06. Februar 2021
06.02.2021
Mallorca Zeitung

Hinauf zur Quelle: Eine Wanderung zu den Wasserfällen Salt des Freu

Das Ziel der mittelschweren Tour auf Mallorca durch das Vall de Coanegra ist bei großem Besucherandrang gesperrt

06.02.2021 | 01:00
Die Bergfinca Son Pou liegt ganz am Ende des Vall de Coanegra.

Die mittelschwere Wanderung beginnt am Ortsausgang von Santa Maria del Camí auf Mallorca. Hier zweigt von der Landstraße Ma-13?A links der Camí de Coanegra ab. Die Fahrbahn verläuft immer geradeaus, wobei alle Abzweige ignoriert werden. Dem Wanderer wird das Marschieren auf Asphalt durch den Traumblick auf die Serra de Tramuntana etwas angenehmer gemacht. Bei klarer Sicht kann er die Gebirgskette vom Puig de Galatzó, über das Teix-Massiv, den Gebirgszug Serra d'Alfàbia, den Penyal des Migdia, Puig Major bis hin zum Puig de Massanella überblicken.

Rund 25 Minuten nach Tourstart gelangt man dann zu dem kleinen Anwesen s'Hostalet und kurz darauf zu einer Wegteilung, bei der geradeaus auf eine schmale Asphaltpiste einzubiegen ist. Das Schild „Camí d'Alaró", das nach rechts verweist, ist zu ignorieren.

Nun wird der Wanderer auf Schildern und Tafeln sogleich über einige Einschränkungen informiert. So ist ab hier die Weiterfahrt verboten, nur Anwohner dürfen passieren. Die Schilder weisen auch darauf hin, dass das Parken an den beiden Seiten der folgende Strecke verboten ist und Pkw abgeschleppt werden.

Vorbei an den Anwesen Son Berenguer und Son Guya 


Der Grund für die vom Rathaus von Santa Maria del Camí schon vor Jahren veranlassten Regelungen liegt darin, dass massenweise Wanderer mit ihren Pkw bis zu der Possessió Son Oliver gefahren sind, um von dort zu einer Wandertour zu starten. Dabei haben sie regelmäßig einen Verkehrsstau verursacht.

Die Asphaltpiste führt dann an den Anwesen Son Berenguer und Son Guya vorbei. Nach rund 15 Minuten ist das Eingangstor der Possessió Son Oliver erreicht, bei dem sich das Schild „Camí des Freu, Orient" befindet. Eine Tafel weist darauf hin, dass Hunde nur angeleint mitgeführt werden können. Ein weiteres Schild informiert über die Schließung der Höhle Avenc de Son Pou wegen Einsturzgefahr.

Weiter geht es auf der breiten Piste immer tiefer in das Tal. Man bleibt auf dem Hauptweg (Pfostenpfeil) und gelangt dann zum Torrent de Coanegra, der auf einem gepflasterten Abschnitt gequert wird. Der Flurweg verläuft dann ohne nennenswerte Höhenunterschiede weiter. Schließlich wird rund 25 Minuten nach Son Oliver das Anwesen Cases de Son Roig erreicht, bei dem sich die Quelle Fonteta de Coanegra befindet. Historische Dokumente belegen, dass sich hier im 17. Jahrhundert zwei Getreidemühlen befunden haben.

Zur wunderschön gelegenen Bergfinca Ca'n Morei


Der Karrenweg führt von Son Roig links (Pfostenpfeil) weiter. Man passiert wenig später ein Tor durch eine Pforte und gelangt dann zu der wunderschön gelegenen Bergfinca Ca'n Morei und von dort zu dem Anwesen Son Pou, wobei die Gehzeit von den Cases de Son Roig rund zehn Minuten betragen hat.

Das Eingangstor des 1276 erstmals ­urkundlich erwähnten Gutshofs ist verschlossen. Deshalb verläuft vor dem Tor rechts (Pfostenpfeil) ein kurzer Pfad nach oben zu einer offenen Pforte und von dort wieder hinab zu dem Hauptweg. Dieser führt dann in rund fünf Minuten zu einem gut erhaltenen Kalkofen. Es beginnt nun geradeaus (roter Klecks) eine sehr steinige und holprige Waldpiste, die sich in Kehren steil nach oben schlängelt. Die Route knickt dann bei einer Steinpyramide und einem Pfostenpfeil links weg. Man stößt dann wenig später auf einen weiteren Pfostenpfeil und auf ein Steinmännchen, das rechts auf den Aufstieg zum Avenc de Son Pou hinweist.

Da der Avenc geschlossen ist, folgt man nun geradeaus einem Pfostenpfeil. Auf der steilen Piste wird dann ein Sattel erreicht, wobei die Gehzeit von dem Kalkofen rund 25 Minuten betragen hat.

Torrent d'Orient und Font des Freu


Am Sattel, auf dem einst ein Schild ­„Orient" vorhanden war und das aus unerfindlichen Gründen entfernt worden ist, verweisen ein Steinmännchen und ein ­roter Pfeil links auf einen Pfad, der im ständigen Ab und Auf weiter Richtung Orient verläuft, wobei immer wieder rote Markierungen zu sichten sind. Die sehr felsige und muldige Piste verbreitert sich später und windet sich dann teils mauergestützt in einigen Kehren aufwärts. Schließlich werden rund 30 Minuten nach dem Sattel mit dem Steinmännchen und dem roten Pfeil ein Kalkofen und ein Köhlerplatz erreicht, bei denen links (Pfostenpfeil) abzubiegen ist.

Ein Wirtschaftsweg führt wenig später zu einer Mauerbresche, hinter der man auf einer steilen Piste in rund zehn Minuten zu einer Lichtung mit großen Felsbrocken und Grillstellen absteigt. Hier befinden sich auf flachem und bemoosten Terrain der Torrent d'Orient und die Font des Freu, die die Wasserfälle Salt des Freu speisen.

Besucheransturm auf das ­Naturschutzgebiet


In Corona-Zeiten erlebt der Wanderer auch hier eine Überraschung, als nämlich ein Angestellter der staatlichen Forst­behörde Ibanat den Weiterweg zu den ­Wasserfällen Salt des Freu unnachgiebig untersagt. Als einleuchtende Begründung führt er den Besucheransturm auf das ­Naturschutzgebiet an.

Tatsächlich wurde am Tag der durchgeführten Wanderung (17.01.2021) die Landstraße Ma-2100 zwischen Bunyola, Orient und Alaró gesperrt, weil der massenhafte Verkehr auf der schmalen Straße nicht mehr bewältigt werden konnte. Pulks von domingueros (Sonntagsausflügler), die ihre Fahrzeuge, in vielen Fällen SUVs, abenteuerlich am Straßenrand geparkt hatten, sind dann etwa 800 Meter in Richtung der Salt des Freu geschlendert und wurden dort von dem Angestellten von Ibanat zurückgeschickt.

Leidtragende waren Wanderer, darunter viele Familien mit Kindern und Kleinkindern, die sich auf den langen Weg von Santa Maria del Camí gemacht hatten und sich mit ihren Kindern auf das Naturschauspiel der Wasserfälle Salt des Freu gefreut haben. So war es für viele Wanderer nur ein kleiner Trost, unter Steineichen das mitgebrachte Picknick zu verzehren, dabei die Kinder aufzumuntern und sich gleichzeitig für den langen Rückweg zu stärken.

Wegstrecke: 16 km (hin und zurück)
Nettogehzeit: rund 4 Std. 15 Min.
Höhenunterschied: 290 m
Schwierigkeitsgrad: ***
Anfahrt von Palma: Vom Bahnhof an der Placa d'Espanya mit dem Zug in Richtung Inca. Rückfahrt von Santa Maria del Camí ebenfalls mit dem Zug.
Tourencharakter: Mittelschwere Wanderung auf Asphalt, breiten Wegen und sehr ruppigen Pisten. Beim Abschnitt von Son Pou bis zum Torrent d'Orient ist Tritt­sicherheit gefragt. Rückweg auf der ­Hinroute.
Ausrüstung: Wanderstiefel, ­Wasser, Proviant
Anmerkung: In Corona-Zeiten sollte auch bei Wanderungen der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. Das Mitführen einer Maske für den Bedarfsfall ist zu empfehlen.
Einkehr: Bars und Restaurants haben bis Ende Januar geschlossen. Wann sie wieder geöffnet ­werden, ist derzeit unbekannt.

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