01. März 2012
01.03.2012
Mallorca Zeitung

Anwalt beantragt Versteigerung der Becker-Finca auf Mallorca

Ex-Tennis-Star schuldet einer Firma 276.000 Euro. Jetzt muss ein Richter festlegen, wann das Anwesen unter den Hammer kommt

07.03.2012 | 20:44

Die Zwangsversteigerung von Boris Beckers Villa auf Mallorca rückt näher. Anwalt Carlos de la Mata (Bufete Buades) beantragte am Montag (5.3.) bei Gericht die Festlegung eines Termins für die öffentliche Versteigerung des Haupthauses und des dazugehörigen Grundstücks. „Voraussetzung dafür war ein Wertgutachten, das uns mittlerweile vorliegt", erklärt de la Mata. Er vertritt die mallorquinische Gartenbaufirma Jardines Alfabia, der die Betreibergesellschaft Goatbridge S.L. des Becker-Anwesens „Son Coll" rund 276.000 Euro für Arbeiten auf der Finca schuldet. Bereits im vergangenen März erwirkte die Firma in dem Rechtsstreit ein für sie positives Urteil. Das Gericht (Juzgado de Primera Instancia) verdonnerte Goatbridge mit einer Frist von 20 Tagen zur Zahlung von 276.162,48 Euro an Jardines Alfabia. Die Summe entspricht den nicht bezahlten Rechnungen der Firma ohne die Mehrwertsteuer, die inzwischen verjährt war. Nachdem Goatbridge dagegen Einspruch eingelegt hatte, beantragte de la Mata als Sicherheit für die Zahlung die vorläufige Vollstreckung des Urteils. Daraufhin wurde mit Beschluss vom 3. Mai die Pfändung der Villa eingeleitet. Der Einspruch von Goatbridge wurde mittlerweile abgelehnt, somit muss die Firma auch die Gerichtskosten der zweiten Instanz tragen.

Wenn Becker weiterhin seine Schulden nicht begleicht, wird in den nächsten Monaten die Versteigerungsankündigung seiner Villa öffentlich im Gericht in Palma aushängen. „Er hat allerdings bis zur letzten Sekunde die Möglichkeit, doch noch zu zahlen und so die Versteigerung zu verhindern. Zu der eigentlichen Summe kommen dann Verzugszinsen und Gerichtskosten hinzu", erklärt de la Mata, der
parallel an einer weiteren Klage gegen Goatbridge arbeitet. Eine Baufirma fordert 490.384,38 Euro für nicht bezahlte Instandhaltungsarbeiten auf „Son Coll". Die Verhandlung soll im Juni stattfinden.

Boris Becker versucht seit Jahren vergeblich, sein Mallorca-Anwesen bei Artà zu verkaufen. Ursprünglich verlangte er laut einem Bericht von „El Mundo" 15 Millionen Euro für die Edel-Finca. Dazu gehören neben dem Haupthaus auch Häuser für Gäste und Personal, Pool, Poolhaus, Tennisplatz, Pferdeställe, Hubschrauberlandeplatz, ein kleines Amphittheater und eine großzügige Gartenanlage. Das insgesamt 265.000 Quadratmeter große Gelände besteht aus mehreren einzelnen Grundstücken, wobei bei der drohenden Versteigerung nur die Parzelle mit dem Haupthaus unter den Hammer kommen würde. Die Schätzung des Gutachters, die erst mit dem Gerichtsaushang öffentlich bekannt werden wird, bezieht sich nur darauf.

In Deutschland hat Boris Becker kürzlich einen Rechtsstreit gegen den Geschäftsmann Klaus Harisch verloren. Das Oberlandesgericht München verurteilte den früheren Tennis-Profi im Februar dazu, ein 500.000-Euro-Darlehen an Harisch zurückzuzahlen. Mit Zinsen beläuft sich die Summe auf mehr als eine Dreiviertelmillion Euro.

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