Was blüht denn da?

Vom Arabischen Milchstern bis zur Zistrose: ein kleines Abc der Wildpflanzen am Straßenrand

29.04.2016 | 11:21

Der Winter war mild – die Samen konnten in den Erdstreifen neben den Fahrbahnen bei warmen Temperaturen keimen, die Zwiebeln sich vergrößern und die Wurzeln wachsen. Ende März öffneten sich die ersten Blüten, im April kam es zu einer zweiten Blühwelle. Doch so schnell, wie der bunter Zauber kam, so rasch wird er auch wieder vergehen. Wenn es heiß wird, ist es mit der farbigen Pracht vorbei. Nach der Bestäubung werden die Blüten welk, Früchte und Samen bilden sich, die grünen Pflanzenteile vertrocknen. Nur die Immergrünen werden den sommerlichen Temperaturen trotzen. Aber jetzt blühen sie noch – hier eine Übersicht über einige dieser Wildkräuter. Bei der Bestimmung war Jaume Seguí, Botaniker bei Imedea in Esporles, behilflich.

Der Arabische Milchstern (Ornithogalum arabicum bot., estella de Belén span., lliri bord kat.) ist schon von Weitem zu erkennen. Seine schirmförmigen weißen und duftenden Blüten sitzen auf hohen Stängeln.

Die Baumförmige Strauchpappel (Lavatera arborea bot., malva de arbolico span., vaumera kat.) kann bis zu drei Meter hoch werden, die zweijährige Pflanze gilt deshalb als die größte auf den Balearen wachsende Malvenart.

Der Behaarte Dornginster (Calicotome spinosa bot., Retama espinosa span., argelaga kat.) ist einer der vielen Ginsterarten, die auf Mallorca vorkommen. Der Strauch kann leicht zweieinhalb Meter hoch werden und kleinere Pflanzen am Straßenrand vertreiben.

Auch das Blau des Borretsch (Borago officinalis bot., borraja span., borratja kat.) leuchtet schon von Weitem. Alle Pflanzen­teile sind essbar, die Blätter schmecken intensiv nach Gurke, weshalb die Pflanze auch Gurkenkraut genannt wird. Das Gewächs wird gern von Bienen angeflogen. Kandierte Blüten kommen in Konditoreien zum Einsatz.

Nicht essbar ist die Bunte Bellardie (Bellardia trixago bot., gallocresta span., cresta de gall kat.). Botaniker zählen sie zu den Halbschmarotzern. Sie entziehen mit Saug­organen anderen Pflanzen Wasser und Nährstoffe, schaden ihnen dabei jedoch nicht unbedingt.

Einen scharfen Knoblauchgeruch ­verbreitet der Glöckchen-Lauch ­(Allium ­triquetrum bot., lágrimas de la virgen span., allassa blanca, kat.). Daran ist er leicht zu erkennen, aber auch an seinen hohen dreikantigen Stängeln und den glöckchenförmigen geneigten Blüten.

Bei der Kretischen Hundszunge (Cynoglossum creticum bot., oreja de liebre span., llengua d´ovella kat.) handelt es sich um eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr bilden sich die Blätter, im zweiten die blauen Blüten mit den dunkleren Venenlinien.

Wenn man eine Pflanze „Unkraut" nennen darf, so ist es der Niedrige Sauerklee (Oxalis pes-caprae bot., agrios span., vinagrella kat.). Er pflanzt sich mit unterirdischen Brutknöllchen aus und ist nicht auf Bestäubung angewiesen. Im Verzeichnis der exotischen invasiven Pflanzen des spanischen Umweltministeriums wird er als höchst gefährlich eingestuft. Die Pflanze legt unterirdische, weit ausgedehnte Horste an und vertreibt so einheimische Arten.

Die Palisaden-Wolfsmilch (Euphorbia characias bot., lechetrezna span., lletrera visquera kat.) zählt zu den zwei- und mehrjährigen Immergrünen. Auf der Insel kommen mehrere – unter anderem auch endemische Sorten vor. Zwischen den männlichen und weiblichen Blüten sitzen Tragblätter, ihre Honigdrüsen verfügen über dunkelrotbraune Anhängsel. Seine grünen Stängel bilden Milchsaft, der Strauch verholzt leicht an der Basis.

An seinen traubenförmigen Blüten ist die Weiße Reseda (Reseda alba bot., hopo de zorra span., pebre d´ase kat.) leicht zu erkennen. Die ein- oder zweijährige Pflanze kommt auf der Insel sehr häufig vor, sie wächst sogar auf den Mittelstreifen der Autobahnen.

Dass die Wilde Erbse (Pisum sativum bot., guisante silvestre span., pèsol bord kat.) – wie auch die Gemüseerbse – zur Familie der Schmetterlingsblütler gehört, sieht man sofort. Honigbienen holen sich den Nektar, die Bestäubung erledigen Wildbienen und Hummeln.

Die weißgelben Blüten der Salbeiblättrigen Zistrose (Cistus salviifolius bot., jaguarzo morisco span., estepa negra kat.) können bis zu sechs Zentimeter groß werden, die Blätter sind rau und runzlig. Diese Zistrosenart ist bei Bienen und anderen Bestäubern wegen ihres aromatischen Dufts sehr beliebt.

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