Kovacs-Stiftung verschwindet von der Bildfläche

Ohne die massiven Subventionen konnte sich die alternative Behandlungsmethode von Rückenschmerzen nicht halten

26.06.2017 | 11:49
Die Wirksamkeit der Klammerbehandlung konnte nie nachgewiesen werden.

Die über lange Jahre auf Mallorca subventionierte Behandlung von Rückenschmerzen durch die Kovacs-Stiftung ist Geschichte. Die Institution meldete nur knapp ein Jahr nach dem Wegfall der Subventionen durch die Balearen-Regierung Konkurs an, wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" am Montag (26.6.) berichtet.

Das Aushängeschild der 1986 in Palma gegründeten Kovacs-Stiftung war die neurorreflejoterapia, die von René Kovacs, dem Vater des heutigen Stiftungspräsidenten Francisco Kovacs, entwickelt wurde, um chronische Rückenschmerzen zu behandeln.Die Behandlung besteht im Tackern von Stahlklammern in die obere Hautschicht im Nacken- und Rückenbereich. Diese sollen die Nerven stimulieren und die Schmerzen lindern.

Hintergrund: Die Kovacs-Behandlung von chronischen Rückenschmerzen

Obwohl die Wirksamkeit der Behandlung immer wieder von Ärzten angezweifelt wurde, zahlten die Balearen über 13 Jahre hinweg Subventionen, um die Methode und ihre weitere Erforschung weiter zu finanzieren. Insgesamt seien rund 9,4 Millionen Euro geflossen. Sowohl konservative als auch progressive Landesregierungen hatten die Subventionen weitergeführt, bis im Dezember 2015 der Geldhahn schließlich abgedreht wurde.

Befürworter der Methode betonten immer wieder, dass dem Gesundheitssystem durch die Subventionen viel teurere Behandlungen erspart geblieben worden seien. Von Einsparungen von bis zu 42 Millionen Euro war die Rede. Kritisch hinterfragt wurde das ganze Projekt, als immer höhere Subventionen gezahlt wurden und Zweifel an einigen Gutachten über die Stiftung aufkamen. /tg

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