Finca Galatzó: Rendezvous mit Schafen und Mandelblüten

Die Finca Galatzó in Calvià ist ein schönes Fleckchen Erde. Jetzt gibt es für das öffentliche Landgut einen detaillierten Führer

17-02-2011  
Finca Galatzó: Blühende Mandelbäume und weidende Schafe
Finca Galatzó: Blühende Mandelbäume und weidende Schafe Foto: Krayer

JOHANNES KRAYER Mandel- und Olivenbäumen bewachsene Tal an die Ausläufer der Serra de Tramuntana. Hinten erhebt sich majestätisch der kahle Gipfel des Puig de Galatzó. Vorne weiden Dutzende Schafe und Ziegen. Ruhig ist es an diesem Freitag auf dem Gelände der Finca Galatzó im Gemeindegebiet von Calvià. Ein Hauch von Frühling liegt in der milden Luft.

Das Landgut nimmt mit seinen 1.400 Hektar etwa 10 Prozent der Gesamtfläche Calviàs ein. Seit die reiche Gemeinde im Südwesten der Insel die Finca im Jahr 2006 einer baskischen Familie abgekauft hat, wird das Gelände touristisch erschlossen. Dazu gehört auch ein jetzt erschienener ausführlicher Führer, der bisher allerdings nur auf Spanisch und Katalanisch erhältlich ist (siehe Kasten).

Nach der Anfahrt über Es Capdellà führt der Weg durch das Portal am Eingang vorbei an rosa und weiß blühenden Mandelbäumen. Zurzeit sind die almendros die dominierenden Blüten im Tal, das sonst vom frischen Grün der Nadel- und Laubbäume beherrscht wird. Der Führer widmet sich ausführlich allen Baum- und Pflanzenarten auf der Finca. Vorbei geht es an einem ehemaligen Kornspeicher, dem mittelalterlichen Graner del Delme. Eine Hinweistafel klärt den Besucher darüber auf.

Die Hauptgebäude der Finca sind nicht mehr weit, immer wieder eröffnen sich neue, traumhafte Ausblicke auf die Serra de Tramuntana und den Hausberg, den Puig de Galatzó. Die Erstbesiedelung des Tals geht wohl auf die Bronzezeit etwa um 1500 vor Christus zurück.

Wir gelangen zu den ehemaligen Gebäuden des Landgutes, Ausgangspunkt aller vier Wanderwege auf der Finca. Wer möchte, kann sich diese klassische mallorquinische possessió genauer ansehen. Einige der Räume sind allerdings nicht zugänglich. Viel wird derzeit restauriert, so zum Beispiel die Kornkammer. „Wir haben keine Ahnung, wie lange das noch dauert", sagt einer der Arbeiter. Zur Hochsaison sollen die Sanierungen auf jeden Fall abgeschlossen sein. „Dann ist aber sicher wieder ein anderer Teil abgesperrt", ruft der Arbeiter und schleift weiter Holzlatten ab.

Wir haben Glück: Eine sympathische Frau, die mit ihrem Mann regelmäßig nach der Finca schaut, hat einen Schlüssel für die Kapelle und schließt auf. Das kleine Gebetsrefugium ist innen schmucklos gehalten, beeindruckt aber durch seine trutzigen Wände.

Die vier von hier abgehenden Wanderwege dauern zwischen zwei und vier Stunden und sind im Führer sehr genau beschrieben: Es geht an Quellen vorbei, auf den Gipfel s´Esclop, auf die Hochebene Ses Planes oder bis zum angrenzenden Landgut Sa Vinya. Ein Besuch der Finca Galatzó lohnt sich auf jeden Fall – mit oder ohne den neuen, vielleicht etwas zu ausführlich und wissenschaftlich geratenen Führer.
Bis 31. März ist die Finca Galatzó täglich von 8 bis 17 Uhr, ab 1. April bis 30. September von 7 bis 19 Uhr, geöffnet, Eintritt frei.

In der Printausgabe vom 17. Februar (Nummer 563) lesen Sie außerdem:
- Die Tiertrainerin und der Zebrahengst
- Die Mondmenschen von Sóller: "Xuetes" auf Mallorca
- Wegweiser: Wanderung bei Valldemossa
- Kinderleben vor 100 Jahren

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