05. Mai 2011
05.05.2011
40 Años

In die Höhle der Toten: In 20 Minuten zum Steinkamel

Eine Rundwanderung beim Kloster Lluc

07.04.2011 | 03:00
Die rund 500 Jahre alte Steineiche Azina d´en Pere

Die leichte Wanderung beginnt am Parkplatz des Klosters Lluc, von dem zunächst auf einem Fußweg neben der Straße in Richtung Pollença (Schild „GR 221, GR 222") rund 200 Meter zu wandern sind. Während es nun rechts zur Herberge Son Amer geht, biegt man zehn Meter weiter bei zwei Mauerpfeilern links auf eine Fahrbahn ab, die nach wenigen Schritten bei einem Tor, das rechts durch eine Mauerlücke zu passieren ist, wieder verlassen wird. Hier befindet sich auch ein Schild („Camell, Tomir, Pollença"). Kurz darauf wird ein Fußballplatz längs gequert und links wieder verlassen.

Bei einer sogleich folgenden Holzbrücke befinden sich mehrere Schilder, die auf fünf Wanderwege auf dem Gebiet der „Finques públiques de Menut i Binifaldó" hinweisen. Bei der Brücke folgt man nun links der Beschilderung „Sa Cometa des Morts (Nr. 4)" und „Es Pixarells (Nr. 5)". Hinter der Brücke beginnt dann ein teils gestufter, felsiger Pfad, der aufwärts zu einem Köhlerplatz führt. Hier wird rechts abgebogen (Schild „Es Camell"). Der Wanderer gelangt dann auf einem Pfad und über flachen Fels rund 20 Minuten nach Tourstart zu einer skurrilen Steinfigur, in der mit viel Fantasie der Umriss eines Kamels zu erkennen ist. Korrosion hat das gesamte Karstgestein in dieser Gegend geformt und mit Karrenrinnen zersetzt.

Anschließend begibt man sich wieder zurück zu dem Köhlermeiler, biegt rechts ab und gelangt auf einer breiten Piste in fünf Minuten zu einer Wegteilung, bei der rechts abgebogen wird (Schild „Sa Cometa des Morts"). Auf einem ebenen Waldweg ist in fünf Minuten eine Stelle erreicht, bei der links das Schild „Cova de sa Cometa des Morts" auf den Weg zur „Höhle der Toten" verweist. Ein Trampelpfad führt nach zehn Metern zu einem Steinmännchen, bei dem rechts auf einen Pfad abgebogen wird, der dann nach weiteren 20 Metern zu einem kleinen Platz führt, bei dem rechts unterhalb der etwa fünf Meter hohe Grotteneingang zu sehen ist. Hier sind auch rote Markierungen vorhanden.

In der Cova de sa Cometa des Morts wurden bei Ausgrabungen Mitte des 20. Jahrhunderts ein Skelett und andere Knochenreste freigelegt. Archäologen haben die Fundstücke dem 4. Jh. vor Chr. zugeordnet. Das Skelett ist im Museum des Klosters Lluc in einem gläsernen Sarkophag aufgebahrt.

Der Abstieg in die etwa 30 Meter tiefe Grotte ist technisch nicht schwierig. Er erfolgt aber über Gestein, das sehr glitschig ist. Die Höhlendecke ist drei Meter hoch, der Höhlengang zwei Meter breit. Die ersten 15 Meter kann man bei der Sicht noch auf fahles Tageslicht zurückgreifen. Danach wird es so stockdunkel, dass man eine starke Taschenlampe benötigt. Der Höhlengang ist nun fast eben. Man gelangt zu einem 80 Zentimeter hohen, aber doppelt so breiten Felsloch, durchkrabbelt dieses und erreicht nach wenigen Schritten die große, mehrere Meter hohe Höhlenkammer.

Man begibt sich vom Höhleneingang dann wieder zu dem breiten Weg zurück und biegt links ab. Die Piste führt bald in Kehren steil aufwärts und später dann eben in zehn Minuten zur Landstraße Ma-10, auf die links in Richtung Pollença abgebogen wird. Am Rand der Straße sind nun 300 Meter bis Kilometerstein 17 zu gehen und bei einem offenen Holztor links auf einen Weg abzubiegen. Dieser führt sogleich zu dem Picknickplatz Es Pixarells. Nach 20 Metern verweist bei einer gemauerten Grillstelle ein roter Punkt rechts auf einen Pfad.

Bei der nun folgenden Route schicken gelbe Farbkleckse, rote Markierungen, Steinmännchen und Holzpfostenpfeile den Wanderer im ebenen Zickzack durch einen Steineichenwald und eine bizarre Felslandschaft mit Karrenfeldern, Höhlen und Spalten. Dabei muss man sich unbedingt an den markierten Wegverlauf halten. Nach rund einer Viertelstunde wird bei zwei Mauerpfeilern und gegenüber dem Picknickplatz Menut wieder die Ma-10 erreicht.

Weiter Richtung Pollença gehend, biegt man dann nach wenigen Metern links (roter Punkt) auf eine Piste ab, die bald als breiter Karrenweg in fünf Minuten zum Picknickplatz Menut II führt. Dort wird die Ma-10 gequert und bei den Schildern „Refugi" und „Sa Coma de Binifaldó" ein Tor auf einer Leiter überklettert.

Auf einer breiten Forstpiste wird dann nach zehn Minuten das „Refugi de sa Coma de Binifaldó" erreicht. Rechts von der kleinen Hütte schraubt sich ein Wirtschaftsweg in Spitzkehren steil nach oben. Nach rund 20 Minuten gelangt man dann bei zwei Mauerpfeilern auf einen breiten Weg und biegt dort rechts ab. Der Wanderer befindet sich nun auf dem Langwanderweg GR 221 und auf Mallorcas erstem Wanderweg für Blinde, der im Herbst 2010 eröffnet worden ist und eine Länge von fast einem Kilometer aufweist. Die Blinden können sich mit ihren Stöcken an Holzplanken orientieren. Auf Tafeln wird auch in Blindenschrift über Pflanzen, die rund 500 Jahre alte Steineiche Alzina d´en Pere und Trockensteinmauern informiert.

Auf dem breiten Weg gelangt man dann zum staatlichen Landgut Binifaldó, das unterhalb des Felskolosses Puig de Tomir liegt. Hier können Jugendliche in einem Schulungszentrum ein Umweltpraktikum machen. Weiter geht es von Binifaldó rechts (Schild „Menut", „Lluc") auf einer Fahrbahn leicht ansteigend zu einem Sattel und von dort abwärts zum Landgut Es Menut, in dem die Baumschule der Balearen untergebracht ist. Auf diesem Abschnitt hat man einen großartigen Ausblick auf den Puig de Massanella, den Puig Major, die Serra de na Rius, den Puig Roig und Puig Caragoler de Femenia.

Rund 300 Meter nach Es Menut ist wieder die Ma-10 erreicht. Die Gehzeit von Binifaldó bis hier hat rund 20 Minuten betragen. Man biegt dann links auf die Landstraße ein und verlässt diese nach 50 Metern rechts bei einem Holztor, einer Leiter und dem Schild „Santuari de Lluc". Nun sind auf einem breiten Weg noch rund 25 Minuten bis zum Parkplatz des Klosters Lluc zu wandern.


Wegstrecke

8 km (Rundwanderung)

Nettogehzeit

rund 2 Std. 10 Min.

Höhenunterschied

120 m

Schwierigkeitsgrad
**
mit Höhlenabstieg ***

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-13 bis Inca, dort auf der Ma-2130 und MA-2140 zum Kloster Lluc.

Tourencharakter: Leichte Wanderung auf Waldwegen und felsigen Pfaden. Beim Abstieg in die Höhle (mittelschwer) ist Trittsicherheit notwendig.
Auf dem Abschnitt zwischen dem Picknickplatz Es Pixarells und dem Picknickplatz Menut II unbedingt den Markierungen folgen.

Ausrüstung: Wanderstiefel, starke Taschenlampe.

Einkehr: Cafè Sa Plaça, Kloster Lluc, Öffnungszeiten: 8.30 bis 18 Uhr, kein Ruhetag.

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