19. März 2009
19.03.2009

Parodontitis rechtzeitig heilen

15.01.2009 | 13:08
Regelmäßige Untersuchungen räumen Risikofaktoren aus.

Die Zahngesundheit kann Hinweise auf den generellen Gesundheitsstatus geben. Menschen mit einer Parodontitis (bakterielle Entzündung und Zerstörung des Zahnhalteapparates) haben ein erhöhtes Risiko, Herz- und Gefäßkrankheiten zu erleiden. Regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen könnten daher den frühesten Hinweis auf eine beginnende Erkrankung der Blutgefäße liefern. Die Parodontitis beruht auf einer bakteriellen Infektion des Zahnhalteapparate, die Entzündungsreaktionen auslöst, die sich auch in anderen Teilen des Körpers auswirken können.

Viele Menschen wissen gar nicht, dass die Zahngesundheit oft auch Hinweise auf den generellen Gesundheitsstatus geben kann. In einer in Italien im Jahr 2008 durchgeführten Studie konnte man einen Zusammenhang zwischen dem Grad der entzündlichen Zahnfleischerkrankung und der Dicke der Halsschlagaderwand sowie der Einschränkung der Herzfunktion nachweisen. Dieser Zusammenhang besteht auch dann, wenn Blutdruck, Körpergewicht und Cholesterinwerte noch im normalen Bereich liegen. Die Mediziner werteten in einer Studie die Daten von 421 Menschen aus, die ein Familienmitglied hatten, das kurz zuvor wegen einer Herz- oder Gefäßkrankheit stationär behandelt worden war. Die Probanden waren im Schnitt 48 Jahre alt und litten selbst nicht unter Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes. Unter anderem wurden Blutwerte für das C-reaktive Protein (CRP) gemessen, das bei Entzündungen im Körper verstärkt gebildet wird und daher von Kardiologen als Risikofaktor für Herz- und Kreislauferkrankungen gewertet wird. Ein Viertel der Testpersonen war nach eigenen Angaben bereits an einer Parodontitis erkrankt. Diese Menschen waren nicht übergewichtig, hatten keine erhöhten Cholesterinwerte und litten nicht unter Bluthochdruck. Trotzdem zeigten 37 Prozent von ihnen deutlich erhöhte Entzündungswerte, die auf eine starke Gefährdung der Herz- und Gefäßgesundheit schließen lassen.

Nach einer erfolgreichen zahnärztlichen Behandlung kam es zu einer relevanten Reduktion der Dicke der Gefäßinnenwand (Intima), welche anhand von Ultraschalluntersuchungen in den folgenden sechs Monaten bestätigt werden konnte. Dies unterstützt frühere Vermutungen, dass entzündliche Veränderungen im Zahnhalteapparat häufig der Grund für eine generalisierte Entzündungsreaktion sind und diese in einem frühen Stadium die Arterienverkalkung begünstigen.

Aufgrund der noch weiterhin erforderlichen Studien mit größeren Patientenfallzahlen kann man derzeit jedoch noch keine zuverlässigen Aussagen hierüber machen. Um also zu klären, ob eine erfolgreiche Behandlung der Parodontitis dieses Risiko wieder senken könnte, sind noch weitere Studien erforderlich.

Anhand dieser Aussagen müsste man demnach vermuten, dass in Ländern, in denen die Krankenversicherungen eine zahnärztliche Behandlung nur unzureichend abdecken – wie hier in Spanien –, vermehrt Herz-Kreislauferkrankungen auftreten. Sicher wäre auch dies eine interessante Untersuchung. Nicht berücksichtigt wurde die Auffassung, dass Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern ein vier- bis sechsfach erhöhtes Risiko haben, eine Parodontitis zu entwickeln. Ebenso verhält es sich bei den Diabetikern, also denen, die aufgrund dieser Risikofaktoren häufiger an Herz- und Kreislauferkrankungen leiden.

Der Autor ist Internist und Kardiologe in der Clínica Picasso in Palma, Tel.: 971-22 06 66.

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