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Unterwegs

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    20
    November
    2015
    Wie schreibt man einen optimistischen Wochenendtext? Zur Zeit ist das schwierig. Terroranschläge, Geiselnahmen und all die anderen Unsicherheiten, die momentan die Schlagzeilen bestimmen.Nichts bleibt, wie es war. Das empfand ich auch schmerzlich, als ich wieder einmal in Soller war. Traditionell begebe ich mich dort für unbestimmte Zeit in einen Buchladen, gleich an der Ecke mitten auf der Geschäftsstraße. Ziemlich dunkel, ziemlich vollgestopft, aber ich finde immer etwas zum Schmökern. Meist nach einem Plausch und persönlichen Empfehlungen des freundlichen Verkaufspersonals. Herrlich, wenn dann ein neues Lieblingsbuch in der Tasche steckt und ich auf der Plaza bei einem Orangensaft schon Lesevorfreude empfinde.Nun lief ich also die belebte Straße entlang und als ich fast am Ende war, merkte ich plötzlich, dass ich am Buchladen vorbeigelaufen war, ging wieder zurück und sah das Geschäft immer noch nicht. Das konnte nicht möglich sein. Ich wiederholte das Hoch- und Runterlaufen der Straße mehrmals und begann dann mit der Befragung der Nachbargeschäftsleute. Die schmerzliche Nachricht lautete: Diese alteingesessene Buchhandlung gibt es nicht mehr. So kamen wir ins Gespräch – auch über Bücher. Zwar kehrte ich mit Lesestoff nach Hause, aber wirklich zufrieden war ich nicht. Liebgewordene Gewohnheiten lassen sich nicht durch eine Bestellung im Internet ersetzen, gewohnte Sicherheit nicht durch den Anblick von Maschinengewehren.Wir alle entscheiden, wie wir leben wollen. Und das bleibt so, wie es war. Heute ist Freitag. Verkriechen wir uns nicht zu Hause, draußen wartet das Leben. Also dann: Auf Wiederlesen!   ...
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    13
    November
    2015
    Haben Sie Ihr Ticket nach Barcelona gebucht? Dann empfehle ich Ihnen einen Besuch des Stadtviertels Gràcia. Auf zur Königin unter den Plazas: Plaça de la Virreina. Dort erlebt man den Himmel auf Erden oder, so will man zumindest glauben, das wahre Leben der katalanischen Hauptstadt. Die Zugehörigkeit zu dieser Region wird durch das Heraushängen vieler Fahnen bekundet. Zum Frühstückscafé, solo natürlich, kommt man per Fahrrad. Mit zunehmendem Alter tauscht man dieses gegen einen Rollator ein. So sitzt man allein bei Zeitungslektüre oder zu zweit bei einem Arbeitstreffen. Kleine Stärkungen werden gereicht. Alles bio – was denken Sie denn. Niemand lässt sich von den Bauarbeitern und deren Lärm stören, die auf abenteuerliche Weise gleich nebenan eine altertümliche Steinbank erneuern. Jedoch bleibt die Reparatur nicht im Verborgenen. Langsam aber sicher kommen die Experten heran. Ältere Männer begutachten die Qualität der Arbeit, kommentieren den Fortschritt, nähern sich immer mehr. Damen der gleichen Altersgruppe sind forscher und hinterfragen die Verrichtungen an der Bank. Sie ist wichtig, sie ist alt, da habe ich schon als junges Mädchen darauf gesessen. Die Bauarbeiter beantworten Fragen, machen Scherze und setzen ihre Tätigkeit mit beeindruckender Gelassenheit fort. Gleich wird der lokale Fernsehsender auftauchen und eine Reportage über die schönste Bank des Platzes filmen. Doch nein, die Männer packen ihr Werkzeug zusammen, laden es auf einen Bauwagen und sind plötzlich weg. Vorsichtig werden erste Sitzproben durchgeführt, dann wird die Bank in Beschlag genommen. Alles wie vorher, ein Mädchen lernt Fahrrad fahren, eine Señora fächelt sich Luft mit einem beeindruckenden Fächer zu, eine weitere Zeitung wird gekauft, Menschen eilen über die Plaza, der Kellner macht sich bereit für den Ansturm der Mittagspause. Dann legt sich Siestaruhe über den Platz. Am späten Nachmittag kehrt das Leben zurück. Jugendliche spielen Fußball, Mädchen lassen Seifenblasen steigen. Skateboards werden von geschickten Jungs zwischen den Menschen durchgesteuert. Omas erkunden mit ihren Enkeln, was man hier so alles machen kann. Treffpunkt: Wasserstelle am Turm, mittendrin, plötzlich wird eine Wasserpistole gezückt. Fröhliches Vollspritzen ist angesagt, woher auf einmal all diese Spritzvorrichtungen gezaubert werden, wer weiß. Die Eltern kommen von der Arbeit zurück, man schaut nach den Schulkindern, wie haben sie den Tag wohl verbracht. Erst einmal einen Kaffee auf der Plaza. Da sitzt ja die Nachbarin, hallo, wie geht’s. Schau mal, da ist Pilar. Komm, setz dich zu uns. Die Tische füllen sich. Die Kinder holen sich eine Cola ab, schnell wird der Mund abgeputzt, die Hose hochgezogen und wieder ab zum Spielen. Die Bänke rund um die Plaza werden bevölkert. Auch die heute gerade reparierte. Jung und alt, bunt gemischt. Die zierliche Rentnerin ist zunächst noch ganz allein, bald hat sie das Kind ihrer Nachbarin auf dem Schoß. Für Augenblicke vergisst sie, dass ihr Mann letzten Monat gestorben ist. Ein Pärchen teilt sich ein Brot aus der Papiertüte und macht Platz für einen Mann, der sich mit seiner Mutter im Rollstuhl dazugesellt. Ein Angestellter mit Aktenordner hastet über den Platz. Hallo, Francisco, dich habe ich lange nichtgesehen. Der Stress ist vergessen, er nimmt sich Zeit für ein Glas Wein auf der Plaza mit einem Freund. Väter umarmen ihre Familien, das Abendessen liegt noch in weiter Ferne, man lehnt sich zurück mit einem Bier in der Hand. Grüppchen stehen zusammen, der Tag perlt ab und das Leben übernimmt die Oberhand. Hier auf der Plaza ist es schwer sich allein zu fühlen, Einsamkeit hat keine Chance. Sollte das Wetter nun doch langsam schlapp machen, kann man sich auch in alle Lokalitäten reinsetzen. Und abends geht’s mit dem Flieger wieder zurück nach Mallorca. Dort treffen wir uns nächste Woche. Also dann: Auf Wiederlesen!     ...
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    06
    November
    2015
    Haben Sie Lust, einfach mal abzuhauen? Kein Problem. Wie wäre es mit einem Tag in Barcelona? Wenn Sie sich frühmorgens aus dem Bett gequält haben, belohnt Sie ein noch schläfriger Flughafen mit Stressfreiheit bzw. nicht ganz so vielen Mitreisenden. Entspannt steigen Sie in den Flieger und sind in einer Dreiviertelstunde bereits angekommen. Da Sie kein Gepäck haben, schlendern Sie gelassen zum Flughafenbus, der Sie für wenig Geld ins Zentrum bringt. Dort beginnt langsam das Leben und Sie kommen gerade richtig zum Frühstück. Bei einem Café con leche können Sie sich dann überlegen, worauf Sie Lust haben: Auf Gaudís Spuren durch die Stadt spazieren, mit Kolumbus über das Meer schauen, einen Berg erklimmen und Barcelona von oben sehen, in die Sagrada Familia reinkämpfen, Pablo Picasso als jungen Mann kennenlernen, knusprige Churros knabbern, sich durch die Ramblas schieben lassen, U-Bahn fahren, endlich zum Fußballfan werden, eine katalonische Fahne klauen, richtig schick essen gehen, verrückte Designermode anprobieren, sich in die Stadt verlieben oder es einfach ganz ruhig angehen lassen. Das empfehle ich. Barcelona ist einfach, wenn Sie nicht als Tourist unterwegs sind. Mit Bus und Bahn kommt man zu jedem Ziel, kaufen Sie sich ein Zehnerticket und machen Sie sich frei. Erleben Sie Barcelona im Kiez, dort, wo man Fahrrad fährt und sich richtig gut kennt. Sie wollen wissen, wo das ist? Kein Problem: Ich gebe Ihnen gern ein paar Tipps. Nächste Woche, wenn Sie wollen. Also dann: Auf Wiederlesen!   ...
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    30
    Oktober
    2015
    Ist Palma eine internationale Stadt? Das kommt sicher auf die Sichtweise des Betrachters an. Oder darauf, was für Gelüste man gerade dringend befriedigen möchte. Immer, wenn ich Sehnsucht nach Argentinien verspüre, zieht es mich magisch nach Santa Catalina, wo ich weiß, dass meine argentinischen Wünsche mir von den Augen abgelesen werden: C / Annibal 27 bei Angelo Paletta . Ich nähere mich also der gesuchten Hausnummer und stehe jedes Mal fasziniert vor dem kleinen Laden mit argentinischanmutenden Schaufenstern. Hellblau weiß mit gelber Sonne. Hier bin ich richtig. Hinein ins Paradies! Kaum zu glauben, was mich im Inneren erwartet: Empanadas (gefüllte Teigtaschen), Media Lunas (croisonntartiges Gebäck), Vino Tinto, Yerba Mate und die zugehörigen kleinen braunen Kalebassen - Matebecher. Willkommen in Argentinien! Sie wissen noch nicht, was Yerba Mate ist? Das ist eine Pflanze, deren getrocknete Blätter gehäckselt werden und die in hoher Konzentration den Grundstock zum Matetrinken bilden. In größeren Paketen erwerbbar - eben hier in diesem Laden.Nun füllt man eine Kalebasse (kleine getrocknete Kürbisfrucht) zu drei Vierteln mit den kleinen grünen Plättchen, steckt eine Bombilla (Metallröhrchen) hinein und gießt sehr warmes, jedoch nicht kochendes Wasser auf. Der Moment ist gekommen, man zieht durch den metallischen Strohhalm genüsslich die grüne, sehr herbe Flüssigkeit ein. Das tut gut! Diesen Vorgang wiederholt man vielmals. Achtung: ungeübte Matetrinker verbrennen sich manchmal die Lippen. Matetrinken ist nichts zum Alleinsein. Mate teilt man mit Freunden und manche behaupten sogar, dass es ein bisschen wie Blutsbrüderschaft ist. Übertrieben, zugegeben, aber Argentinier neigen nun einmal dazu. Verabschieden Sie sich also vom eigenen individuellen Trinkgefäß. Es gibt nur einen Matebecher und auch die Bombilla geht von Mund zu Mund. Sie finden, das ist gewöhnungsbedürftig. Keine Frage, aber wenn man einmal zum Fan des starken grünen Tees geworden ist und bemerkt hat, welche positiven Auswirkungen der Genuss auf den Körper hat, der kommt nie wieder davon los. Deshalb bin ich so froh, dass ich in Palma auch ein kleines Stück Argentinien finden kann. Vamos – y ahora tomamos un mate. Also dann: Auf Wiederlesen!       ...
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    23
    Oktober
    2015
    Haben wir nicht eigentlich viel zu viel? Diese Erkenntnis leitete mein Rücken an mich weiter, als wir diese Woche umräumten. Kleidung, Bücher, Gläser, Möbel und jede Menge andere Dinge wollten von einem Platz zum anderen geschleppt werden. Erschöpft ließ ich mich auf den ersten besten Stuhl fallen und erinnerte mich an meine Ankunft in Guatemala vor vielen Jahren. Sieben Wochen lebte ich aus zwei Koffern, bis meine verschifften Habseligkeiten eintrafen. Es war wunderbar! Im Grunde vermisste ich nichts und der Einzug in mein Häuschen war schnell erledigt. Doch dann fing das Jagen und Sammeln irgendwann wieder an. Deshalb ergriff ich nun kurzentschlossen die größten Tüten, die ich finden konnte und sortierte aus, was ich schon längst vergessen hatte, was ich seit einem Jahr nicht mehr getragen hatte und was anderen vielleicht noch nutzen konnte. Ein befreiendes Gefühl. Und dann: Was anfangen mit der neu gewonnenen Freiheit? Kein Problem auf Mallorca. Den Sand am Strand zwischen den Zehen spüren, einen wolligen Esel streicheln, eine Orange auspressen oder in ein frisches Brot reinbeißen.Oliven und Käse dazu sowie ein Glas Rotwein. Freunde treffen, gemeinsam lachen und einander zuhören. Was braucht man mehr um glücklich zu sein.Ich nehme mir vor, mich mehr auf das Wesentliche zu konzentrieren. Jedenfalls bis zum nächsten Umzug. Weniger ist manchmal eben einfach wirklich mehr. Also dann: Auf Wiederlesen!         ...
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    16
    Oktober
    2015
    Lass mich kosten, was du isst und ich sage dir, wer du bist. Dass das Essen viel über einen Menschen aussagt, ist unumstritten. Was aber erfährt man dadurch von den Mallorquinern? Dunkles Schweinefleisch, rote würzige Sobrasada (Schweinemettwurst), deftige Gemüse-Brot-Suppe, luftige Ensaimadas (Hefeteigschnecken natürlich mit Schweineschmalz gebacken) und natürlich Pa amb Oli. Wer etwas für den kleinen Hunger zwischendurch sucht, wird damit jedoch leicht überfordert sein. In Soller entdeckte ich überrascht drei große Scheiben Brot auf dem Teller, die geröstet mit Olivenöl getränkt waren. Darauf lagen Tomaten verteilt, die mit Käse oder Schinken belegt waren. Alles liebevoll mit Oliven und Kapern dekoriert.Die Alaróvariante bekam ich ungetoastet, was das Zerschneiden in mundgerechte Stücke wesentlich erleichterte, aber eben nicht so knusprig war. Valldemossa hatte eine größere Schinkenvariation zur Auswahl und Pollença bot ohne Schnickschnack den besten Preis. Eine Herausforderung war das Brot in Sineu, denn es war mit Olivenöl nicht gegeizt worden, welches auch meine Hose gern in sich aufsog. In Palma aß ich die leckere Sobrasada-Käse-Variante und schloss so den Bogen meiner Testreihe. Niemand soll denken, ich ernähre mich nur von Brot. Doch ob im Sternerestaurant, in der Bar auf der Plaza, bei Freunden auf der Terrasse – nirgends darf es fehlen: das Brot mit dem Olivenöl. Und wo gibt es Ihr Lieblings-Pa amb Oli? Also dann: Auf Wiederlesen!   ...
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    10
    Oktober
    2015
    Kennen Sie das? Man hat für einen Tag jede Menge auf dem Zettel, man kommt kaum dazu, zwischendurch mal einen Kaffee zu trinken und trotzdem schafft man nicht alles. Gestern war bei mir so ein Tag. Eigentlich steht auf meiner imaginären Freitagsliste: Blogeintrag für die Mallorca Zeitung – aber genau der war am Ende nicht mehr drin. Wenn Sie das nächste Mal durch Palmas Altstadt hetzen, noch dies oder das brauchen, halten Sie einfach zwischendurch an. Wo? In der Carrer de Sant Miquel 11. Dort befindet sich die Kunstgalerie der Fundación March. Treten Sie ein, atmen Sie kräftig durch, steigen Sie die beeindruckenden Treppen in diesem wunderschönen Stadtpalast hinauf und wählen Sie sich eines der Kunstwerke aus. Mehr ist nicht nötig, Sie können jederzeit wiederkehren, der Eintritt ist frei. Mein Favorit: "El charco/die Pfütze" von Miquel Barceló. Ein fast weißes Bild, das körperlicher kaum sein kann, eine Pfütze, mit allem, was dazu gehört. Tritt man näher, erahnt man, dass für den Künstler Farbe nicht nur Farbe ist. Sie wird zum Material, das man kneten und formen kann und auf der Leinwand genau den Effekt erzielt, der das Bild lebendig macht. Schließen Sie die Augen und stellen sich vor, Sie wären ein Kind. Dann nehmen Sie einen Stein und werfen ihn in die Pfütze. Hören Sie, wie das Wasser nach oben spritzt? Jetzt kann ich Sie lächeln sehen. Nach diesem Kunstgenuss sind Sie bereit für die nächste Runde. Und sicher geht alles gleich besser.   Also dann: Auf Wiederlesen!     ...
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    18
    September
    2015
    Lesen Sie auch gern Zeitung bei einem guten Kaffee und knabbern dazu eine süße Kleinigkeit? Wenn Sie sich dabei gern hin und wieder ablenken lassen, weil es etwas zu gucken gibt oder aufhorchen, weil Sie die Sprache verstehen, in der ein Gespräch am Nebentisch geführt wird, dann kommen Sie doch einfach mit. La Madeleine de Proust! Längst kein Geheimtipp mehr aber dennoch mein Lieblingscafé mitten in Santa Catalina.Nehmen wir also Platz an einem luftigen Tisch mit Blick auf die Markthalle. Herrlich, wie das Leben pulsiert! Der tägliche Einkaufsrummel ist vorbei, die Händler gönnen sich die eine oder andere Zigarette vor der Tür. Da wird ein Strafzettel hinter den Scheibenwischer geklemmt, das Parkticket war abgelaufen. Minuten später kommt der Besitzer und rauft sich die Haare. Wütend reißt er den Zettel ab und knallt ihn auf die Motorhaube. Ein Mann rennt seiner Freundin hinterher, die mit quietschenden Reifen davonprescht. Als er sie tatsächlich einholt, bremst sie mitten auf der Straße, springt raus und beide umarmen sich heftig. Und eigentlich wollte ich Zeitung lesen.Doch erst einmal bestellen. Un café con leche und ... die Auswahl fällt schwer. Verlockende Mandelhörnchen, Schokocroissants oder ein leckeres Bocadillo? Nein, ich weiß: das wahrscheinlich beste Himbeertörtchen der Insel. Das müssen Sie probieren. Übrigens zum Zeitunglesen komme ich hier kaum. Denn in dieser französischen Bäckerei ist Europa zu Gast. Residenten treffen sich, sprechen in verschiedensten Sprachen und lassen es sich gut gehen. Stammkunden vorzugsweise. Doch auch Touristen haben Spaß am lustigen Treiben und schätzen genau wie ich das Angebot an leckerem Brot auch in dunkler Ausführung. Das darf man sich selbst hinter dem Tresen aussuchen. Meine Favoriten: Walnussbrötchen und das Brot mit getrockneten Tomaten. Haben Sie Appetit bekommen? Vielleicht sitzen Sie ja beim nächsten Mal am Nebentisch. Also dann: Auf Wiederlesen!     ...
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    11
    September
    2015
    Wissen Sie, wo wir uns befinden?   Gleich steigen wir in einen der Kästen, baumeln vis-a-vis der Kathedrale von Palma und drehen eine Runde über den Dächern der Hauptstadt. Nein, das ist kein Riesenrad. Und das ist auch keine Fotomontage. Wir stehen auf dem Dach von Es Baluard. Haben Sie schon die Bekanntschaft mit dem Museum für moderne und zeitgenössische Kunst gemacht? Bei mir war es Liebe auf den ersten Blick. Ein Riesenrad hinter den wehrhaften Mauern der ehemaligen Bastei von Sant Pere? Die Entdeckung: Ein futuristischer Bau inmitten des alten Gemäuers, das im 16. Jahrhundert dem Schutz vor Piraten diente. Moderne Architektur kunstvoll in alten Bestand integriert. Von den verschiedensten Aussichtsplattformen in Glas und Beton erschließen sich herrlichste Ausblicke auf Palmas Wahrzeichen, die Kathedrale, auf den Hafen und die umliegenden Stadtviertel. Es gibt kaum Touristen. Warum eigentlich nicht? Das großartige Versprechen des Außenbereiches erfüllt sich auch im Inneren. Man macht die Bekanntschaft mit Ubú, einer Fantasiefigur, mit der Joan Miró künstlerisch seine Meinung zu Diktator Franco kundgetan hat, sieht Keramiken von Pablo Picasso, beeindruckende Landschaftsbilder der Insel und trifft auch auf Miquel Barceló, von dem noch die Rede sein wird.Auf verschiedenen Ebenen ergeben sich beeindruckende Sichten auf die Werke in ungewöhnlicher Hängung. "Pere, diese Stadt braucht ein Museum", hatte der spanische König Juan Carlos einst zu Medienunternehmer Serra gesagt und dieser hatte im Jahre 2004 geliefert. Er schenkte Es Baluard, das von einer Stiftung verwaltet wird, 400 Arbeiten aus seinem Privatbesitz und lieh weitere 600 aus, was nicht kritiklos blieb. Freitags bestimmen die Besucher ihren Eintrittspreis selbst, es müssen mindestens 10 Cent sein. Fahrradfahrer können vergünstigt die Werke betrachten. Ich tue das immer wieder gern. Steigen Sie doch Palma auch mal wieder auf’s Dach. Es gibt noch viel zu entdecken. Also dann: Auf Wiederlesen!     ...
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    25
    August
    2015
    Sommerferien auf Mallorca – oft erntet man immer noch ein Lächeln. Es gibt sie auch unter den Deutschen, man soll es nicht glauben: die Mallorcaresistenten, die Inselablehner, die von Vorurteilen Besessenen, die Neinsager zu dem Fleckchen Erde im Mittelmeer, das für viele mehr als nur ein Urlaubsdomizil geworden ist.Auch ich zählte noch vor wenigen Jahren zu denen, die nie freiwillig einen Fuß auf das siebzehnte Bundesland setzen wollten, und glaubte, dass man nur auf dem Festland wirklich Spanisch sprechen konnte. Zum Glück wurde ich gleich beim ersten Mal eines Besseren belehrt und bin seitdem begeisterte Inselliebhaberin. Nach zwei Stunden Flug am Gepäckband von Palma trennen sich die Wege. Farblich gleichgeschaltete Mitglieder von Sportvereinen, gut an ihren T-Shirts zu erkennen, streben schilderschwenkenden Abholern entgegen, die sie in Busse verfrachten. Golfausrüstungsbeladene Mütter pfeifen ihre Kinder zusammen und lassen alle wissen, dass Papa am Wochenende nachkomme. Dann verschwinden sie in Richtung Autovermietung. Die Leute mit dem kleinen Gepäck eilen zum Parkhaus, wo ihr Geländewagen auf sie wartet. Und ich? Ich bin auf der Suche nach dem echten Mallorca. Haben Sie Lust an meiner Suche teilzunehmen? Dann nehme ich Sie gern mit auf meinen Inselerkundungen und teile meine Beobachtungen mit Ihnen. Wenn Sie wollen, gehe ich beim nächsten Mal mit Ihnen auf die Plaza in diesem Ort.    Also dann: Auf Wiederlesen!                   ...