine Praxis kommen, über meinen Praxis-Blog (in Spanisch und Deutsch) mein persönliches Verständnis zu Themen gesundheitlichen und medizinischen Inhalts näherzubringen und mich mit ihnen auszutauschen.

Über diesen Blog | Gesundheit

Neuigkeiten und Meinungen zu Medizin und Gesundheit


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  • 29
    September
    2017

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    Mallorca Gesundheit Erde Krankheiten Malaria AIDS planetarische Gesundheit

    Wie geht's denn deiner Erde?

    Wie geht's denn deiner Erde?

    Wie geht’s denn deiner Erde?

    Das ist toll: Der Mensch ist heute weltweit so gesund wie nie zuvor. Statistisch gesehen natürlich. Ihren Rücken lassen wir mal aussen vor.

    Unsere Erde allerdings, pfeift letztens aus dem letzten Loch. Sie ist ausgelaugt, übersäuert, atmet schlechte Luft aus und ist zum wichtigsten Patienten weltweit geworden. Und an ihrer Gesundung haben wir alle mitzuarbeiten.

    Verdauen Sie das mal: Die Sterblichkeit durch Malaria hat um 60 Prozent bis zum Jahre 2000 abgenommen. AIDS ist zu einer chronischen Krankheit geworden, mit der man leben kann. Im Gegensatz verursacht weltweit die Luftverschmutzung inzwischen fünf mal mehr Tote als beide zusammen.

    Die Mutter-Säuglingssterblichkeit nimmt glücklicherweise immer mehr ab, ebenso wie extremer Hunger und extreme Armut. Die Lebenserwartung steigt weltweit an. Doch was ist mit steigenden Kohlenstoffemissionen oder saurem Meerwasser, abgeholzten Tropenwäldern, extreme Klimaphänomene und ein aus dem Gleichgewicht geratener Wasserverbrauch.

    Wussen Sie, dass durch Überschwemmung die Sterblichkeitsrate über Monate erhöht ist, dass dadurch für Jahre mehr chronische Krankheiten auftauchen? Dass Brände, deren Gase von Schwangeren eingeatmet werden, das Geburtsgewicht der Säuglinge negativ beeinflusst? Dass über 20 Prozent der Überlebenden des Hurricans Sandy, posttraumatischen Stress erlitten, 33 Prozent an Depressionen und 46 Prozent an Angstgefühlen litten.

    Die Welt als Patient

    Inzwischen arbeiten Forscher und Verantwortliche an der planetarischen Gesundheit; das wird auch Zeit, denn der schlechte Gesundheitszustand unserer Erde wird uns zur Bedrohung. Alle menschlichen Erfolge in Medizin, Hygiene, m Sozialen und Wirtschaftlichen sind bedroht durch die Verschlechterung des Zustandes unseres Planeten. Und die Zukunft sieht für unsere Kinder- und Enkelgenerationen immer dunkler aus.

    Unsere kranke Erde hat einen weitreichenden Einfluss auf die Landwirtschaft, weltweit. Wir brauchen dringend umfassende Lösungen, um die gewünschte Ernährungssicherheit aufrecht erhalten zu können.

    Eines der grössten und dringlichsten Probleme sind die Städte, in der immer mehr Menschen leben. Das haben zwar Wirtschaftler und Mediziner erkannt, aber die Politiker …?

    Die sind Menschen wie wir alle und beginnen erst zu denken, wenn das Problem so gross und unübersehbar ist, dass einfache Lösungen unmöglich sind.  

    Aber genauso von Bedeutung sind die ländlichen Gebiete, bewohnt oder unbewohnt: Übersäuerung, Erwärmung, Zerstörung von Korallenriffen, Plastikinseln… nicht nur, dass Tiere (und Menschen) erkranken. Genauso beunruhigend ist die Beobachtung, dass sie ihr Verhalten ändern. Das hätte Folgen für uns Menschen, die wir úberhaupt nicht abschätzen können. Ist etwa die Vorstellung, dass Fische ihre Fortpflanzung einstellen könnten, zu abstrus?

    Ebenso unterschätzen wir die Macht der Wälder. Nicht, dass der wahre Deutsche sie für sein Wohlbefinden meint zu brauchen, sondern die Gefahr der Infektionskrankheiten, die wir teilweise noch gar nicht richtig kennen, und die nachgewiesen auch von den veränderten Lebensbedingungen des Waldes ausgeht, wird von uns allen noch kaum erkannt geschweige denn ernstgenommen.

    Vielleicht sollten wir unsere Erde dringend mit einbeziehen, als neues Familienmitglied, für das wir ebenso Sorge tragen, wir für all die anderen, die dazugehören und alle, die noch dazukommen mögen. Schliesslich ist das Leben ein grossartiges Erlebnis. Wir sollten es anderen nicht vorenthalten.

    Bleiben Sie gesund!

    (Quelle: elpais-salud; The Lancet

     

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