Ruhe, Sport und Oktopoden

Wer möchte, der hat es in Cala Sant Vicenç sehr beschaulich. Aber auch das Gegenteil ist möglich.

28.10.2016 | 08:41

Auf der Landkarte ist Cala Sant Vicenç nur ein unscheinbarer Punkt westlich von Port de Pollença. Und auch die Abfahrt auf die schmale Straße, auf der es bei Gegenverkehr schon mal eng werden kann, ist leicht zu verpassen. Doch ist der Urlaubsort an der Nordküste erst mal erreicht, zeigt sich schnell, dass es hier gar nicht so unscheinbar ist. Cala Sant Vicenç mag überschaubar sein, ist aber sehr lebendig.

Silvia und Bernd sind erst am Vortag angekommen. Den ersten ganzen Urlaubstag nutzt das Ehepaar aus Frankfurt zunächst dafür, die Umgebung zu erkunden. „Die Aussicht ist atemberaubend", sagt Silvia. Sie stehen oberhalb der Bucht Barques und blicken auf die sie umringenden Berge und Felswände. Die Cala Barques ist die größte von gleich vier Buchten. „Wir wollten irgendwohin, wo es nicht so überlaufen ist", sagt Bernd. Auf Cala Sant Vicenç seien sie zufällig gestoßen – sie sahen Bilder im Internet. Bisher sind sie zufrieden, auch mit ihrer Unterkunft. Für neun Tage sind die Frankfurter im Hotel Globales Simar untergekommen.

Als Stephan Conradi und seine Freundin 2009 mit ihrer Firma Atemrausch begannen, hier Outdoor-Aktivitäten anzubieten, war das Simar noch geschlossen – ganze fünf Jahre lang. „Cala Sant Vicenç war damals nicht sehr belebt. Dann haben viele Hotels neue Pächter gefunden und wurden renoviert. Das gab frischen Wind", sagt Stephan Conradi.

Heute tummeln sich hier viele Touristen – und dennoch ist es beschaulich. Am Strand ist noch genug Platz. „Die Urlauber mögen die Ruhe, die Natur und die guten Sportmöglichkeiten", sagt Stephan Conradi. Die Umgebung ist zum Laufen, Wandern, Klettern, Radfahren und für Wassersport bestens geeignet. Im Sommer seien vor allem das Tauchen für Anfänger und die Schnorchel-Touren sehr beliebt.

Viele schauen sich aber auch auf eigene Faust in den Buchten Barques, Clara, Molins und Carbó an, was Oktopoden, Meerpfauen, verschiedene Brassen oder kleine Rochen so treiben. Die Unter­wasserwelt lockt auch Tagesgäste aus anderen Urlauberhochburgen an, in denen es sich nicht so schön schnorcheln und tauchen lässt wie in Cala Sant Vicenç.

Heiko Ruder und Jochen Kraus sind mit dem Mietwagen aus Can Picafort gekommen. Vergangenes Jahr schnorchelten sie in der Cala Molins, nun haben sie sich die Cala Barques vorgenommen. Einmal sind sie bereits den Felsen entlanggeschwommen, ein zweites Mal soll nach der Pause am Strand noch folgen. „Hier sieht man wirklich was, nicht wie am normalen Sandstrand", sagt Heiko Ruder.

Die Straße von der Cala Barques zur Cala Molins führt zwischen den Hotels entlang und zu einem kleinen Aussichtspunkt. Von dort sieht man, wie einige Wagemutige mit Anlauf von einer Klippe springen. „Für mich wäre das nichts", sagt eine deutsche Urlauberin zu ihrem Mann. Für einen jungen Spanier namens Marti ist es genau das Richtige. Er springt immer wieder. Sein Vater macht vom Wasser aus Aufnahmen mit einer GoPro-Kamera. Wer Action sucht, findet sie auch in Cala Sant Vicenç.

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