Peinliche Sauberkeit im Haifischbecken des Palma Aquariums

12-08-2008  
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Beliebter Besucher im Becken: Geduldig füttert ein Taucher die Fische per Hand.  Foto: Khe

KARL-HEINZ EIFERLE „Ist der Fisch gesund, freut sich der Mensch.“ Der etwas abgewandelte Werbespruch ist für Cris Keller Credo und wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit. Der 27-Jährige ist maßgeblich für den technisch einwandfreien Ablauf des Palma Aquariums zuständig. Und dafür, dass sich die rund 8.000 Fische in den 55 Bassins wohlfühlen.

„Das Wichtigste ist die Sauberkeit des Meerwassers in unseren Becken. Viele der 700 Arten reagieren äußerst sensibel auf Verunreinigungen der kleinsten Art.” Um das dem hauseigenen, 20 Meter tiefen Brunnen entnommene Meerwasser auch wirklich perfekt aufzubereiten, bedarf es eines enormen technischen Aufwandes. „Wir brauchen für alle Becken etwa fünf Millionen Liter Meerwasser.“

Allein der schwimmbadgroße Haifischbereich „Deep Blue“, eines der tiefsten Aquarien in Europa, fasst 3,5 Millionen Liter. 15 Sandfilter befreien das Meerwasser von gröberem Schmutz. Dann passiert das Wasser einen weiteren Sandfilter, der flächenmäßig noch größer ist als alle bisherigen zusammen. In der dritten Phase wird das Wasser dann mit Spezialfiltern von mikroskopisch kleinen Substanzen befreit, bevor es mit 50 Kubikmeter pro Stunde durch eine 100.000 Euro teure UV-Bestrahlungskanone fließt, die Erreger und Bakterien abtötet. Das nun absolut saubere und keimfreie Wasser wird dann in zwei verschiedenen Kreisläufen auf die erforderliche Temperatur gebracht. Bei Mittelmeerfischen reichen in der Regel die 18 bis 20 Grad des hiesigen Meerwassers aus, Tropenfische haben es mit 22 bis 23 Grad gerne etwas wärmer.

In einem anderen Teil des Versorgungsbereiches werden die verschiedenen Futtermittel für die Aquariumstiere zubereitet. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Tiefkühlkost: Calamares, Sardinen, Muscheln. Kleinere Aquariumbewohner bekommen eine Art Planktoncocktail. Nur für die mehr als 30 Haie wird früh am Morgen auf dem Fischmarkt eingekauft.

Dreimal täglich werden die Raubfische kulinarisch bei Laune gehalten, damit am Abend noch andere Fischarten mit ihnen durchs Becken schwimmen. Die spektakulärste Fütterung findet täglich um 16.30 Uhr statt. Dann fressen die finster dreinblickenden Kolosse brav dem Taucher aus der Hand.

In einem weiteren fensterlosen Gebäudetrakt ist die Quarantänestation untergebracht. „Alle neuen Fische verbringen hier erst einmal vier Wochen. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn ein kranker Fisch die anderen ansteckt.“

Die Quarantänestation dient auch für Zucht und Forschungszwecke. Momentan warten die Biologen darauf, dass aus den Rocheneiern Babyrochen schlüpfen. Außerdem werden derzeit Korallen herangezüchtet, und Wissenschaftler der Balearen-Universität erforschen das Verhalten von Seeigeln unter verschiedenen Umwelteinflüssen.

Je nach Saison sind im Palma Aquarium zwischen 80 und 120 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 16 Biologen und Berufstaucher. Die Taucher sind ebenfalls für die Sauberkeit verantwortlich. Nicht für die des Wassers, sondern für die der Scheiben. Ab 7 Uhr morgens werden die Becken von innen geschrubbt.

Von dem geschäftigen Treiben hinter den Kulissen bekommen die bis zu 4.000 Besucher, die sich jeden Tag auf den 900 Meter langen Rundgang durch die Flora und Fauna des Meeres machen, kaum etwas mit. „Wenn wir um zehn Uhr öffnen, ist alles picobello sauber.“

Palma Aquarium,
C/. Manuela de los Herreros i Sorà, 21,
Playa de Palma. Geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr.
Eintritt für Erwachsene 19,50 Euro, für Kinder 15 Euro.
Residenten erhalten Ermäßigung.

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