Café Katzenberger und Bistro Drews: Ein Wirt von Königs Gnaden

Nach dem Café Katzenberger eröffnet in Santa Ponça bald auch Schlagerstar Jürgen Drews ein Café. Hinter dem Projekt steht der Gastronom Maurice Gritzmacher

10-02-2011  
Moritz Gritzmacher in Santa Ponça
Moritz Gritzmacher in Santa Ponça Foto: Bnedgens

GABRIELE RICKE Die Umbauarbeiten sind in vollem Gang. Aus dem Café „Zeitlos" in Santa Ponça im Südwesten von Mallorca soll bis Mitte April das Kultbistro „König von Mallorca" werden. Auf der Hauptstraße von Santa Ponça entsteht eine Art Jürgen-Drews-Museum: Im Bistro werden neben roten Sofas zwei thronartige Stühle stehen, Riesenfotos des Sängers und seiner Familie, auf der Terrasse ein Bett und Strohballen, in Anspielung auf Drews´ größten Hit, „Ein Bett im Kornfeld." Dazu gibt es Merchandise-Produkte wie T-Shirts mit dem „König von Mallorca"-Logo, Taschen, CDs, Feuerzeuge.

Was auf der Speisekarte stehen soll, wird in den nächsten Wochen noch diskutiert. Darüber entscheiden Jürgen und Ramona Drews. Und der Mann, der hinter der Café-Idee steckt: Maurice Gritzmacher (59). Er hatte nicht nur die Idee, er ist auch Geschäftsführer und
Teilhaber.

Aber warum ist das Geschäft mit den Promi-Cafés so verlockend? Zur Erinnerung: Nicht immer funktioniert die Idee mit dem prominenten Namen. 2003 hatte auch Ex-Boxer Graziano Rocchigiani sich als Kneipier in Arenal versucht. Erfolglos. Der Stuttgarter Maurice Gritzmacher ist seit 40 Jahren in der Gastronomie, er will es jetzt besser machen. Er gründete bereits Sportbars, Bars im Stil einer Skihütte und die Franchise-Bistro-Kette „Apfelbaum", die er vor 15 Jahren verkaufte. Seine Disco „Move" in Stuttgart verkaufte er vor zwei Jahren.

In Santa Ponça hat er seit fünf Jahren einen Zweitwohnsitz: Eigentlich sei er im Ruhestand, habe gar nichts mehr in der Gastronomie machen wollen. „Aber dann habe ich gesehen, wie die Leute auf das Café Katzenberger fliegen. Die Wirkung ist enorm. So kam mir die Idee, etwas Ähnliches mit Jürgen Drews zu machen."

Den „König von Mallorca" kennt er seit 1979, man habe sich bei einem seiner Auftritte kennengelernt. Gritzmacher arbeitete da noch als DJ, „Kult-DJ, wohlgemerkt". Zusammen schauten sich die beiden das Katzenberger-Café an. Gritzmacher fand: „Das müsste man konsequent als Themen-Café durchziehen." Damit hat er Erfahrung. In Deutschland hat er bereits mit bekannten Sportlern wie Fredi Bobi? und Gerhard Poschner Bars gegründet. Im Café Katzenberger beeindruckte ihn „die Art, wie die Menschen reagieren. Sogar jetzt im Winter, wo das Café geschlossen ist, drücken sich die Leute die Nase platt." Und in der Saison sei der Andrang enorm gewesen: „Sogar Doktoren sind dort zu Gast. Ich habe mich mit den Leute unterhalten. Auch mit einigen, von denen man gar nicht denken würde, dass sie dort auftauchen. Aber die kommen dann, weil es ihre Töchter cool finden, oder ihre Frauen."

Katzenberger habe es einfach geschafft, mediale Aufmerksamkeit zu bekommen: „Weil sie eine natürliche Ausstrahlung hat, die supergut ankommt. Und weil sie diszipliniert ist, Termine einhält." Ein Erfolg, der seiner Meinung nach dauern kann: „Sie darf sich nur nicht verändern." Und ein Phänomen, das viele nicht verstehen: „Dabei ist es nicht neu. Es gab schon immer talentlose Schauspieler, die dank der Medien immer im Gespräch blieben. Wie einst Charles Bronson."

Wenn schon ein relativer Neuling wie Daniela Katzenberger Tausende anzieht, obwohl sie gar nicht so oft vor Ort ist – wie muss dann die Wirkung eines Bistros sein, hinter dem Jürgen Drews steht? „Er zieht sowohl Jung als auch Alt an, ist volksnah. Jürgen ist seit 50 Jahren im Geschäft. Mit allen Höhen und Tiefen. Und viele seiner Fans sind jedes Jahr auf der Insel." Drews selbst spielt jedoch nur eine untergeordnete Rolle: „Es war klar, dass er nicht jeden Tag vor Ort sein kann, auch kein Bier zapfen wird. Aber in der Saison wird er sicher jeden Montag vorbeikommen." So weit die Pläne.

Drews wollte kein Schicki-micki-Café. Entsprechend bodenständig werden auch Küche und Preise sein: „Was die Deutschen am liebsten mögen, ist sicher auch Currywurst." Das Bistro soll vor allem eines werden: eine Art Wohnzimmer für die Residenten in Santa Ponça. Mit Spielen von Monopoly bis Mühle, mit netten Kontaktmöglichkeiten. „Dort ist so wenig los, viele igeln sich ein. Das ist schade." Musikabende werde es dort natürlich auch geben.

Mit dem Geschäftsführer vom Café Katzenberger habe er auch schon Kontakt aufgenommen. „Er findet die Idee gut. Wir sehen uns nicht als Konkurrenten. Im Gegenteil. Wir wollen beide eines: mehr Unterhaltung nach Santa Ponça bringen." Und trotz jahrzehntelanger Erfahrung hat er vor der Eröffnung Lampenfieber. „Das vergeht nicht."

In der Printausgabe vom 10. Februar (Nummer 562) lesen Sie außerdem:
- Stichwort Frauenquote: Selbst ist die Frau
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