MZ-Kommentar: Die Generation Colacao

10-07-2008  
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HOLGER WEBER Spaniens Handballer machten 2005 den Auftakt, als sie in Tunesien den Weltmeistertitel holten. Die Basketballer taten es ihnen ein Jahr später nach. Und vor drei Wochen schafften sogar die Fußballer das, woran vor Turnierbeginn kaum jemand ernsthaft geglaubt hatte: Sie gewannen bei der Europameisterschaft in Österreich und in der Schweiz erstmals nach 44 Jahren wieder einen großen Titel. Zu den gro­ßen Erfolgen in den Mannschaftssportarten gesellen sich die Einzelsportler, zu denen trotz einer zurzeit glücklosen Phase Ex-Formel-1-Weltmeister Fer­nando Alonso, allen voran aber der frischgebackene mallorquinische Wimbledonsieger Rafael Nadal gehören.

Mit der Wirtschaft ist in den vergangenen drei Jahrzehnten auch die Zahl der Siegertypen rasant gewachsen, die das Land hervorgebracht hat. Einen ­direkten und zwingenden Zusammenhang zwischen ökonomischer Stärke und dem sportlichen Erfolg eines Landes gibt es sicherlich nicht. Wenn dies so wäre, dümpelten die Japaner im Medaillenspiegel der Olympischen Spiele nicht alle vier Jahre im unteren Mittelfeld. Und doch spricht einiges dafür, dass die ýGeneration Colacao" (das spanische Nesquik) von den sich wandelnden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Landes profitiert hat.

Es sind die Kinder des Aufschwungs, die heute die Trophäen in den Himmel heben. Die Generation der zwischen 1978 und 1988 Geborenen ist die erste, die in einem demokratischen und in den europäischen Institutionen eingebettetem Spanien aufwuchs. Es sind die Kinder einer Elterngeneration, deren Gedanken sich nicht mehr nur allein um das Auskommen der Familie drehten. Die Siege auf den Spielfeldern und Centre Courts dieser Welt sind auch die Früchte einer breiter gewordenen Mittelschicht, die die Talente ihres Nachwuchses entsprechend fördern konnte. Die Triumphe der vergangenen Jahre lassen keinen anderen Schluss zu: Zumindest im Sport gehört das Land schon zu den ýG8".

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