14. Mai 2019
14.05.2019

Durch die größte Gemeinde auf Mallorca wandern

Eine Rundtour bei Llucmajor im Schatten des Klosterbergs Randa

14.05.2019 | 01:00
Mandelbäume unterhalb des Puig de Randa mit dem Santuari de Gràcia und dem Kloster Sant Honorat.

Die leichte Rundtour beginnt am östlichen Ortsrand von Llucmajor bei der Schule IES. Das Institut befindet sich am Ende des Carrer de la Gràcia. Dort folgt man geradeaus dem Schild „Agroturisme Son Sampolí". Den rechten Abzweig an dieser Stelle mit der Beschilderung „Campos, Porreres" merkt man sich, da man hier auf dem Rückweg wieder ankommen wird.

Nach etwa 100 Metern wird auf dem wenig befahrenen Camí de la Gràcia dann das Wegkreuz Sa Creu de ses Dones erreicht. Das 1545 errichtete Kreuz ist zwei Frauen gewidmet, die im Juli 1523 bei einer Prozession auf das Kloster Santuari de Nostra Senyora de Gràcia verstarben.

Der Wanderer taucht danach in eine alte Kulturlandschaft mit Feldern ein, auf denen Mandel- und Johannisbrotbäume stehen. Am Straßenrand blühen im Frühjahr die Baumförmige Strauchpappel, der Röhrige Affodil, Borretsch, Klatschmohn und der Glöckchenlauch. Auch Fenchel und der Wildspargel sind zu sehen. All diesen Pflanzen begegnet man auf dieser Wanderung immer wieder.

Auf der linken Seite ist etwas entfernt die Gebirgskette Serra de Galdent mit den drei Gipfeln Puig de Son Roig, Puig d'en Claret und Puig de ses Bruixes auszumachen. Rechts davon erheben sich der Puig de ses Reus und das Randa-Massiv mit seinen drei Klöstern, die auf drei verschiedenen Ebenen liegen: Unten das Santuari de Nostra Senyora de Gràcia, direkt darüber das Kloster Sant Honorat und oben das Santuari de Cura.

Man wandert auf der Asphaltpiste weiter geradeaus, ignoriert den links liegenden Weg Camí d'es Coix Carro und erreicht rund eine Viertelstunde nach Tourstart eine Wegteilung, bei der rechts der Beschilderung „Camí de Binificat o sa Maimona" zu folgen ist. Links verläuft die Route zur Finca Son Sampolí.

Danach bleibt man weiterhin auf dem Hauptweg und passiert kleinere und größere Anwesen mit teils imposanten Gartenanlagen. Schließlich wird das schmucke Anwesen Es Pontarró erreicht, bei dem sich ein restaurierter Mühlenturm befindet. Man bleibt weiter auf der Hauptpiste, ignoriert danach ein Schild „Camí des Pontarró", das nach links verweist, passiert geradeaus ein lichtes Kiefernwäldchen und gelangt auf der Asphaltpiste zu der nächsten Wegteilung. Die Gehzeit von der Kreuzung mit dem Schild „Camí de Binificat o sa Maimona" hat rund 35 Minuten betragen.

Bei dieser Wegteilung ignoriert man nun den linken Abzweig mit dem weiteren Schild „Camí des Pontarró" und biegt rechts (roter Punkt auf Gestein) auf eine schmale Fahrbahn ab, neben der sich auch ein Verkehrsschild „3,5 t" befindet. Die Asphaltpiste knickt nach rund 100 Metern bei dem braunen Eisentor einer kleinen Finca, bei der sich ein hohe Palme befindet, rechts weg.

Der Wanderer befindet sich nun bei dieser Rundtour wieder auf dem Rückweg nach Llucmajor. Er wird bei diesem Abschnitt feststellen, dass die Landschaft hier noch viel von ihrem ursprünglichen Charakter hat und nicht so zersiedelt ist wie auf dem Camí de Binificat mit seinen vielen Neubauten von Fincas und Villen und ihren großen Gartenanlagen. Durch diesen ursprünglichen Charakter bekommt man einen vagen Eindruck davon, dass Mallorcas mit rund 327 Quadratkilometern heute flächenmäßig größte Gemeinde einst von der Landwirtschaft und Viehwirtschaft gelebt hat. So wurde im 14. und 15. Jahrhundert Schafskäse aus Llucmajor sogar nach València, Barcelona, Algier, Neapel und Genua exportiert. Noch in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts waren fast 70 Prozent des Gemeindegebiets landschaftliche Nutzflächen mit Getreidefeldern und Mandelplantagen.

Man passiert in der Folge kleine Steinhütten und eine lange Reihe von dicht an dicht stehenden Zypressen, die als Windschutz für mit Mandelbäumen und Zitrusfrüchten bewachsene Felder dienen. Diese und die angrenzenden Gärten und Felder gehören zum Hort de Binificat. Die gleichnamige possessió liegt etwa ein Kilometer entfernt in Richtung Porreres.

Der Wanderer bleibt immer auf dem Hauptweg, ignoriert ein Schild „Miner Vella", kommt an zwei verlassenen Anwesen mit defekten Mühlen vorbei, erreicht dann das Eingangstor der Finca es Pèleg und kurz darauf die Font d'en Pèleg. Die Gehzeit von dem Abzweig mit dem roten Punkt und dem Verkehrsschild „3,5 t" hat rund 20 Minuten betragen.

Der Brunnen ist schon im 13. Jahrhundert dokumentiert. Noch bis in die 60er-Jahre wurde hier in zwei großen aljubs das Wasser gesammelt und gespeichert. Heute ist die mit hohen Birken und Zypressen bepflanzte Font d'en Pèleg ein Ort der Stille und Ruhe, an dem sich eine Pause anbietet.

Weiter geht es auf der schmalen Fahrbahn, die an einigen Anwesen vorbeiführt. Man bleibt immer auf dem Hauptweg und erreicht schließlich wenige Meter nach dem Haus Yumayu die Ma-5020, wobei die Gehzeit von der Font rund 25 Minuten betragen hat.

Man biegt dann rechts auf die Landstraße ein, wandert mit Vorsicht am Straßenrand weiter in Richtung Llucmajor und biegt nach etwa 600 Metern kurz vor Ortsbeginn bei Kilometerstein 0,2 rechts auf einen Erdweg ab. Nach etwa 150 Metern erreicht man dann bei einem Mühlenturm eine Asphaltpiste, folgt dort rechts den Schildern „Algaida" und „Agroturisme Son Sampolí" und gelangt auf der Fahrbahn rund 25 Minuten nach dem Abzweig auf die Ma-5020 wieder zu der Wegteilung mit der Beschilderung „Campos, Porreres" und „Agroturisme Son Sampolí" und links kurz darauf zu dem Institut IES.

Info zur Wanderung:

Wegstrecke: 8.5 km (Rundtour)
Nettogehzeit: rund 2 Std.
Höhenunterschied: nicht nennenswert
Schwierigkeitsgrad: **
Anfahrt von Palma: Auf der Ma-19 nach Llucmajor. Das Institut Maria Antònia Salva in dem Carrer de la Gràcia erreicht man auf der Ronda de Migjorn und dem C/. Convent und dem C/.Orient.
Tourencharakter: Leichte Wanderung auf wenig befahrenen Asphaltpisten.
Ausrüstung: Leichte Wanderschuhe, Wasser, Proviant, Sonnenschutz.
Einkehr: Lokale in Llucmajor.

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