Der neue Hafen von Molinar kann sich schon sehen lassen
Die Anwohner des ehemaligen Fischerviertels in dem Stadtteil von Palma de Mallorca haben Großprojekte für ihren Traditionshafen verhindert. Nun nimmt die abgespeckte Umgestaltung Form an. Eine erste Begehung
Auch wenn die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen sind, hat man nun schon einen Einblick wie das Endresultat aussehen wird. / Nele Bendgens
Seit fast anderthalb Jahren wird im Bereich des kleinen Hafens von Molinar in Palma de Mallorca abgerissen, abgezäunt und umgebaut. Die Umgestaltung in Palmas Trendviertel ist zwar noch längst nicht fertig - doch ausmalen, wie modern und anwohnerfreundlich der Port Molinar bald aussehen wird, kann man sich schon gut.
Immer wieder schlendern neugierige Spaziergänger vorbei, halten hinter dem Zaun an und schauen sich die Baustelle und die schon fertigen Gemäuer an. Der Bagger weiter hinten steht heute still, lediglich aus der Traditionsbar Molinar gegenüber sind einige Gesprächsfetzen zu hören, und alle paar Minuten ein bisschen Fluglärm. Ansonsten plätschert hier nur das Wasser. Es ist eine wahre Ruheoase fernab vom Stadtlärm. Trotzdem knallt die Sonne wohl zu sehr, als dass sich einer der Passanten auf einer der vielen weißen Bänke niederlassen würde. Die Palmen dazwischen, die Schatten spenden sollen, sind so frisch angelegt, dass sie noch von Holzbrettern gestützt werden.
An einem der Häuser gegenüber hängt ein blau-weißes Schild „Al Molinar, Port Petit" (Ein kleiner Hafen für Molinar) steht darauf. Es ist der Name der Kampagne von Organisationen wie Arca, Gob, Greenpeace oder Anwohnern. „Sieben Jahre lang haben wir dafür gekämpft, dass der Hafen nicht größer wird", sagt Pedro Martínez, Sprecher der Initiative - und der Kampf hatte Erfolg. Gleich zwei Großprojekte mussten eingestampft werden, ursprünglich sollte die Anlage zum Meer hin auf das Siebenfache anwachsen. Stattdessen ist jetzt alles eine Nummer kleiner geplant.
Großzügig angelegt ist nun stattdessen der Bereich für Spaziergänger und Sportler, sie bekommen an der Promenade dank der Umstrukturierung deutlich mehr Platz. Auch, dass das Haupthaus des charakteristischen Hafengebäudes erhalten bleibt, wurde dank der gesammelten Unterschriften erreicht. „Es gehört einfach zum Bild des Viertels, das sowieso schon viel Charme verloren hat", so Martínez. Umso wichtiger sei es, dass die Kampagne Erfolg hatte. „Es ist selten, dass es Anwohnern und Umweltschützern gelingt, ein so großes Projekt umzukrempeln."
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