"Love Island": Wohlproportionierte Körper unter Palmen

RTL2 strahlt deutsche Version des erfolgreichen britischen Reality-Trash-Formats "Love Island" aus. Bis zum 2. Oktober wird auf einer Mallorca-Finca gedreht. Da kommt auch die TV-Kritik auf Touren

19.09.2017 | 12:08
Kein Querschnitt aus der Normalbevölkerung: die Teilnehmer an der deutschen Ausgabe von "Love Island".

Konkrete Vorstellungen hat jeder hier von der Person des anderen Geschlechts, die zuvörderst rumzukriegen ist. „Mir ist der Po wichtiger als die Brust", definiert Jan seine Präferenzen. Ungepflegte Hände gingen gar nicht, sagt Chethrin, die in Berlin wohnt. Der 28-jährige Bar­keeper aus Köln und die 25-jährige Buchhalterin machen bei „Love Island – Heiße Flirts & wahre Liebe" mit, einer von RTL?2 derzeit aus einem geografisch nicht näher verortetem Anwesen „im Norden von Mallorca" übertragenen Mischung aus „Big Brother" und Dating-Show. Das von Jana Ina Zarrella moderierte Trash-Format läuft seit Montag (11.9.) täglich zwei Stunden ab 20.15 Uhr. Wo genau aufgezeichnet wird, dazu hält sich Sendersprecher Sandro Kolbe bedeckt.

Vorbild von „Love Island" ist ein gleichnamiges Format, das zuletzt im Juli vom britischen Sender ITV 2 mit guten Quoten ausgestrahlt und ebenfalls auf der Insel gedreht worden war – auf einer Finca in der Nähe des Dorfes Sant Llorenç de Cardassar (MZ berichtete). RTL 2 hatte die Rechte im Frühling gekauft.

„Betastungswillige" („Spiegel Online") Männer und Frauen zwischen 20 und 30 ver- und entkuppeln sich in „Love Island" fast permanent, „Stern.de" spricht rustikal von „Rudelbumsen unter Rennbedingungen". Denn wer allein bleibt oder vom Partner zum Mond geschossen wird, fliegt schnell aus der Sendung. Die Zuschauer entscheiden per Abstimmung mit einer herunterladbaren App. Elf Teilnehmer gingen an den Start, am 2. Oktober wird das Gewinner-Paar auserkoren, das 50.000 Euro bekommt. Um Paare auseinanderzudividieren, schleusen die Macher von „Love Island" zuweilen unangekündigt Neuankömmlinge in das Anwesen. Zur Abrundung werden die Teilnehmer – so wie das auch beim britischen Vorbild Usus war – zwischendurch mit Spielen bei Laune gehalten, bei denen es etwas zu gewinnen gibt.

Bei den „Islanders", wie RTL 2 die Mitspieler nennt, handelt es sich erwartungsgemäß nicht um einen Querschnitt aus der Normalbevölkerung, sondern um Menschen, die vor allem durch ihren ­wohlproportionierten Körperbau auffallen. „Spiegel Online" definiert sie boshaft als „eher gröber geschnitzte (...) Simpelmenschlein mit Rösthaut und Blinkzähnen".

Um Pfeffer in das mitunter einförmige Geplänkel zu blasen, mühen sich die „Love Island"-Teilnehmer redlich ab. So wie Stripper André (29) aus Augsburg, der seine Traumfrau laut dem Sender unter anderem damit weichklopfen will, Leinwände mit Acryl zu bemalen. Oder wie Mike (25) aus Essen, der auf einem von RTL 2 nicht genannten Flughafen malocht und sagt, dass er pro Monat „eigentlich nicht mehr als zwei Frauen" habe. Oder wie Sa­brina (25), Model aus Mannheim, die Anbahnungsgespräche gern mit Abendessen bei Kerzenlicht veredelt – so wie sie das bei einem inzwischen verflossenen Bettgenossen „im Regenwald auf Bali" ehedem zelebriert habe.

Auch der Kritiker von „Stern.de" lässt kein gutes Haar an den Teilnehmern: Die männlichen nennt er „Muskelpakete ohne Brusthaare, Großraumdisco- und Gym-Gänger" mit „Bubi-Grinsen". Die Frauen seien „langhaarige Bunnis mit leeren Augen und pavianartig ausgestellten Geschlechtsmerkmalen".

Dass Trash bei den Leuten gut ankommt, ist eine Binsenweisheit: Die erste Folge von „Love Island" hat laut dem Online-Fachdienst „Quotenmeter" denn auch hoffnungsvolle 7,3 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen erreicht. Doch allzu oberflächlich darf es bloß nicht weitergehen: Das Format werde sich „nicht 21 Tage lang über Belanglosigkeiten in den Schlagzeilen halten können". So steht zu erwarten, dass wie bei den Briten noch reichlich Skandälchen produziert werden.

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