22. März 2018
22.03.2018

Marsch gegen Waffen auch auf Mallorca

Weltweit wird am Samstag (24.3.) für strengere Waffengesetze in den USA demonstriert. Auf Mallorca haben US-Residenten ebenfalls einen Marsch angekündigt – und hoffen auf Unterstützung aller Nationalitäten

22.03.2018 | 01:00
Auch auf Mallorca wird ein "March four our lives" organisiert

434 Tote im Jahr 2017, ums Leben gekommen bei Amokläufen in den USA – spätestens der Vorfall in Parkland (Florida), bei dem im Februar 17 Menschen in einer Highschool ums Leben kamen, hat für viele US-Amerikaner das Fass zum Überlaufen gebracht. Eine von Schülern vorangetriebene Bewegung für die Verschärfung der Waffen­gesetze erregt seitdem weltweit Aufmerksamkeit.

Auch Jeff Harter verfolgt die Geschehnisse in seinem Heimatland. Seit elf Jahren lebt der 55-Jährige aus Boulder (Colorado) dauerhaft auf Mallorca. Hier arbeitet er als Koch, gibt auch Kochkurse für Kinder und Jugendliche und hält Kontakt zu anderen Mallorca-Amerikanern.

Gemeinsam mit ihnen sowie vielen anderen Mitstreitern will Harter am Samstag (24.3.) auch hier auf Mallorca für strengere Auflagen von Waffenkauf und -nutzung in den USA eintreten. An diesem Tag sind auf der ganzen Welt Märsche geplant, mit denen die Protestbewegung in den USA unterstützt werden soll. „Ich weiß von weltweit etwa 820 Märschen, erwartet werden mehr als eine Million Menschen. Also warum nicht auch hier?", sagt Jeff Harter.

„March For Our Lives" lautet das Motto, unter dem am Samstag die Waffengegner von Palmas Plaça de la Llotja aus über den Paseo Marítimo bis zum US-Konsulat im Carrer Porto Pi, 8 ziehen werden, wo sich auch das deutsche Konsulat befindet. Jeff Harter will eine kleine Rede halten, verrät er, auch eine Schweigeminute für die Opfer, die bereits bei Amokläufen ums Leben gekommen sind, sei geplant.

Die Waffengesetzgebung in seinem Heimatland habe er schon immer kritisch gesehen, sagt Harter. „Die laschen Gesetze sind 250 Jahre alt. Damals hätte man niemals gedacht, dass einmal Kinder in Schulen stürmen und andere Kinder erschießen würden. Diese Gesetze müssen dringend überholt werden." Es könne nicht angehen, dass bereits 18-Jährige in einigen US-Staaten im Supermarkt Waffen kaufen können, während Alkohol erst ab 21 Jahren erhältlich ist. „Maschinengewehre sollten gänzlich verboten werden, und es sollte vor dem Verkauf auch immer sichergestellt werden, dass beim Käufer psychisch alles in Ordnung ist." Langfristig müsse es zu einer strikten Waffenregelung wie in Spanien kommen.

Etwa 1.000 US-Amerikaner leben auf Mallorca, viele davon seien Trump nicht gerade wohlgesonnen und tendenziell auch mit den freizügigen Waffengesetzen nicht einverstanden, so Jeff Harter. „Wer ins Ausland zieht und offen für neue Kulturen ist, hat meist nicht viel für den US-Konservatismus übrig", sagt er. Was nicht heiße, dass sie sich alle am Marsch beteiligen würden. „Mit der Auswanderung wenden sich auch viele von der heimischen Politik ab", so Harter.

Umso mehr hofft er auf Unterstützung anderer Nationalitäten. „Obwohl die Waffengesetzgebung in Spanien natürlich eine ganz andere ist und das Problem hier in dieser Form nicht existiert, freuen wir uns, wenn sich uns auch Mallorquiner und andere Residenten anschließen." Schließlich gehe es darum, symbolisch gegen Gewalt auf die Straße zu gehen.

„Ich habe viele Freunde hier auf der Insel aus den verschiedensten Ländern, und viele haben zugesichert, dass sie kommen", sagt Jeff Harter. Insgesamt erwartet er mindestens 100 Teilnehmer. Wer dazustoßen will, wird gebeten, ein weißes Hemd oder eine weiße Bluse anzuziehen, als Zeichen des Friedens.

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