16. Juni 2019
16.06.2019

Hinter die Kulissen des ersten Hotels in Capdepera geschaut

Mit dem Creu de Tau will jetzt auch der Nachbarort von Cala Ratjada im Nordosten von Mallorca etwas vom Urlauberkuchen abhaben. Zwei weitere Häuser sind schon in der Pipeline

16.06.2019 | 01:00
Die PR-Beauftragte Hana Moravcova vor dem Gemeinschaftspool. Er bietet freien Blick auf die Burg.

Wer die schweren Steinstufen im Eingangs­bereich des Hotels Creu de Tau hinaufsteigt, legt automatisch den Kopf in den Nacken. Hölzerne Kerzenleuchter hängen von den hohen Decken, die dicken Sandsteinwände sind gespickt von Fensterbögen, die den Eingangsbereich trotz der schweren Gemäuer hell wirken lassen. Creu de Tau, das ist nicht nur das erste Hotel in Capdepera, sondern zugleich die Wiederbelebung des alten Nonnenkonvents Ca ses Monges, das seit dem Jahr 2005 leer stand und fortan brach lag. Jetzt hat dort ein Vier-Sterne-Superior-Hotel eröffnet.

„Wir hatten schon mehrere Gäste, die aus dem Ort stammen und einfach mal eine Nacht hier verbringen wollten, um zu sehen, was aus dem Kloster geworden ist", berichtet Hana Moravcova. Sie kümmert sich um die PR der Einrichtung und führt die MZ durch das charakterstarke Gebäude, das ursprünglich aus drei Teilen bestand, die nun alle ­miteinander verbunden sind: Da ist der ­ehemalige Wohn- und Gebetsbereich der ­Franziskanerinnen, der 1891 nach drei Jahren Bau fertiggestellt wurde (der Hotelname ist an das typische Franziskanerkreuz der ehemaligen Bewohnerinnen angelehnt). Dann ist da der ebenfalls auf 1891 datierte Trakt der ehemaligen Klosterschule sowie das einstige Ortstheater, das noch älter ist. „Zwei Jahre lang haben Spezialisten in Kleinstarbeit damit verbracht, die ­Gemäuer aufzubereiten und sie möglichst im Originalstil zu belassen."

Außen ist die Steinfassade ein Hingucker, Teile stammen aus der Erbauungszeit des Konvents. Innen dominieren unverputzte Wände, in denen der helle Mallorca-Sandstein Marés verarbeitet ist. Es gibt schmiedeeiserne Geländer und schwere Holzbalken und dazwischen immer wieder Designermöbel und Kunst­gegenstände, wertvolle Stücke aus Privatsammlungen.

„Vier Brüder aus dem Ort haben das Gebäude erworben, nachdem die Nonnen ausgezogen waren", berichtet Hana Moravcova. Im Rathaus rannten die Investoren mit ihrer Hotel-Idee damals offene Türen ein: Schon seit Jahren bemüht sich Bürgermeister Rafel Fernández um die touristische Belebung des vergleichsweise ruhigen Dorfes, das neben dem quirligen Ferienort Cala Ratjada lange kaum Beachtung bei den Urlaubern fand.

Mittlerweile sind die Busverbindungen zwischen Cala Ratjada und Capdepera ausgebaut und eine Fußgängerzone ist in konkreter Planung. Ein stilvolles Hotel kommt da gerade recht. „Es ist eine Chance für Capdepera, eine andere Art von Urlaubern anzuziehen", so Tourismusdezernentin Mónica Viejo im Jahr 2017. Auch zwei weitere Interior-Hotels sollen in den kommenden Jahren im Ort öffnen. Die Gemeindeverwaltung hofft, dass so der lokale Einzelhandel belebt wird. Man will Alternativen zum Strandurlaub, der nur im Sommer die Kassen klingeln lässt.

„Wir werden versuchen, das Creu de Tau ganzjährig geöffnet zu haben", so Moravcova. Immerhin biete der mehr als 200 Quadratmeter große Wellnessbereich auch im Winter ­Badespaß. Dass kaufkräftige Gäste in den 27 Hotelzimmern unterkommen werden – jene Qualitätsurlauber, um die derzeit viele Inselgemeinden buhlen –, bedingen schon die Übernachtungspreise. Für ein Standardzimmer werden in der Vorsaison rund 160 Euro pro Nacht fällig, für die Royal Suite 250 Euro. Dafür lohnt sich dort der Aufstieg auf die private Dachterrasse: Vom eigenen Freiluft-Whirlpool aus können die Bewohner nicht nur auf den Klostergarten mit den alten Steineichen schauen, sondern haben auch freien Blick auf die Burg von Capdepera und das Mittelmeer in der Ferne.

Ähnlich beeindruckend ist der Blick vom Gemeinschaftspool aus sowie von der Terrasse des integrierten Restaurants Cova Negra. Hier bietet der valencianische Koch Pablo Tamarit unter schweren gotischen Bögen mediter­ranes Essen mit internationalem Touch. Moravcova: „Hier kann jeder vorbeischauen, auch ohne Übernachtung."

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