Auch der Playa de Palma würde eine deutsche Streife gut tun

28.08.2015 | 17:19
Fotogalerie: Nächtliche Exzesse an der Playa de Palma

Es ist nicht das erste Mal, dass deutsche Polizisten auf Mallorca Dienst tun. In der Hauptsaison werden seit einigen Jahren Beamte auf die Ferien­insel geschickt, um in den Urlauberhoch­burgen ihren spanischen Kollegen unter die Arme zu greifen. Das ist sinnvoll, weil so Sprachbarrieren und kulturelle Differenzen überwunden und Konflikte oftmals leichter gelöst werden. Doch selten scheint die internationale Zusammenarbeit so fruchtbar und positiv gewesen zu sein wie in diesem Sommer in Cala Ratjada, wo in den vergangenen beiden Monaten eine Berliner Polizistin im Einsatz war (siehe Printausgabe vom 27. August und E-Paper). Mit überwiegend deutschen Urlaubern und einer zur Hochsaison durchaus konfliktträchtigen Partymeile ist der Ort prädestiniert für den Mallorca-Einsatz deutscher Beamten.

Noch viel nützlicher könnten sie sich allerdings an der Playa de Palma machen, wo die spanische Polizei sogar schon versuchte, deutsche Trunkenbolde mithilfe von Dolmetschern gefügig zu machen. Für die Austauschpolizisten kommt die Gegend zwischen Can Pastilla und Arenal dennoch nicht infrage, da sie in den Zuständigkeitsbereich der National­polizei fällt und nicht in den der Guardia Civil, mit der die deutsche Polizei kooperiert. Dies ist sicher kein unüberwind­bares Hindernis, sollte beim Festlegen von Kooperations­vereinbarungen aber berücksichtigt werden.

Der andere Insel-Brennpunkt, Magaluf, ist zwar Hoheitsgebiet der Guardia Civil, doch dort wären britische Polizisten nötig – und zwar keine, die wie Praktikanten mit den spanischen Kollegen mitlaufen, Selfies schießen und abends selbst die Sau raus lassen, ehe sie nach nicht mal zwei Wochen wieder nach Hause geschickt werden. Damit die Bobbies tatsächlich durchgreifen könnten, bräuchten sie dieselben Befugnisse wie die spanische Polizei. Und hierfür müssten die Briten den Prümer Vertrag, der die Polizeizusammenarbeit regelt, unterschreiben. Bis Ende 2015 wollen sie immerhin darüber entscheiden.

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