"Supertalent" Angel Flukes: "Das Zeitfenster ist klein, ich muss es nutzen"

Für die Gewinnerin der RTL-Show und britische Insel-Residentin könnte es der ersehnte Durchbruch sein

26.12.2016 | 14:13
"Ich bin immer noch ich", sagt Angel Flukes, die vielen aus dem Lokal Krümels Stadl bekannt ist.

Beim zweiten Mal hat es geklappt. Nach einer ersten Teilnahme in der TV-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar" hat die britische Mallorca-Residentin Angel Flukes am Samstag (17.12.) „Das Supertalent" gewonnen. Mit der Ballade „Think Twice" von Celine Dion begeisterte sie sowohl die Juroren rund um Zampano Dieter Bohlen als auch das Publikum. Nach dem Sieg ging es direkt wieder zurück nach Mallorca, wo die Musikertochter seit sieben Jahren lebt und auch regelmäßig in Lokalen wie Krümels Stadl in Peguera auftritt. Die 28-Jährige will 2017 ihren Verlobten Lee Norris ehelichen. Den Heiratsantrag machte sie selbst – auf der Bühne einer Hochzeitsmesse in ihrer Heimatstadt Plymouth.

Bei „Deutschland sucht den Superstar" meinten die Juroren, Sie seien zu perfekt. Waren Sie diesmal „schlechter"?
Keine Ahnung (lacht). Ich bin immer noch ich. Bei „DSDS" sagten sie mir auch ständig: „Du warst fantastisch, du hast es genau richtig getroffen." Ich habe mein Outfit manchmal verändert, mal funky, mal mit mehr Glamour. Wenn dir aber jemand sagt, du bist „zu perfekt", was willst du da machen? Es sei „langweilig" geworden, meine immer guten Auftritte zu bewerten. Dabei war ich auch bei „DSDS" bei den Online-Bewertungen der absolute Publikumsliebling.

Jetzt wollten Sie es noch einmal wissen.
Genau, ich wollte es ihnen noch einmal zeigen, ich hatte ja nichts zu verlieren. Dieter Bohlen kannte mich ja schon, und er ist ja eine ziemliche Größe in dem Business. Also habe ich mich mit einem meiner Lieblingslieder – „Run" von Leona Lewis – noch einmal beworben und bekam von Dieter den Goldenen Buzzer. Das war schon mental (Englisch für „krass", Anm. d. Red.).

Dieter Bohlen war bei Ihnen diesmal handzahm ...
Stimmt, ich habe den bösen Wolf Dieter nicht zu Gesicht bekommen. Ich glaube, er hat gemerkt, dass er damals einen Fehler gemacht hat, mich rauszuwerfen. Das hat er sogar zugegeben.

Und was halten Sie von seiner Bemerkung, „Das Supertalent" brauche mehr deutsche und weniger ausländische Teilnehmer?
Außer mir gab es auch Finalisten aus Polen und Tschechien, da habe ich das nicht persönlich genommen. Der Kommentar selbst? Es geht mich nichts an, es ist ihre Show (lacht). Ich wollte viel lieber wissen, was er von mir hält.

Ihr Vater war Musiker, Sie selbst singen seit Ihrer Kindheit, haben aber keine professionelle Ausbildung. Wie haben Sie sich auf die Talentstaffel vorbereitet?
Ganz ehrlich? Gar nicht. Bei meinen bisherigen Auftritten in den Bars auf Mallorca habe ich vorher ein Glas Wein getrunken, rauf auf die Bühne und los. RTL hat mir in der finalen Woche einen Gesangscoach zur Seite gestellt. Die Frau war unglaublich, hat Töne aus mir herausgelockt, von denen ich nicht wusste, dass sie existieren. Wir haben Meditation und Atemübungen zusammen gemacht.

Die Konkurrenz war hart. Die Schlangenfrau und der deutsche Balladensänger beeindruckten. Waren Sie trotzdem optimistisch?
Auf jeden Fall. Ich bin kein religiöser Mensch, eher spirituell orientiert. Es gab in der Woche des Finales so viele Zeichen, ich hatte merkwürdige Träume. All das hat mir gezeigt: Das will etwas bedeuten. Ich war
absolut positiv gestimmt. Wir Finalisten waren alle sehr unterschiedlich, jeder hätte gewinnen können, es hing vom Publikum ab.

Wäre ein zweiter Platz eine herbe Enttäuschung gewesen?
Ich bin keine schlechte Verliererin. Bei „DSDS" bin ich auch rausgeflogen und habe mich aufgerappelt. Aber ich war oft das Mädchen auf dem zweiten Platz. Den wollte ich schon ganz gerne mal verlassen.

Sie hatten 2012 und 2013 schon mal einen Plattenvertrag, dieses Jahr haben Sie eine Single veröffentlicht, jetzt sind Sie Gewinnerin bei „Das Supertalent". Was kommt als Nächstes?
Jetzt heißt es, den nächsten Schritt zu planen und einen guten Manager zu wählen. Ich habe viele Angebote bekommen und picke mir den besten raus. Und ich werde mich hinsetzen, um Songs zu schreiben und aufzunehmen. Das muss alles recht fix gehen: Das Zeitfenster ist klein, ich muss es nutzen, bevor mich die Leute vielleicht wieder vergessen. Es geht sofort richtig los. Mein Traum wäre natürlich ein Plattenvertrag.

Sie bleiben auf der Insel?
Ja, ich wohne weiterhin in Palmanova. Wobei ich gerne reise. Ganz ohne die Allüren einer Diva: Was ich brauche, passt gut in einen Koffer.

Ist Mallorca denn ein guter Ort für Ihre Karriere?
Absolut. Würde ich nicht auf Mallorca leben, wäre es nicht zu meinem Sieg bei „Das Supertalent" gekommen. Ich bin ja immer in Krümels Stadl in Peguera aufgetreten. Die Inhaber haben mich erst auf die Idee der Shows in Deutschland gebracht und mir sogar meine Flüge zur ersten Runde von „DSDS" bezahlt.

Wie viel wird sich jetzt ändern?
Ich bin nicht Adele, auch noch kein Superstar. Ich werde also erst einmal so weitermachen wie bisher, schließlich muss ich Geld verdienen. Meine Sendung bei Radio One Mallorca werde ich vielleicht sein lassen –
wahrscheinlich bin ich bald sehr beschäftigt und habe dann keine Zeit mehr für eine wöchentliche Show.

Und was ist mit Auftritten etwa im Krümels Stadl?
Als Dankeschön werde ich dort demnächst noch ein-, zweimal singen – regelmäßige Auftritte sind allerdings nicht mehr drin.

Sie haben 100.000 Euro gewonnen und treten 2017 in Las Vegas auf. Ausgesorgt?
Ein wenig Sicherheit gibt es mir natürlich. Bisher hatte ich kein großes finanzielles Polster. Ich werde einen Teil dem Tierschutz spenden, etwas wird für meine Hochzeit nächstes Jahr draufgehen und vielleicht investiere ich in eine Hypothek für ein Haus. Den Rest bekommt das Finanzamt (lacht).

Angel Flukes tritt am 25.12. und am 31.12. im Mood Beach in Portals auf. Beide Auftritte sind ausgebucht.

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