12. Januar 2018
12.01.2018

Der James-Bond-Experte aus Manacor

Lluís Abbou Planisi hat Film-Girls und andere Protagonisten aus den 007-Filmen getroffen. Herausgekommen ist ein Buch

13.01.2018 | 19:36
Als knackfrisches Girl begegnete Valerie Leon James Bond 1977 in „Der Spion, der mich liebte?.

Es war im Jahr 2012, als eine Begegnung in der Damenmodeabteilung des Kaufhauses Harrods in London das Leben des mallorquinischen Schülers Lluís Abbou Planisi total veränderte. Der damals 13-Jährige, der in England samt Eltern einen Sommerurlaub verbrachte, sah dort zufällig die damals 77-jährige, aus etlichen Bond-Filmen als Geheimdienstchefin „M" bekannte Schauspielerin Judi Dench. „Ich kam mit ihr ins Gespräch, und seitdem interessiert mich nur noch das Universum des James Bond", sagt der nunmehr 18-Jährige manacorí der MZ am Telefon.

Nach dem Erlebnis mit Judi Dench sah sich der Teenager daheim auf Mallorca zunächst sämtliche Filme an und las dazu alle Bond-Romane des Schriftstellers Ian Fleming. Lluís erinnert sich noch genau, wie es ihn in die Videoclubs in Manacor zog, wo er sich einen Film nach dem anderen entlieh. „Als ich 'Dr. No' sah, hat mich das richtig durchschüttelt, es war eine schöne Zeit." Lluís Abbou Planisi fing an, Bond-Coca-Cola-Flaschen oder Bond-Brettspiele zu sammeln. Hauptsache, es hatte etwas mit dem britischen Geheimagenten zu tun. Mit der Zeit häufte Lluís Abbou Planisi so viel Wissen an, dass er beschloss, ein Buch über sein Idol zu schreiben. „Ich guckte im Netz nach, und auf Spanisch gab es kaum Infos über James Bond."

Zu seiner eigenen Überraschung waren viele James-Bond-Protagonisten sofort bereit, sich von ihm interviewen zu lassen. „Gut möglich, dass mein junges Alter sie fasziniert hat." Er traf sich ein weiteres Mal mit Judi Dench, mit dem Bond-Einkleider David Mason –und auch mit einigen Ex-Bond-Girls wie Berenice Marlohe („Skyfall"), Valerie Leon („Der Spion, der mich liebte") oder Caroline Munro („Sag niemals nie"). Besonders gut gefallen hat ihm eine Begegnung mit dem Briten Graham Johnson, der wissenschaftlich analysierte, wie alt Bond wegen seines hohen Nikotin- und Alkoholkonsums lediglich geworden wäre. „Er wäre mit 56 gestorben", so Lluís.

„Alle Gesprächspartner waren sehr umgänglich, einige unterhielten sich sogar das erste Mal überhaupt mit jemandem für ein Buch", so Lluís Abbou Planisi, der seit September in London englische Philologie studiert. Nur einer hatte keine Zeit für ihn, ausgerechnet der spanische Schauspieler und Bond-Bösewicht Javier Bardem.

Was soll's. Zunächst verfasste der Insulaner ein schmales Werk auf Spanisch, doch er stellte bald fest, dass allzu viel über das Thema auch in der englischsprachigen Welt, wo Bond viel populärer ist, noch nicht geschrieben wurde. Und deswegen ließ er vor einigen Wochen von Amazon ein erweitertes 500-Seiten-Buch drucken, das er selbst auf Englisch verfasst hatte (15,87 Euro). Es heißt: „Behind the Tuxedo", wobei Tuxedo ein glänzender Smoking sei, so Lluís. Bei dem Werk handelt es sich nicht um einen Roman, sondern um ein Erklär-Werk für echte Bond-Freaks, die Hintergründe aus der 007-Welt in sich hi­neinsaugen möchten. „Ich erzähle unter anderem, wie die Figur erfunden wurde, und vergleiche die Bücher mit den Filmen", so der umtriebige Youngster weiter. „Außerdem kommen darin die Biografien der Hauptdarsteller vor." Da Lluís' Familie gut bekannt mit der Familie des Tennisstars Rafael Nadal ist, schaffte er es spielend, ihn davon zu überzeugen, sich mit dem Buch ablichten zu lassen.

Weiterhin im Bond-Bann, besucht Lluís Abbou Planisi in seiner Wahlheimat London momentan so gut wie jede Veranstaltung, die mit seiner Leidenschaft zu tun hat. „Wenn alte Filme vorgeführt werden oder Mitarbeiter von ihren Erlebnissen bei den Dreharbeiten erzählen, muss ich einfach dabei sein." Wenn er mal wieder einen der Filme sieht, fasziniert ihn, wie er sagt, „die Kombination aus Fantasie und tatsächlichen Begebenheiten wie dem Kalten Krieg oder dem Terrorismus". Zudem findet es Lluís, der Brutalität nicht ausstehen kann, wunderbar, „dass dort kein Blut fließt, wenn jemand erschossen wird".

Auf die ewige Frage, welcher der vielen Hauptdarsteller denn nun der beste James Bond sei, antwortet der Autor wie aus der Pistole geschossen: „Roger Moore ist der allerbeste Bond!", und fügt etwas versöhnlich hinzu: „Doch auch der aktuelle Bond-Daniel Craig überzeugt mich."

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