Der Retter aus dem Fernsehen

Jetzt geht´s in die Auswanderer-Küchen: Sternekoch Frank Rosin drehte für ein neues TV-Format in Arenal

19.06.2015 | 11:41

Mit der abendlichen (Wieder-)Eröffnung der „Feierei", wie sich die Cafetería Son Very in s´Arenal ab sofort nennt, ging am vergangenen Sonntag (7.6.) der letzte Drehtag für das neue Kabel-1-Format „Rosin Weltweit" zu Ende. Zwei-Sterne-Koch Frank Rosin (48) und sein Team (inklusive Finanzberater, Innenarchitekt, Anwalt und Psychologe – je nach Notwendigkeit) verhalfen Wirt Dieter Bobogk und dessen Equipe nicht nur zu einem neuen Küchenkonzept, sondern frischten auch die Optik des bisher im Arenal-­Look der 80er Jahre gehaltenen Lokals auf Kosten der Produktionsfirma auf.

Die Mallorca-Folge ist eine von vier außerhalb von Deutschland gedrehten Sendungen der neuen Reihe, bei der jeweils von Deutschen geführte Lokale im Mittelpunkt stehen. Rosin greift mit seiner erfolgreichen Sendung „Rosins Restaurant" bereits seit Ende 2009 Gastronomen helfend unter die Arme. Die MZ traf den Koch zum Gespräch.

Was für eine Beziehung haben Sie zu Mallorca?
Ich komme seit 1979 auf die Insel – und zwar regelmäßig. Ich hab auch etliche Freunde hier. Es ist erstaunlich, was sich in den Jahren bezüglich Infrastruktur, Stil und Gastronomie getan hat. Auch in Arenal. Früher waren die Zimmer hier karg eingerichtet, kaum Service. Jetzt sind sogar die ´normalen´ Hotels schicker. Und die Insel ist unvermindert beliebt – allein hier in der Straße steht ein Hotel neben dem anderen, und es gehen täglich Tausende Leute vorbei.

Mit welcher Art von Küche wollen Sie Touristen in die „Feierei" locken?
Der Untertitel des Lokals lautet „Essen als Grundlage". Das neue Konzept basiert auf dem Gedanken, dass man hierher kommt, um sich vor oder nach dem Ausgehen noch etwas zu gönnen – eben als Grundlage. Es sind relativ einfache Gerichte, manche auch auf bekannter oder deutscher Basis, aber durchaus mit mediterranem Touch. Da gibt es beispielsweise einen Thunfischburger mit frischem gebratenen Thunfisch­filet, mediterranem Gemüse und Aioli. Die bisherigen Testesser waren super zufrieden.

Wie haben Sie recherchiert?
Mein Team und ich waren hier in der Gegend unterwegs, haben gecheckt, was angeboten wird, was funktioniert, was nicht funktioniert. Wir müssen ja ein Konzept erarbeiten, das auch zur Lage des Lokals und zur potenziellen Kundschaft passt. Der Köder muss schließlich dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Hier würden weder ein elaborierter Küchenstil noch übertrieben schickes Ambiente hinpassen. Hierher kommen keine Menschen, die sich in Lounge-Deko und Schickimicki-Atmosphäre wohlfühlen. Unsere angepeilte Klientel sucht etwas Legeres, Gemütliches.

Was sind die Hauptprobleme der Lokalbetreiber, die sich für das Format bewerben?
Viele haben keine fachliche Ausbildung – das trifft im Übrigen nicht auf die „Feierei" zu, dort arbeiten gelernte Köche –, und die meisten haben keine Ahnung von geschäftlichen Aspekten, von Marketing, von Mitarbeiterführung. Zudem haben viele leider auch wenig Geschmack, wenn es um die Einrichtung geht. Ganz abgesehen von privaten Problemen. Das Ganze stellt sich oft sehr komplex dar. Aber wir wollen niemanden vorführen oder durch das Zeigen von beispielsweise verdreckten Küchen bloßstellen. Wir legen eher Wert auf Hilfe zur Selbsthilfe, wollen motivieren, anregen und geben letztlich oft auch ganz praktisch „Nachhilfe" beim Kochen.

Haben Sie selbst schon mal mit dem Gedanken gespielt, auf Mallorca ein Lokal zu eröffnen?
Ja, schon öfter. Es ist zwar eine wunderschöne Insel, aber man hat eine relativ kurze Saison. Und so gerne der Koch Rosin hier arbeiten würde, allein schon wegen der tollen frischen Produkte, so kennt doch der mittelständische Unternehmer Rosin, der ans Finanzielle denken muss, die Tücken. Da bleibe ich doch lieber in Deutschland.

Welche Lokale empfiehlt „Der Rose", wie Sie sich selbst nennen, auf Mallorca?
Die Bar Andaluz hier in s´Arenal für ihre guten Tapas. In Puerto Portals das Ritzi und die darüber liegende Bar, weil ich gerne italienische Küche und gute Cocktails mag. Und vor allem das Lokal Fish&Soul meines Freundes Michael Salamon in Port d´Andratx, der gerade auch noch eine Tapas-Weinbar eröffnet hat. Bei Michael gibt´s frischen Fisch in bester Qualität. Aber ein Besuch an der Playa in den einschlägigen Party­locations darf bei einem Inseltrip auch nicht fehlen €

Was viele nicht wissen, Sie sind Vollblut-Musiker und Songwriter.
Stimmt, die Musik war sogar zuerst in meinem Leben. Ich spiele mehrere Instrumente, habe schon mit 14 in einer Band gespielt und mit 18 in einer der bekanntesten Discos im Ruhrgebiet aufgelegt. Gemeinsam mit einem Freund, dem Musikproduzenten Michael „Jackson" Bellina, formieren wir als „Soul Seeds" und haben im vergangenem Herbst auch das gleichnamige Album veröffentlicht. Alle Songs darauf stammen von uns beiden.


Im TV und in echt

„Rosin Weltweit"
Ausstrahlung voraussichtlich ab August auf Kabel 1.
www.frankrosin.de

Feierei, C/. d´Antoni Ma. Mossen Alcover, 9, s´Arenal
Tel.: 600-04 23 76

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