Die Molí in Santanyí

03-04-2008  
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Die Mühle stammt aus dem 18. Jahrhundert. Einst wurde hier Mehl gemahlen.  Foto: Bendgens

Kunstevents und gute Küche:
Die Molí in Santanyí wird von Deutschen geführt

Von Kirsten Lehmkuhl

In der Molí in Santanyí kann es passieren, dass plötzlich ein ýSingender Koch" am Tisch steht. Nicht dass Küchenchef und Mitinhaber Norbert Rödder ein Liedchen zum Besten gibt. Vielmehr haben sein Geschäftspartner Jörg Hinsberger und er sich vorgenommen, etwas mehr Leben in den Südosten Mallorcas zu bringen. Und was böte sich bei Restaurantsbesitzern mehr an, als auf Erlebnis-Gastronomie zu setzen? So wird am Ostersamstag der deutsche Koch und Sänger Oliver Obermöller in der Mühle aus dem 18. Jahrhundert auftreten. Dazu wird ein siebengängiges Festtagsmenü serviert (69 Euro) - zum Beispiel mit Mozzarella in der Zitronenschale gebacken als Vorspeise, Sankt Petersfisch an einem Kokos-Kartoffel-Püree sowie Lammkarree mit Spargel-Risotto und Auberginen-Tomaten-Kompott als Hauptspeisen. Und wer nach dem Dessert (Variationen von der Passionsfrucht) ein wenig tanzen möchte: Bitte sehr, dann werden eben die Tische beiseite geräumt.

Rödder (49) arbeitet seit 35 Jahren im Gastgewerbe. Mit 14 hatte er begonnen, den Beruf des Restaurant-Kellners zu erlernen. Doch nach und nach reizte es den gebürtigen Essener mehr, als Koch sein Geld zu verdienen.

Im Sommer 2007 nun übernahm er zusammen mit Hinsberger (41), einem gelernten Bankkaufmann, die Mühle in Santanyí. Was dort angeboten wird, ist ýalles selbst gemacht", wie die beiden fast unisono sagen. Das fängt beim Brot an, geht über die verschiedenen Dips zum Auftakt eines Essens bis hin zu so ungewöhnlichen
Dessert-Kreationen wie Kürbiskerneis mit karamellisierten Kürbiskernen und Kürbiskernöl. Die Nachtische gehören ohnehin zu den Spezialitäten des Hauses. Oder hat schon mal jemand ein Níspero-Parfait
probiert?

An Weinen werden vornehmlich Mallorquiner angeboten. ýWir bieten unseren Gästen auch glasweise viele gute Weine an", sagt Hinsberger, der für den Service zuständig ist. Und das reicht von Tropfen von Can Ribas über Ànima Negra bis hin zur neuen Bodega Finca Biniagual. Allerdings haben die copas stolze Preise (6,80 bis 21,80 Euro). Die Flaschenweine hingegen kosten zwischen 21,80 und 47,80 Euro.

Im Sommer sitzt man übrigens hinter dicken Mauern im begrünten Patio. Auch dort wird stets an Tischen mit weißen Decken und Stoffservietten diniert. So viel Stil muss sein.

Restaurante Es Molí, C/. Consolació, 19, Santanyí. Telefon: 971-65 33 58.
Geöffnet: Samstag bis Donnerstag 18 bis 23 Uhr, von Mai an ab 19 Uhr.
Fünf-Gänge-Degustations-Menü: 39,80 Euro. Alle Preise inkl. Mehrwertsteuer.

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