Planespotting am Flughafen Mallorca: Es liegt ein Peitschen in der Luft

Fast im Minuten-Takt starten und landen in der Hochsaison Flugzeuge auf Palmas Airport. Am Verkehrskreisel der Ma-5013 kann man ihnen nahekommen und sich ein wenig mitreißen lassen

21.08.2017 | 02:30
Landeanflug auf den Sant Joan in Palma.

"Hast du das gehört?" Max Endruweit blinzelt in den blauen Mallorca-Himmel. Vor wenigen Sekunden ist eine Maschine von Eurowings über unseren Köpfen im Landeanflug auf Palmas Flughafen hinweggedonnert. Jetzt liegt ein Peitschen in der Luft, es zischt beinahe unheimlich, verorten kann man das Geräusch nicht.

Was wir hören, müssen die Luftverwirbelungen sein, die hinter Flugzeugen entstehen. Die sogenannten Wirbelschleppen können so intensiv sein, dass sie ein anderes Flugzeug zum Absturz bringen können – wenn es denn zu nah hinter dem anderen fliegt. Die Zeit, die es braucht, damit sich die Wirbel quasi in Luft auflösen, sind ein wesentlicher Faktor für die maximale Auslastung eines Flughafens. Und die war Samstag (5.8.) am Flughafen Son Sant Joan in Palma de Mallorca erreicht.

Die meisten Starts- und Landungen

1.117 Flüge wurden an diesem Tag abgefertigt, etwa 190.000 Reisende passierten den Flughafen, das ist Rekord in diesem Jahr. Der Tag mit den meisten Starts und Landungen, ein Muss für Planespotter, die das Fotografieren von Flugzeugen zu ihrem Hobby gemacht haben. Der beste Ort, um die Flieger zu beobachten, liegt direkt am Verkehrskreisel der Ma-5013 am Camí de Sant Jordi. Ein Signalturm des Leuchtfeuers steht direkt im Kreisel.

An der staubigen Ausbuchtung direkt am Flughafenzaun treffen wir Max. Der elf Jahre alte Junge aus Hamburg ist mit seinen Eltern hier. Er ist ein Flugzeugfan. "Als in Hamburg der G20-Gipfel war, habe ich die Air Force One des US-Präsidenten gesehen", sagt er. Die sei ganz schön groß gewesen.

Der Rest geht im Lärm der nächsten Maschine unter. Kein guter Ort, um zu plaudern. Mit der Stoppuhr messen wir die Zeit, bis das nächste Flugzeug kommt. Max späht gen Horizont, wo man immer drei Flieger im Anflug sehen kann. Sie funkeln in der Sonne, das Landelicht ist eingeschaltet, der vordere ist fast da: 1 Minute und 25 Sekunden. "Gleich qualmt es", sagt Max, kurz bevor die Reifen auf den Asphalt schlagen. Seine Eltern wollen weiter, die Sonne brennt, Schatten gibt es hier nicht, es geht noch zum Shoppen. Max winkt zum Abschied aus dem Auto.


"Einfach faszinierend"

Grit Markwardt (47) stoppt als Nächste. Die Frau aus Thüringen ist mit ihrer Tochter Franziska (14) gekommen, beide zücken sofort die Handys und fotografieren den nächsten heranbrausenden Vogel. "Es ist einfach faszinierend", sagt Markwardt. Dass sie sich in der Luft halten können und dass so selten etwas passiert. 1991 hat sie zum ersten Mal auf Mallorca ­Urlaub gemacht. Mit einer der letzten Maschinen der DDR-Airline Interflug sei sie gekommen. Wenn Sie auf der Insel Urlaub macht, kommt sie mindestens einmal hier vorbei, sie liebe das Fliegen. Die Frage, ob das Fliegen für sie Freiheit bedeute, geht im Brüllen der Triebwerke unter.

"Ganz schön laut", findet Annabelle (6), die sich die Ohren zuhält. Sie ist mit ihrem Papa Ronny (42) und Bruder Benny (4) hier. Auch Ronny macht schnell ein Foto. Nein, Flugzeugfans seien sie keine, sagt er. Auch Annabelle schüttelt den Kopf. Ronny sagt: "Wir sind hier, um Oma und Opa abzuholen. Die saßen in der Maschine, die ich gerade fotografiert habe." Per Flightradar24 könne man ja genau schauen, wann die Flieger landen und woher sie kommen. Annabelle muss sich wieder die Ohren zuhalten. "Die kam übrigens aus Österreich", sagt Ronny, steigt ins Auto und macht ebenfalls einen Abflug.

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