Offensive gegen die Korruption: Gute Nachrichten

08.04.2010 | 10:30

Die Vorladung des ehemaligen konservativen Ministerpräsidenten Jaume Matas, seiner Frau Maite Areal, seines Schwagers Fernando Areal und seines Freundes Bartolomé Reus ist eine uneingeschränkt gute Nachricht. Sicher gelten auch für Politiker die Unschuldsvermutung und die Regeln des menschlichen Anstandes, die da besagen, dass man keinem Menschen etwas Böses wünscht. Aber übertriebenes Mitgefühl ist angesichts der Systematik, mit der auf den Balearen öffentliche Gelder veruntreut wurden, fehl am Platz. In den vergangenen Wochen und Monaten sind deswegen bereits zwei ehemalige Tourismusminister, zwei ehemalige Staatssekretäre und eine Parlamentspräsidentin der Regionalpartei Unió Mallorquina angeklagt worden.

Gewissermaßen als Krönung muss nun auch noch Jaume Matas sein sagenhaftes und kaum mit normalen Ministerpräsidenten-Gehältern zu rechtfertigendes Privatvermögen erklären. „Schwarze Tage für die Balearen" – Tourismusministerin und Regierungssprecherin Joana Barceló sprach wohl eher pflichtbewusst davon –, sehen anders aus.

Eine wirklich schlechte Nachricht wäre es, wenn diese Politiker noch im Amt wären, wie es beispielsweise auf dem Festland, etwa in Valencia, der Fall ist. Skeptiker mögen einwenden, dass es in der Vergangenheit schon häufig ähnlichen Aufruhr gegeben hat – die Geschichte von Gabriel Cañellas und dem Tunnelbau von Sóller kann in dieser Ausgabe (Nummer 516) noch einmal nachgelesen werden – und dass all dies langfristig keine Säuberung der balearischen Politik bedeutet habe.

Auch mag angeführt werden, dass Anklagen noch längst keine Verurteilungen sind und dass es wohl noch jahrelange Gerichtsschlachten erfordern wird, bis die Schuldigen hinter Gitter wandern. All dies stimmt. Und doch ist kaum vorstellbar, dass sich nach diesen Szenen, nach diesen Bildern von in Handschellen abgeführten Politik-Zampanos, auf absehbare Zeit auf den Balearen noch irgendwer traut, so schamlos in die eigene Tasche zu wirtschaften. Und das ist eine so gute Nachricht, dass man damit sogar auf internationalen Tourismusmessen hausieren gehen könnte.

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