25. Januar 2019
25.01.2019

Was Mallorca mit der Handball-WM 2019 zu tun hat

Laura Galmés, Tochter des Robinson-Club-Regional-Manager Monti, hat das Logo des Turniers entworfen

25.01.2019 | 10:25
Laura Galmés hat schon mit deutschen Bundesligisten zusammengearbeitet.

Mit dem Namen Galmés verbindet der Mallorca-Deutsche vielleicht den Robinson-Club-­Regional-Manager Monti, der sich ebenso als ehemaliger Präsident von Real Mallorca verdient gemacht hat. Doch auch seine Tochter Laura schickt sich an, einen ähnlichen Bekanntheitsgrad zu erreichen. Die 32-Jährige gehört in Deutschland zu den führenden Kräften in der Erstellung von Werbekampagnen und Markenidentitäten. Bei ihrem bislang letzten Projekt hat Laura Galmés Schwarz, wie die Tochter des Mallorquiners und einer Deutschen mit vollem Namen heißt, das Logo der Handball-Weltmeisterschaft entworfen.

Nach einem Bachelorstudiengang im Bereich Design und Kommunikation in Barcelona ist Galmés nach London gezogen und hat dort ihren Master im Fach Markenidentität gemacht. Im Anschluss hat sie für eine Agentur gearbeitet, für welche sie den Hauptkunden UEFA betreut hat und so mehrere Projekte rund um die Champions League gestemmt hat. 2013 zog sie nach Hamburg und fing dort bei der Sportabteilung der Werbeagentur Jung von Matt an. „Zu Beginn waren wir nur fünf Festangestellte: die drei Gründer, eine Chefassistentin und ich. Als ich 2017 die Agentur verließ, um einen internationalen Master in Madrid zu machen, waren wir schon 70 Leute", sagt Galmés. „Ich habe das Glück gehabt, so ein tolles Unternehmen von null auf mit aufzubauen." In den vier Jahren in Hamburg betreute Laura Galmés Kunden wie den DFB, die FIFA, den Deutschen Olympischen Sportbund. „Wir haben mit den Spielern des FC Schalke 04 ein Fotoshooting in einer Zeche in 1.100 Metern Tiefe gemacht. Als Hommage auf die Wurzeln des Vereins haben wir auch den Tunnel, durch den die Spieler auf den Platz laufen, im Stil eines Bergbauschachts gestaltet, was zu einem Merkmal des ­europäischen Fußballs geworden ist."

2016 führte sie ihr Berufsweg zu einem Fotoshooting der Weltelf der FIFA, als der Preis zum Weltfußballer vergeben wurde. „Cristiano Ronaldo und Lionel Messi haben mich nicht so interessiert. Es hat mich mehr gefreut, meine Lieblingsspieler Sergio Ramos und ­Andrés Iniesta zu treffen."

Die meisten ihrer Projekte haben mit Sport zu tun. Aber auch in den Bereichen Kultur und Politik war sie schon aktiv. Besonders stolz ist sie auf die Eröffnungskampagne der Elbphilharmonie. „Das fing als kleines Projekt rund um das Eröffnungskonzert an und hat sich zu einer zweijährigen Kampagne weiterentwickelt. Die Bilder gingen um die Welt und wurden selbst auf dem Times Square in New York groß abgebildet."

Für das Logo zur Handball-WM haben die Landesverbände der ausrichtenden Länder Dänemark und Deutschland eine Ausschreibung gemacht. Laura Galmés, damals noch für Jung von Matt im Einsatz, leitete das Projekt von der Strategie bis hin zum Design mit ­einem kleinen Team. „Unser Ziel war es, von den Klischees der Ballsport-Logowelt wegzukommen. Wenn man sich die Logos der vergangenen Turniere anschaut, sieht man, dass viele den Fußball-Logos der UEFA ähneln und dadurch austauschbar und beliebig wirken."

Dynamik, Ballsport und zwei Länder sind die zentralen Zutaten des Logos. Die Anfangsbuchstaben von Germany und Denmark sind so angeordnet, dass sie sich zu einem Ball in Bewegung vereinen. „Die Marke sollte unbedingt die Geschwindigkeit und Aggressivität des Sports ausstrahlen. Handball ist knallhart und nichts mit Schnickschnack", sagt Galmés.

Farblich hat die 32-Jährige das Logo der Handball-WM bewusst schwarz-weiß gehalten. „Colour to the fans war der strategische Ansatz", erklärt sie. „Das heißt, dass man den Kontext vor Ort berücksichtigen muss. In einem bunten Stadion voller Flaggen würde ein buntes Logo untergehen. Durch die farbliche Neutralität fällt das Logo auf und bevorzugt dabei keines der beiden Gastgeberländer."

Galmés hofft, dass sie mit ihrem Logo die Jugend anspricht. „Der Handballsport hat in den vergangenen Jahren das jüngere Publikum immer weniger erobert und musste sich imagetechnisch neu und gewagter aufstellen." Die Mallorquinerin hat sich daher von beliebten Logos inspirieren lassen. „Dazu stellt man sich mal die Frage: Würde sich ein 16-Jähriger ein T-Shirt mit unserem Logo kaufen? Identifiziert er sich mit dem Stil oder nicht?"

Mittlerweile hat sich Laura Galmés mit verschiedenen Projekten selbstständig gemacht und pendelt zwischen Mallorca, Madrid und Deutschland. Leichter für ein Land entscheiden kann sie sich im Sport. „Obwohl ich beide Nationalitäten habe, schlägt mein Herz immer für Spanien." Zum Glück ging es beim Spiel der Spanier gegen die Deutschen am Mittwoch (23.1.) um nicht mehr viel. Spanien war bereits ausgeschieden und Deutschland hatte sich schon für das Halbfinale am Freitag (25.1.) qualifiziert. Der neue Weltmeister wird im Finale am Sonntag (27.1., 17.30 Uhr) gekürt. Das ZDF überträgt nur, wenn Deutschland spielt.

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