Facebook & Co: Dabeisein ist alles

Sei es aus Geschäftsinteresse oder einfach nur aus Spaß – immer mehr Inselfans richten sich eigene Auftritte in den sozialen Netzwerken ein. Damit schwillt auch der Mallorca-Informationsfluss immer weiter an

25-05-2011  

Wer nicht drin ist, ist draußen. Auch auf Mallorca, auch unter den Insel-Deutschen gewinnen die sozialen Netzwerke Facebook, Twitter und Xing immer mehr Anhänger. Gerade unter Gewerbe­treibenden haben die virtuellen Kontaktbörsen derzeit massiven Zulauf.

Wobei man auch ohne Geschäftsinteressen Spaß an der neuen Kommunikationskultur haben kann. Dietmar Burmeister ist ein gutes Beispiel dafür. Der Deutsche, der seit zehn Jahren als Koch in einem Hotel in Portopetro wirkt, ist einer der Top-Twitterer auf Mallorca. Er nennt sich „didisurf" und ist – wenn er frei hat – möglichst den ganzen Tag im Netz.

Gleich dreisprachig, auf Deutsch, Spanisch und Englisch, verbreitet Burmeister Insel-Infos – von Warnungen vor drohenden Waldbränden über Gastro-Tipps bis hin zu Kulturempfehlungen. Alles auf maximal 140 Zeichen, denn mehr erlaubt Twitter nicht. Dabei verweist „didisurf" auch immer wieder auf seinen Blog, wo es zudem Nachrichten aus aller Welt zu lesen gibt. Selbst wenn er am Herd der Hotelküche steht, ist Bur­meister im Twitter-Fieber, „wenn auch weniger".

Dadurch ist es ihm gelungen, seine follower – also diejenigen, die seine Meldungen beziehen – innerhalb von anderthalb Jahren auf derzeit über 1.730 zu katapultieren. „Ich mache das quasi aus Spaß", sagt Burmeister. Er habe auf diese Art und Weise bereits Dutzende von Menschen kennengelernt. „Profit-Denke" sei ihm fern. Dabei ist er davon überzeugt, dass Twitter für Geschäftsleute bald unverzichtbar sein wird: „Die Tourismusbranche kommt daran nicht vorbei."

„Didisurf" ist auch auf Facebook unterwegs – allerdings eher am Rande. Jeder sucht sich das Netzwerk, das zu ihm passt. „Wenn man auf Facebook Informationen verbreitet, verliert sich das in der Werbewelle", sagt Burmeister. Bei Twitter sei das nicht so. „Man kann mit weniger Aufwand leichter kommunizieren und Leute explizit auf Aussagen hinweisen."

Auch Netzwerk-Veteran Manuel Tietsch steht Facebook eher skeptisch gegenüber. Zusammen mit Guido Hansen leitet er XING Islas Baleares, einen Ableger des Netzwerks vor allem für berufliche Kontakte, der schon über 2.900 Mitglieder hat. „Facebook ist zu offen", glaubt der Unternehmer, der unter anderem einen Verlag für Reiseveranstalter betreibt. „Man bekommt zu viele News, die man nicht will." Er wolle keine nichtssagenden Mitteilungen wie „Ich bin mal Kaffee trinken".

Trotzdem ist auch er dabei. Denn Facebook habe durchaus Vorteile: „Ich nutze es für die Ankündigung von Veranstaltungen. Wenn du schnell sehr viele Leute erreichen willst, bist du da richtig." Und auch „für karitative Zwecke" sei Facebook gut. Im Rahmen seines Engagements beim Lions Club Palma weist er etwa auf die Aktion comida para todos („Essen für alle") hin, die Bedürftigen auf der noch immer von Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit gebeutelten Insel hilft.

Geschäftlich aber, so viel steht für Tietsch fest, nutze ihm das gar nichts. Dafür hat Tietsch ja auch Xing. „Dort werden Freundschaften auf höherem Niveau gepflegt, außerdem wird man nicht mit Werbung zugedröhnt", wirbt er. Von den 2.900 Mitgliedern der Balearen-Gruppe lebt rund ein Drittel auf Mallorca. Tietsch organisiert mehrfach im Jahr Treffen, damit sich die Leute nicht nur virtuell kennen. „Wer aus Deutschland neu auf die Insel kommt und geschäftlich erfolgreich sein will, kommt an Xing nicht vorbei", sagt er. In dem Business-Netzwerk lerne man wichtige Leute kennen – und zwar genau die, die man suche.

Doch längst nicht alle sind Facebook gegenüber so skeptisch wie Tietsch und Burmeister. Susanne Dickmann , die zusammen mit ihrem Mann in Santa Ponça das Café Greenfield´s betreibt, als Übersetzerin tätig ist und auch noch im Rathaus von Calvià arbeitet, ist von dieser Plattform hellauf begeistert: „Ich gewinne dort Kunden", sagt sie. Ein- bis zweimal pro Woche bekomme sie etwa über das Netzwerk Angebote für Übersetzungen. „Ich verdiene mein Geld damit."

Wobei dieser Erfolg nicht aus heiterem Himmel kommt. „Facebook funktioniert nur, wenn man sich intensiv darum kümmert", sagt Susanne Dickmann – und spricht damit einen Punkt an, der auch für alle anderen Netzwerke gilt, in der virtuellen ebenso wie in der realen Welt. Drei- bis viermal pro Tag ist Susanne Dickmann bei Facebook unterwegs. Zugleich pflegt sie noch einen Blog und eine Internetseite, ist Xing-Mitglied und twittert ab und an. Über 10.000 Kontakte habe sie mittlerweile so gewonnen – etliche von ihnen seien jetzt auch Stammkunden in ihrem Café.

Noch längst nicht so lange dabei ist Lutz Minkner. Der Immobilienunternehmer sammelt seit einem halben Jahr Erfahrungen bei Facebook. Genug, um festzustellen, dass diese Plattform kein Zauberwerkzeug zur Maximierung von geschäftlichem Erfolg darstellt. „Es läuft noch nicht so gut", sagt er. Dennoch: Dabei sein ist alles. Minkner sieht die Facebook-Präsenz als Marketing-Maßnahme, „um dichter am Kunden zu sein". In seiner Branche sei es wichtig, „langfristig dranzubleiben". Denn je älter die Leute würden, desto mehr Geld hätten sie in der Regel, um sich bei ihm und seinen Mitarbeitern für eine Eigentums-Wohnung auf Mallorca zu interessieren. „Man muss im Gespräch bleiben", sagt Minkner, der deswegen auch Newsletter verschickt, seit zwei Monaten auch Twitter nutzt und einen Blog managt.

Auch andere Mallorca-Deutsche kommen zunehmend auf den „Social-Network-Trichter": Menschen wie Sabine Höng. Die Friseur­meisterin gehört zu den Neuzugängen bei Facebook, ist überaus aktiv und stellt unter anderem Frisurentipps ins Netz und Fotos ihres Geschäfts. Virtuell diskutiert sie auch mit Kunden. Auf die Frage, ob diese Präsenz ihre Geschäftstätigkeit fördere, sagt sie: „Ich denke mal schon."

So genau weiß man das halt noch nicht. Fest steht allerdings, dass der Informationsfluss in diesen Netzwerken von Tag zu Tag anschwillt – gerade auch was das deutschsprachige Mallorca betrifft. Twitter ist noch vergleichsweise wenig entwickelt, aber auf Facebook sind viele der für Mallorca-Urlauber und Residenten relevanten Institutionen, Einrichtungen, Veranstalter und Medien bereits vertreten. Wer ihre Einträge – zum Beispiel auch die der Mallorca Zeitung – abonniert, bleibt auf dem Laufenden. Und wer sich zudem noch mit eigenen Freunden sowie anderen Mallorca-Fans à la „didisurf" vernetzt, ist auch über den neuesten Tratsch informiert.

In der Printausgabe vom 5. Mai (Nummer 574) lesen Sie außerdem:
- Mallorca-Facebooker Christof Link: Wenn die Liebe zur Insel 365 Tage im Jahr währt

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