Besuch in der Ukraine: Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sagt Selenskyj in Kiew Militärhilfen zu
Der Regierungschef besuchte auch den Vorort Borodjanka, in dem Massengräber gefunden worden waren

Ministerpräsident Sánchez am Donnerstag (21.4.) bei der Pressekonferenz mit Wolodimir Selenskyj. / EPE/Miguel Gutierrez
Juanma Romero
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat sich am Donnerstagnachmittag (21.3.) in Kiew mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen. Dabei sagte der spanische Regierungschef dem Land Militärhilfen zu.
Die Lieferungen seien bereits auf dem Weg, sagte Sánchez. Das Marineschiff "Isabel" liefert 200 Tonnen Munition. Zudem sind 30 Lastwagen mit Waffen auf dem Weg nach Polen. Es handelt sich um die größte Militärhilfe, die Spanien je geleistet hat, so Sánchez, der am Vormittag gemeinsam mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in das vom Krieg gebeutelte Land gereist war.
Spanien habe seine "Solidarität" mit dem ukrainischen Volk bekundet, aber "die Bedürfnisse sind enorm", und deshalb werde die Regierung Kiew weiterhin politische, humanitäre, finanzielle und militärische Hilfe bieten. Selenskyj betonte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz, dass sein Land vor allem Waffen braucht.
Besuch im Kiewer Vorort Borodjanka
Vor dem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten hatte sich Sánchez bei einem Besuch im Kiewer Vorort Borodjanka erschüttert über die Lage vor Ort gezeigt. "Es macht betroffen, die Schrecken und die Gräueltaten von Putins Krieg auf den Straßen von Borodjanka zu sehen. Wir werden das ukrainische Volk nicht allein lassen", schrieb er am Donnerstag auf Twitter. Anschließend trafen Sánchez und Frederiksen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammen.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez beim Besuch in dem Kiewer Vorort Borodjanka. / EFE/MIGUEL GUTIÉRREZ
In Borodjanka waren kurz zuvor nach ukrainischen Angaben zwei weitere Massengräber entdeckt worden. Einige von ihnen hätten Folterspuren aufgewiesen. Borodjanka gehört zu den am stärksten zerstörten Städten in der Hauptstadtregion. Aus der Stadt wurden Gräueltaten der mittlerweile abgezogenen russischen Einheiten gemeldet. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.
Frederiksen sprach vor dänischen Reportern von Kriegsverbrechen, die dokumentiert werden müssten. "Das sind auch sehr, sehr brutale Übergriffe gegen eine Zivilbevölkerung, die niemandem etwas getan hat und nur den Wunsch hat, ein friedliches Leben zu führen, wie wir anderen es tun." Dem Sender TV2 sagte sie, Dänemark werde der Ukraine weitere Waffen liefern. Welche, das ließ sie zunächst offen. (mit dpa)
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