Cala Ratjada: kleines Zuhause mit großer Fangemeinde

Kaum ein Ort auf Mallorca begeistert so wie der Küstenort in der Gemeinde Capdepera. Schon die Vorfreude darauf leben die Urlauber bei Facebook aus

01.11.2016 | 18:00

Eigentlich ist Cala Ratjada ein Urlaubsort, der schon gezwungenermaßen mindestens ein zweites Mal angesteuert werden muss. Eine Woche reicht nicht, um ihn in all seinen Facetten zu erleben. Ob Hafen, Gastronomie, Nachtleben, Strände, Umgebung – Cala Ratjada bietet jede Menge Gründe zum Wiederkommen. Mit den Jahren hat sich eine große Fangemeinde entwickelt, die sich auch auf Facebook über ihren Lieblingsort austauscht.

Eine dieser Gruppen heißt „Cala Ratjada Liveticker". Sie hat sich aus einem Internetforum entwickelt, das es schon in den 90er-Jahren gab. „Daraus sind bereits viele Freundschaften entstanden", sagt die Gründerin Anja Meyer. Allein sie und die beiden Administratoren Michael Meer und Eugen Stahl kommen schon auf mehr als 100 Jahre Urlaub in dem Ort an der Nordostküste. „Wir leben in der Gruppe unsere Vorfreude", sagt Anja Meyer.

Die ist bei der Frau aus Niedersachsen auch nach 32 Jahren immer noch unermesslich. Ende September geht es das dritte Mal in diesem Jahr „in das kleine Zuhause". Früher checkte sie in Hotels ein, mittlerweile bevorzugt sie eine Ferienwohnung. „Es ist so ein schöner Ort zum Essengehen, da möchte ich keine Halbpension mit Buffet", sagt Anja Meyer.

In den vielen Restaurants und Hotels hat sie sich von Anfang an willkommen gefühlt. Besonders gefällt ihr, dass der Flair eines Fischerortes immer noch erhalten ist. „Die Hotels sind gut in den Ort integriert, und an der großen Promenade ist nicht jedes zweite Geschäft ein Minimarkt", sagt die 50-Jährige.

Der Urlaub beginnt am Kreisel
Vom Partygänger bis zum Senioren findet hier jeder je nach Jahreszeit, was er sucht. Auch aus den drei verschiedenen Buchten Cala Agulla, Cala Moll und Cala Gat kann jeder seine Favoritin wählen. Anja Meyer bevorzugt die Cala Agulla. „Hinter dem Strand ist Natur und keine
Hotelburg", sagt sie. Hier beginnt für sie jeder Urlaub, denn egal zu welcher Zeit sie ankommt, bevor es zur Unterkunft geht, wird mit dem Mietwagen durch den Kreisel an der Bucht gefahren und ein erster Blick erhascht.

Auch für Michael Meer aus Detmold in Ostwestfalen ist es ein zweites Zuhause. „Ich steige aus dem Flieger, und bin angekommen", sagt er. Mit dem Mietwagen geht es dann direkt zur Ferien­wohnung. Das nächste Mal am 25. September für eine Woche. Seit 1982 kommt er nun bereits mit Frau, Familie oder Freunden nach Cala Ratjada. In jenem Jahr eröffnete auch der Biergarten Chocolate, der mittlerweile Kult ist. Damals hatte er nur eine Theke, heute ist das Chocolate deutlich größer und zieht jeden Abend Hunderte Gäste an. Doch manches ändert sich auch nicht: „Es riecht immer noch nach demselben Putzmittel", schmunzelt Michael Meer, für den der Besuch im Chocolate fester Urlaubsbestandteil ist. Einmal fuhr er gar mit seiner eigenen Harley-Davidson vor, mit der er von Barcelona nach Mallorca übersetzte, und erfüllte sich damit einen Traum.

„Man muss einfach öfter kommen", sagt der 57-Jährige. Es gebe so viele schöne Lokale, auch außerhalb der ersten Reihe, die man ausprobieren könne. „Man kann hier Party machen, aber auch Ruhe finden", sagt er. Cala Ratjada habe zu jeder Jahreszeit seinen Reiz. Im März, alleine am Strand, ebenso wie im Hochsommer unter ganz vielen Menschen.

Auch Eugen Stahl aus dem Ruhrgebiet erinnert sich noch an die Zeit Anfang der 80er-Jahre. „Da hatten die Hostals nur ein Waschbecken im Zimmer, und die Toiletten und Duschen befanden sich auf dem Flur." 1981 kam er über den Tauchsport nach Cala Ratjada. Zunächst pendelte er von Can Picafort mit dem Mietwagen aus. Es gefiel ihm so gut, dass er noch im selben Jahr einen Urlaub direkt in Cala Ratjada buchte. „Ich halte mich seitdem mindestens drei Mal im Jahr dort auf: im Januar zu Sant Antoni, im Juni zu meinem Geburtstag und noch mal Ende September, Anfang Oktober", sagt Eugen Stahl. Seit 2011 ist er Stammgast im Hotel Port Corona an der Hafenpromenade.

Jens Paul aus Wolfsburg schaut ebenfalls gerne im Januar zur Festa de Sant Antoni vorbei. Im Januar 2017 ist es dann das
33. Mal, seit er im August 2002 Cala Ratjada verfiel. Auch er kommt mehrmals im Jahr. „Mittlerweile kennt man dort viele Leute, Einheimische, aber auch Deutsche, die zur selben Zeit dort sind", sagt Jens Paul. Man treffe sich geplant oder auch zufällig. „Es ist meist einfacher, sich in Cala Ratjada zu sehen, als sich in Deutschland zu besuchen", sagt der 45-Jährige. Zuletzt war er im Juni für eine Woche mit seinem Sohn Miguel im Hotel Capricho. Ein Freund hat ihn nun noch zu einem Kurzurlaub Ende September überredet.

Regelrecht süchtig
Walter Schien, Reisebüro-Inhaber aus Laupheim (Baden-Württemberg) kommt zwar erst seit 2011 in die Urlauberhochburg, war aber seither schon 15 Mal dort. Der 59-Jährige hat eine weitere Facebook-Gruppe gegründet: „Cala Ratjada süchtig" (es gibt noch zwei andere Foren namens „Cala Ratjada Insider" und „Cala Ratjada – Impressionen zum Verlieben). „Cala Ratjada ist ein gewachsener Ort und keine künstliche Touristensiedlung", sagt Walter Schien und lobt die „einzigartige" Uferpromenade. „Was ich auch super finde ist, dass es noch viele Geschäfte gibt, die von Einheimischen in herzlicher Atmosphäre geführt werden." Immer wieder lohne sich auch die Wanderung hoch zum Leuchtturm, um den tollen Blick zu genießen.

Wo die einen gerne Urlaub machen, müssen andere auch arbeiten. Mimmo Gianluca ist ­Restaurant-Direktor im O´Sole Mio am Hafen und lebt seit neun Jahren in Cala Ratjada. Er begrüßt jeden Tag viele Stammgäste. Auch Show-Zampano Dieter Bohlen gehöre dazu. „Für Cala Ratjada gibt es Begeisterung ohne Ende – wir haben eine schöne Promenade, saubere Strände und Restaurants mit gutem Service", sagt er.

Mimmo Gianluca hat recht. Cala Ratjada begeistert wie kaum ein anderer Ort auf Mallorca. Wir sagten es schon: In Cala Ratjada bekommt jeder, egal ob alt oder jung, egal zu welcher Jahreszeit, was er möchte. /bst

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