10. November 2019
10.11.2019

Was die Menschen auf Mallorca über die erneuten Wahlen denken

Am Sonntagmittag (10.11.) war das Interesse an den Wahlen auf den Balearen mit einer Wahlbeteiligung von 30,95 Prozent recht gering. Die Wahlbeteiligung im April 2019 lag auf der Inselgruppe um dieselbe Zeit schon bei über 38 Prozent

10.11.2019 | 01:00
Das denken die Menschen über die bevorstehenden Wahlen.

Simone Werner (Text) und Eyad Aloter (Fotos) haben sich in Palma de Mallorca umgehört, wie sich die Spanier motivieren, schon wieder zu wählen – und welche Themen ihre Wahlentscheidung für eine bestimmte Partei beeinflussen

Ismael Velazquez (28)

„Ich bin überhaupt nicht motiviert, schließlich haben wir gerade erst gewählt. Da ich mich aber moralisch verpflichtet fühle und weil es ein Recht ist, gehe ich trotzdem wieder wählen. Ich werde für Podemos stimmen, da sich die Partei für die Themen einsetzt, die mich am meisten betreffen und bei denen ich mir Besserung wünsche: erschwinglichen Wohnraum und dass es für junge Menschen Arbeit gibt, die auch entsprechend bezahlt wird. Podemos bringt frischen Wind in die Politik."

Andrea Bauzá (20)

„Ich muss mich zwar noch genauer informieren, wen ich wählen werde, aber ich werde wählen – keine der bekannten Parteien, sondern wohl eine lokale Balearen-Partei. Nur weil es Neuwahlen sind, habe ich nicht die Lust verloren. Um ehrlich zu sein, verstehe ich die Menschen nicht, die nicht wählen gehen. Ich bin Studentin und wohne noch bei meinen Eltern. Daher wünsche ich mir von der neuen Regierung Vergünstigungen, etwa für die öffentlichen Verkehrsmittel, oder Wohngeld, damit ich mich abnabeln kann."

Eduardo Sánchez (39)

„Meine Hauptantrieb, um wählen zu gehen, ist der Aufstieg der rechtsextremen Partei Vox und dass sie auch die liberalen Ciudadanos beeinflusst. Damit Letztere keine Stimmen verlieren, tun sie sich mit den Rechtsextremen zusammen. Man merkt kaum mehr einen Unterschied. Das macht mir Angst. Ich hoffe, dass die neu gebildete Regierung die wirtschaftliche Situation und die des Arbeitsmarktes verbessert. Ich habe einen Master und einen Doktor in Kunstgeschichte. Trotzdem finde ich in dem Bereich keinen Job."

José Antonio Aires (51)

„Ich gehe wählen, damit die Linksparteien aus der Politik verschwinden und ihnen Macht entzogen wird. Ich mag die Ansichten dieser Menschen nicht. Es sind Lügner, die die Geschichte verändern wollen. Dabei ist das, was passiert ist, Tatsache. In meiner Wahlentscheidung spielt das Thema Migrationspolitik eine große Rolle. Es kann nicht sein, dass die vielen von außerhalb stammenden Menschen, die hier leben, mehr Rechte haben als wir."

Natalia Pérez (33)

„Ich engagiere mich bei den Ciudadanos und finde es schon deswegen extrem wichtig, wählen zu gehen. Ich selbst habe noch nie eine Wahl verpasst, was ich wohl auch meinen Eltern zu verdanken habe. Wer nicht wählen geht, darf sich auch nicht beschweren – etwa über den Schmutz in Palmas Innenstadt. Meiner Partei und mir liegt das Thema Bildung und die Dreisprachigkeit besonders am Herzen. Auch Wohnungs-Eigentümern wollen wir mehr Sicherheit geben."

Juan López (62)

„Ich wähle schon immer dieselbe Partei, die Sozialisten (PSOE). Ich motiviere mich weiterhin, wählen zu gehen, da ich hoffe, dass es bald endlich eine stabile Regierung gibt, die die Probleme unserer Gesellschaft löst. Ich selbst bin Langzeit-Arbeitsloser. Die vielen Migranten, die hier leben, sind nicht schuld. Es gibt einfach generell zu wenig Arbeit. Auch die Gehälter sind zu niedrig im Vergleich zu den hohen Mieten. Ich hoffe, dass die PSOE gewinnt, und bald etwas bewegt."

Margalida Servera (62)

„Würde nur mein Kopf entscheiden, würde ich nicht noch einmal wählen gehen. Mein Herz sagt mir aber, dass ich moralisch dazu verpflichtet bin. Und: Wenn wir nicht wählen gehen, bleibt alles beim Alten. Unter meinen Freundinnen motivieren wir uns gegenseitig. Mir ist vor allem das Thema Bildung wichtig. Es ist die Grundlage der Zukunft. Wenn sich das Bildungssystem alle vier Jahre mit jeder neuen Regierung ändert, führt das nur zu Kuddelmuddel."

Melissa Gouldney, Manuela Aguirre (18)

„Wir sind beide 18 Jahre alt. Und für uns ist die Wahl am 10. November die erste, also etwas Besonderes. Wir wollen uns etwa dafür einsetzen, dass jeder das studieren kann, was er will. Manuela wird wohl die Linkspartei Podemos wählen. Ihr Programm sieht vor, dass Religionsunterricht in der Schule nicht obligatorisch ist. Auch dass Männer und Frauen gleich behandelt werden, ist uns wichtig, sowie dass das öffentliche Gesundheitssystem erschwinglich bleibt."

Jesús Navarro (47)

„Es ist schwer, sich weiterhin zu motivieren, wählen zu gehen. Ich finde es aber wichtig und habe daher selbst, als ich auf Hochzeitsreise war, Briefwahl beantragt. Meine Partnerin und ich haben vier Kinder. Ich wünsche mir, dass die Regierung Unternehmen unterstützt, damit sie junge Menschen ohne Arbeitserfahrung einstellen. Nur so können sie sich von den Eltern lösen. Auch Rentner sollten von dem Geld, das sie bekommen, gut leben können."

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