Der "Türenöffner" - erstmals Verdienstkreuz für Mallorca-Deutschen

Warum Günter Stalter die Auszeichnung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen bekommen hat

14.10.2017 | 14:10
Der "Türenöffner" - erstmals Verdienstkreuz für Mallorca-Deutschen

"Sie haben sich integriert und trotzdem nicht vergessen, dass sie aus Deutschland kamen." Mit diesem Satz von Konsulin Sabine Lammers dürfte sich auf einen Punkt bringen lassen, warum jetzt Günter Stalter als erster Mallorca-Deutscher das bundesdeutsche Verdienstkreuz verliehen bekommen hat.

Die Residententreffen, die der frühere Reiseleiter seit inzwischen rund 25 Jahren auf Mallorca organisiert, seien eben viel mehr als ein "touristisches Nischenprodukt", so Lammers bei der Überreichung des "Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" Ende vergangener Woche im Garten des evangelischen Pfarrhauses in Arenal. "Sie führen die Menschen überall hin, in Kirchen, Städte, in Müllverbrennungsanlagen." Auf diese Weise habe Stalter seinen Landsleuten die unbekannten Seiten Mallorcas gezeigt, Deutsche und Mallorquiner zusammengebracht und zum gegenseitigen Verständnis beigetragen, lobte die Konsulin, die auch Grüße von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überbrachte. 

Zwar hatte das Konsulat vor Jahren bereits José Antonio Rodríguez, Gründer des Sozial-Kultur-Vereins Calvià, mit dem Verdienstkreuz geehrt - der Spanier hatte sich jahrelang bis zu seinem Tod um Mallorca-Deutsche in Not gekümmert. Doch Stalter ist nun der erste Mallorca-Deutsche, dem die Ehre zuteil wird. Rund ein Jahr habe das Antragsverfahren in Anspruch genommen, so Lammers - und jetzt, im Rahmen der Feierlichkeiten auf Mallorca zum 500. Jahrestag der Reformation, sei der richtige Zeitpunkt gekommen. Schließlich organisiert Stalter die Treffen im Auftrag der deutschsprachigen evangelischen und katholischen Gemeinde auf Mallorca. 15 Jahre gehörte er selbst dem evangelischen Kirchenvorstand an und hatte unter anderem dafür gesorgt, dass die Kirchengemeinde ein eingetragener Verein wurde.

Die Arbeit von Stalter habe auch eine diakonische Funktion, lobte die evangelische Pfarrerin Heike Stijohann. Der Deutsche habe sich zusammen mit seiner Frau Gabriele nicht wie andere Residenten in seiner Finca eingeigelt, sondern Türen aufgestoßen, die Begegnung von Menschen gefördert und ihnen die Kultur Mallorcas erschlossen. "Sie haben nicht nur für sich auf Mallorca ein Zuhause gefunden, sondern auch dafür gesorgt, dass Mallorca zu einem Zuhause für viele Menschen geworden ist".  

Nach so viel Lob bedankte sich der 78-Jährige bei Konsulin Lammers und Pfarrerin Stijohann und versprach: "Ich werde weitermachen." 

Rastloser Touristiker: Günter Stalter im Portrait (Archiv)

Stalter wurde auch in einem TV-Beitrag der Reihe "Mein Mallorca" portraitiert - das Video der Mediathek sehen Sie hier

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